# taz.de -- Ladeinfrastruktur für E-Autos: Wie Mehrfamilienhäuser an private Ladeanschlüsse kommen
       
       > Ein Umweltverband fordert ein Förderprogramm für E-Auto-Ladestationen in
       > Mehrfamilienhäusern. Bisher gibt es Anschlüsse meist in
       > Einfamilienhäusern.
       
 (IMG) Bild: Öffentliche Ladestationen sind gut, aber private sind oft bequemer: Ladesäule im Allgäu
       
       Eigenheim, E-Auto, Wallbox als private Ladestation – das klappt in
       Deutschland ganz gut, ist aber nicht für jeden bezahlbar. Deshalb fordert
       der Klima- und Verkehrsverband Transport & Environment (T&E): Um sozial
       gerechte Lademöglichkeiten zu schaffen, vor allem für Menschen in
       Mehrfamilienhäusern, müsse die Bundesregierung ein Förderprogramm
       aufsetzen.
       
       Das sei mit vergleichsweise wenig Geld umsetzbar, sagt T&E. [1][Eine
       Studie] des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im
       Auftrag des Verbands hat ergeben: Bis zu 3 Millionen Stellplätze könnten
       mit insgesamt 500 Millionen Euro für das Laden von E-Autos vorbereitet
       werden.
       
       „Vorbereitet werden“ bedeutet, dass Elektro- und Datenleitungen zu einem
       jeweiligen Stellplatz verlegt sowie die Strommesstechnik vorinstalliert
       werden. Später kommen die [2][Kosten für die Wallbox] – zwischen rund 200
       und 2.000 Euro, je nach Ausstattung des Geräts – und für deren Installation
       hinzu.
       
       Das deutsche Ladenetz wird dichter, trotzdem gibt es noch Schwachstellen,
       eben zum Beispiel bei Mehrfamilienhäusern oder [3][an Autobahnen]. 2025 hat
       das Bundesverkehrsministerium eine extra [4][Förderung für private
       Ladeanschlüsse an Mehrparteienhäusern] in Aussicht gestellt. Wie genau die
       aussehen wird, soll bis April feststehen, teilte das Ministerium der taz
       mit.
       
       ## Regeln für bestehende Wohngebäude
       
       Bei Neubauten richtet sich der Bau von Ladeinfrastruktur nach dem
       Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz, kurz GEIG. Auf europäischer
       Ebene gibt es seit 2024 ergänzend die EU-Richtlinie über die
       Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD), die Deutschland bis Mai 2026 in
       nationales Recht umsetzen muss. Teile davon deckt das GEIG schon ab.
       
       T&E kritisiert nun, dass die Bundesregierung die europäische EPBD eins zu
       eins übernehmen will. Der Verband wünscht sich ehrgeizigere Regelungen. Das
       EPBD enthalte nämlich keine verbindlichen Ziele für bestehende Wohngebäude,
       es sei denn, es steht eine aufwendige Renovierung an. 5,6 Millionen
       bestehende Stellplätze wären dann auch nach 2030 noch nicht für einen
       privaten Ladeanschluss vorbereitet.
       
       „Damit zementiert die Bundesregierung eine strukturelle Schieflage der
       Elektromobilität“, meint Susanne Goetz, T&E-Expertin für Elektromobilität.
       Wer im Einfamilienhaus wohnt, könne günstig laden – Mieter:innen in
       Mehrfamilienhäusern würden allein gelassen. Schon jetzt würden E-Autos in
       Deutschland zweieinhalbmal so oft von Bewohner:innen eines Ein- oder
       Zweifamilienhauses gefahren wie von Menschen in Mehrparteienhäusern.
       
       In Europa haben E-Auto-Verkäufe währenddessen einen „historischen
       Meilenstein“ erreicht, wie das Forschungsinstitut ICCT [5][am Montag
       mitteilte]. 2025 war demnach eines von fünf neu zugelassenen Fahrzeugen
       voll elektrisch, das entspricht einem Anstieg von 4 Prozentpunkten seit
       2024 – und dem höchsten jemals verzeichneten Wert.
       
       In Deutschland machten Stromer und Plug-in-Hybride zusammen fast ein
       Drittel der Neuzulassungen aus, in nordeuropäischen Ländern und den
       Niederlanden sogar 50 Prozent. Der europäische Automarkt elektrifiziere
       sich weiter schnell – trotz regulatorischer und geopolitischer
       Unsicherheiten, sagt [6][ICCT-Forscherin Sonsoles Díaz]. Die meisten
       Autobauer seien auf gutem Wege, die EU-Klimavorgaben für ihre
       Neuwagenflotten einzuhalten.
       
       Dennoch rückte die EU zuletzt von dem bisher geplanten Verkaufsverbot für
       neue Verbrenner ab 2035 ab.
       
       26 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.transportenvironment.org/uploads/files/Fraunhoder-ISI_2025_Finanzierung-Ladeinfrasutruktur-MPH_-Abschlussprasentation_v4.pdf
 (DIR) [2] https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/laden/wallbox-kosten/
 (DIR) [3] /ADAC-kritisiert-schlechte-Ladeinfrastruktur-fuer-E-Autos-an-Autobahnen/!6126843
 (DIR) [4] /Verbraucherschuetzer-uebers-E-Auto-Laden/!6122084
 (DIR) [5] https://theicct.org/publication/european-market-monitor-cars-and-vans-2025/
 (DIR) [6] https://theicct.org/team-member/sonsoles-diaz/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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