# taz.de -- Neuer Ministerpräsident in Magdeburg: Von der eigenen Fraktion abhängig
       
       > Die Wahl von Sven Schulze lief reibungslos – besser als erhofft. Doch das
       > verdeckt, welcher Druck auf ihm mit Blick auf die AfD lastet.
       
 (IMG) Bild: Ulrich Sigmund (AfD) gratulöiert Sven Schulze (CDU) zum Wahlsieg
       
       Schon im ersten Wahlgang hat es Sven Schulze von der CDU geschafft: Der
       Landtag wählte ihn zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Nicht nur
       das, er bekam sogar mindestens zwei Stimmen aus der Opposition. So gut lief
       es noch nicht mal bei seinem beliebten Vorgänger Reiner Haseloff. Der
       brauchte bei seiner Wahl vor fast fünf Jahren zwei Anläufe. Ein voller
       Erfolg für Schulze, scheint es. Aber eigentlich erzählt das Ergebnis wenig
       über Schulze und viel über die angespannte Situation in Sachsen-Anhalt. Der
       Druck ist hoch. Schulze muss nun schnell beweisen, dass er dem gewachsen
       ist.
       
       Allein der plötzliche Rückzug von Haseloff verdeutlicht die Angst der CDU
       vor der Landtagswahl im September. Ursprünglich hatte der versprochen, bis
       zum [1][Ende der Legislatur Ministerpräsident zu bleiben]. Doch dann kamen
       die Umfragen. Die AfD überholte die CDU und steht mittlerweile bei fast 40
       Prozent.
       
       Die AfD könnte damit sogar eine Mehrheit der Sitze im Landtag bekommen und
       allein die Regierung stellen. Das hätte nicht nur Konsequenzen für
       Sachsen-Anhalt, sondern für ganz Deutschland. Anfang Januar gab Haseloff
       dann bekannt, [2][er räume seinen Posten für Schulze]. Als Amtsinhaber kann
       der jetzt auf einen Bonus im Wahlkampf hoffen. Aber was, wenn die CDU nach
       der Landtagswahl nur noch mit der AfD und der Linken im Parlament sitzt?
       Die anderen Parteien sind nur wenig von der 5-Prozent-Hürde entfernt.
       Arbeitet Schulze dann mit der AfD zusammen?
       
       Innerhalb der CDU in Sachsen-Anhalt gab es in diese Richtung immer wieder
       Vorstöße. Haseloff hat sich davon deutlich abgegrenzt, und Schulze sagt
       bislang, er setze dessen Politik fort. Koalition mit der AfD? Nicht mit
       ihm. Allerdings schwebte Haseloff durch seine Beliebtheit in Sachsen-Anhalt
       geradezu über den Diskussionen in der CDU-Fraktion. Schulze ist hingegen
       viel stärker auf die Abgeordneten angewiesen. Ob er dann die Position gegen
       die AfD verteidigen kann? Für [3][Schulze fällt der Druck durch die Wahl
       zum Ministerpräsidenten] noch lange nicht ab.
       
       28 Jan 2026
       
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