# taz.de -- Sponsoring bei Olympia: Fiese Visa-matenten
       
       > Die Hauptsponsoren der Spiele sind umtriebig, helfen aber nicht, da sie
       > alles andere als inklusiv sind. Warm und hydriert gehen jedenfalls
       > anders.
       
 (IMG) Bild: Die Menschen bleiben im Dunkeln, Hydrieren geht anders
       
       Viel ist nicht los im [1][Fan Village von Livigno]. Sich am eiskalten
       Nachmittag bei starkem Schneefall die Entscheidung in der Biathlon-Staffel
       der Männer unter freiem Himmel auf der Videowand anzuschauen, ist wohl
       nicht jederfraus Sache. Der aufgedrehte DJ, der die Sportübertragung mit
       Plastikmusik untermalt, ruft: „Keep warm!“ Und: „Keep hydrated!“ Für mich
       ist das gar nicht so einfach. Wer einen Glühwein oder einen heißen Saft
       möchte, muss mit einer Karte des Olympiasponsors Visa bezahlen. Eine solche
       habe ich aber nicht.
       
       Es ist so eine Sache mit den Partnern der Spiele. Sie möchten sich
       unbedingt in die Gedanken der Olympiabesuchenden einschreiben. Visa
       versucht das auf eine doch recht brachiale Art. Besorg dir gefälligst eine
       Visa-Karte, sonst wird das nichts mit „Keep hydrated“!
       
       Anders ist das mit Coca-Cola. Der Uraltpartner der Spiele hat in Livigno,
       Cortina und Mailand spezielle Erfahrungsräume aufgebaut, rote Kisten mit
       irgendwas drin. Da zieht es die Leute freiwillig hin. Am Mailander Parco
       Sempione steht eine beinahe 50 Meter lange Schlange an. Gibt es da etwas
       umsonst? Ich postiere mich am Ausgang von [2][„The Peak“], wie die Kiste
       heißt, und stelle fest, dass die Leute den Gipfel mit leeren Händen wieder
       verlassen. Nicht mal eine Büchse Cola hat man ihnen geschenkt. Ich stelle
       mich also nicht an.
       
       Später lese ich nach, dass man drinnen mit einer Seilbahngondel fahren
       kann, die aber nicht wirklich fährt, dass man durch einen verspiegelten
       Tunnel gehen soll, in dem Jubellaute von Fans zu hören sind sowie das
       Geräusch, das entsteht, wenn eine Colaflasche geöffnet wird. Man wird dann
       wohl noch fotografiert, aus einer colafarbenen Wand wachsen Berge und am
       Ende soll man klatschen und jubeln und sieht sich selbst als Fan bei einem
       Wettkampf.
       
       Möglich macht das alles natürlich Künstliche Intelligenz, wie es bei
       Coca-Cola heißt. Auch IOC-Sponsor Alibaba, die chinesische Handels- und
       Kommunikationsplattform, wie man wohl sagt, macht bei Olympia ganz tolle
       Sachen mit KI. Sie präsentiert die Ergebnisse eines Kunstwettbewerbs, die
       von Fans weltweilt unter Zuhilfenahme eines KI-Videogenerierungstools von
       Alibaba hergestellt worden sind. Im einem Kugelpavillon mit dem Namen
       [3][„Wonder on Ice“ an der Piazza Castello] in Mailand werden die Dinger
       projiziert. Dann gehen sie „als erste KI-generierte Kunstwerke“ in den
       Besitz des Olympischen Museum über. Wenn das nicht mal eine gute Nachricht
       ist.
       
       Warm und hydriert macht mich das allerdings auch nicht.
       
       19 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.livigno.eu/de/events/fan-village-the-heart-of-the-olympic-experience-de
 (DIR) [2] https://www.olympics.com/de/milano-cortina-2026/fotos/coca-cola-fanzone-milan-cortina-2026
 (DIR) [3] https://www.olympics.com/ioc/news/alibaba-s-wonder-on-ice-brings-interactive-ai-showcase-to-milano-cortina-2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Kolumne spirito olimpico
 (DIR) Mailand
 (DIR) Visa
 (DIR) Coca-Cola
 (DIR) Olympische Winterspiele
 (DIR) Olympische Winterspiele
 (DIR) Kolumne spirito olimpico
 (DIR) Olympische Winterspiele
 (DIR) Kolumne spirito olimpico
 (DIR) Olympische Winterspiele
 (DIR) Olympische Winterspiele
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Medienereignis Olympische Spiele: Festspiele der Geschlagenen
       
       Hauptsache, Medaillen! Die Berichterstattung zu Olympia hat eine
       Schlagseite. Ist dabei sein etwa doch nicht alles?
       
 (DIR) Abschied von Olympia 2026: Doch gar nicht sooo wichtig?
       
       Die Winterspiele sind vorbei. Waren sie wirklich von so großer Bedeutung?
       Und welche Rolle könnten bald Skifahrer aus Iran oder Saudi-Arabien
       spielen?
       
 (DIR) Deutsche Biathleten am Abgrund: Das Schießen im Walde
       
       Das deutsche Biathlon liegt am Boden. Das Gesicht des Niedergangs:
       Franziska Preuß. Dabei hat der DSV bereits „Schießakademien“ gegründet.
       
 (DIR) Pragmatischer Eiskunstlaufcoach: Was bedeutet schon die Nationalität, wenn es Geld gibt
       
       Choreograf Benoît Richaud betreut bei Olympia 16 Athlet:innen und
       wechselt fliegend Länderoutfits. Damit entlarvt er die Idealisierung der
       Nation.
       
 (DIR) Probleme des Wintersports: Olympias feines Gespür für Schnee
       
       Sportarten stehen vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen. Was aber
       alle nervt, ist dies: Schnee. Braucht’s den wirklich im Winter?
       
 (DIR) Dringliche Fragen zu den Winterspielen: Im Gespräch mit der Olympic AI
       
       Ein olympischer KI-Chatbot zieht die Tränen von IOC-Präsidentin Coventry in
       Zweifel. Einen Dopingfall gibt es nicht. Sowieso läuft alles bestens.