# taz.de -- Neue Weltordnung: Trumps „Friedensrat“ wird etwas konkreter
       
       > Das vom US-Präsidenten ins Leben gerufene Gremium nimmt Form an: als
       > Imitat der Vereinten Nationen, bloß mit weniger Demokratien.
       
 (IMG) Bild: Beitretendes Schweigen: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán und Indonesiens Präsident Prabowo Subianto am Donnerstag in Davos
       
       In übergroßen Lettern setzte [1][US-Präsident Donald Trump] am Donnerstag
       im Schweizer Davos seine Unterschrift unter die sogenannte „Resolution
       2026/1“ seines [2][Friedensrates]. In Anlehung an den bürokratischen Stil
       der Vereinten Nationen offizialisierte er damit die Charta des Rates.
       
       Die Ehre gaben sich außerdem eine ganze Reihe von Staats- und
       Regierungschefs, unter anderem Nikol Pashinjan aus Armenien, [3][Javier
       Milei aus Argentinien] oder auch [4][Ungarns Viktor Orbán]. Zwanzig Staaten
       bestätigten mit ihrer Unterschrift der Charta ihre Teilnahme an Trumps
       Plan. Neben Armenien, Argentinien und Ungarn auch Bahrain, Marokko,
       Aserbaidschan, Bulgarien, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo,
       Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, Türkei, Vereinigte Arabische
       Emirate, Usbekistan und die Mongolei.
       
       Über sechzig Länder waren von der Trump-Administration angefragt worden,
       dem Friedensrat beizutreten. Ursprünglich sollte er einmal die Befriedung
       und den Wiederaufbau des Gazastreifens lenken, nun soll er – so die Vision
       Trumps – auch bei der Beilegung weiterer Konflikte weltweit mitwirken.
       
       Doch warum ließen sich immerhin neunzehn Länder überzeugen, dem Trump’schen
       Rat beizutreten? Wird doch zu Recht kritisiert, dass die Macht beim
       Chairman – also natürlich Trump selbst – konzentriert ist und der Rat an
       der Rolle der Vereinten Nationen als Hüter der internationalen Ordnung
       kratzen könnte.
       
       ## Trump nicht verärgern
       
       Ein Grund ist sicherlich die Macht der USA, gerade unter Trump, der auf
       diplomatische Zurückweisungen zumindest verbal heftig reagiert. Etwa als er
       Frankreich hohe Zölle auf Champagner und Wein androhte, weil Präsident
       Emmanuel Macron sich eher gegen die Teilnahme seines Landes am Friedensrat
       äußerte. Mit dem launenhaften Machthaber sollte man sich also gut stellen,
       denken wohl einige.
       
       Ein weiterer Grund: [5][Die sogenannte „liberale internationale
       Weltordnung“ nach dem Zweiten Weltkrieg] hat nicht immer die Stabilität
       geliefert, die sie versprach. Gerade in Westasien zeigte sich das: Etwa in
       Irak, Libanon oder Jemen hatten oder haben weniger die international
       anerkannten Regierungen die Kontrolle, sondern militante und von der
       Islamischen Republik Iran unterstützte Organisationen. Etwa für Riad oder
       Abu Dhabi wurde das in der Vergangenheit bereits zum Problem.
       
       In einer eher transaktionsbasierten Ordnung, gepaart mit einem starken und
       Druck ausübenden Amerika, könnten einige der Unterzeichner einen Vorteil
       für sich wähnen.
       
       22 Jan 2026
       
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 (DIR) Lisa Schneider
       
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