# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukraine erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn
       
       > Bei russischen Angriffen wurden zwei Menschen in der Ukraine getötet. Der
       > US-Gesandte Witkoff soll am Donnerstag Putin treffen. Kyjiw ist zum Teil
       > ohne Strom.
       
 (IMG) Bild: Eisige Kälte in Kyjiw Mitte Januar 2026
       
       ## Zwei Tote durch russische Drohnenangriffe in der Ukraine
       
       Bei russischen [1][Drohnenangriffen auf die Ukraine] sind nach
       Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Ziel der Angriffe sei die
       Stadt Krywyj Rih gewesen, teilte die regionale Militärverwaltung am
       Mittwoch mit. Bei den Opfern handele es sich um einen 77-jährigen Mann und
       eine 72-jährige Frau. Krywyj Rih, die Geburtsstadt des ukrainischen
       Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, liegt rund 80 Kilometer von der Front
       entfernt. Die russische Armee verübt seit Beginn der Invasion im Februar
       2022 regelmäßig Luftangriffe auf die Stadt.
       
       In der russischen Kaukasusrepublik Adygeja meldeten die Behörden derweil
       elf Verletzte bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Unter den Verletzten
       seien zwei Kinder, erklärten die örtlichen Behörden. Adygeja grenzt an die
       Großstadt Krasnodar. Die Region rund um das Schwarze und Asowsche Meer wird
       immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
       
       Seit Beginn seiner Offensive vor fast vier Jahren feuert Russland [2][fast
       täglich Drohnen] und Raketen auf die Ukraine ab. Als Reaktion greift die
       Ukraine regelmäßig russisches Territorium an und nimmt dabei insbesondere
       Einrichtungen der Energieinfrastruktur ins Visier. (afp)
       
       ## Strom und Heizung fallen nach Angriff auf Kyjiw aus
       
       Nach ⁠einem ‍russischen Luftangriff sind in Teilen der ukrainischen
       ⁠Hauptstadt Kyjiw Strom, Heizung und Wasserversorgung ausgefallen. Bewohner
       hätten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Notzelten Schutz gesucht,
       hieß es. Ganze Wohnblöcke seien ohne Strom. Eine russische Stellungnahme zu
       dem Angriff lag zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## „Streit um Grönland darf nicht von Ukraine ablenken“
       
       Die Nato sollte sich ihrem Generalsekretär Mark Rutte zufolge durch die
       Spannungen rund um Grönland nicht von der Notwendigkeit ablenken lassen,
       ⁠die ‍Ukraine zu verteidigen. „Die Ukraine sollte oberste Priorität haben,
       sie ist entscheidend ⁠für die Sicherheit Europas und der USA“, sagt Rutte
       in einer Podiumsdiskussion beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Ich bin
       wirklich besorgt, dass wir das Ziel aus den Augen verlieren und dass die
       Ukrainer in der Zwischenzeit nicht über genügend Abfangjäger verfügen, um
       sich zu verteidigen.“ (rtr)
       
       ## Acht Verletzte nach Drohnenangriff in Südrussland
       
       Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf den Süden Russlands wurden nach
       offiziellen Angaben acht Menschen verletzt. In der Republik Adygeja sei ein
       Wohnhaus getroffen worden, teilt ⁠Gouverneur Murat Kumpilow auf Telegram
       mit. Sieben der Verletzten, darunter ⁠ein Kind, würden im Krankenhaus
       behandelt. In der benachbarten Region ‍Krasnodar ⁠sei nach Angaben von
       ‌Gouverneur Wenjamin Kondratjew ein weiteres Wohnhaus beschädigt und die
       Bewohner in ‌Sicherheit gebracht worden. Eine ukrainische Stellungnahme
       liegt zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## Brand in russischer Ölraffinerie
       
       In der Ölraffinerie Afipsky in der südrussischen Oblast Krasnodar ist nach
       einem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen. Der Brand sei
       mittlerweile wieder gelöscht worden, teilen die örtlichen Behörden mit. Es
       sei niemand verletzt worden, es gebe keine Schäden. Die Raffinerie war in
       den vergangenen Monaten wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe auf die
       russische Energie-Infrastruktur. Die hauptsächlich auf den Export
       ausgerichtete Anlage Afipsky verarbeitete 2024 rund 7,2 Millionen Tonnen
       ⁠Rohöl. Zudem ‍trafen ukrainische Drohnen weitere Städte in Südrussland.
       Dabei wurden örtlichen Behörden zufolge insgesamt elf Menschen verletzt.
       (rtr)
       
       ## Mehrere Verletzte nach Hausbrand in Russland
       
       Bei einem Hochhausbrand nach mutmaßlichen Explosionen in der russischen
       Teilrepublik Adygeja östlich des Schwarzen Meers sind nach Behördenangaben
       mindestens acht Menschen verletzt worden. Republikchef Murat Kumpilow
       sprach von einem Drohnenangriff und einem Feuer, das in der Siedlung Nowaja
       Adygeja ausgebrochen sei. Sieben Menschen seien ins Krankenhaus gebracht
       worden, 15 Autos ausgebrannt und 25 weitere beschädigt worden. Tote gebe es
       nicht.
       
       In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, auf denen ein beschädigtes
       mehrstöckiges Wohnhaus und brennende Autos zu sehen sind. Mehrere
       Nachrichtenkanäle auf Telegram berichteten, dass Augenzeugen Explosionen
       gehört hätten. Der unabhängige Militäranalyst Jan Matwejew schloss
       angesichts des Ausmaßes der Zerstörung einen Drohneneinschlag als Ursache
       aus. Im Netz wurde gemutmaßt, dass es sich um eine fehlgeleitete russische
       Flugabwehrrakete gehandelt haben könnte. (dpa)
       
       ## Kreml: Putin trifft am Donnerstag US-Gesandten Witkoff
       
       Der russische Präsident Wladimir Putin plant nach Angaben Moskaus für
       Donnerstag ein Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Die
       Zusammenkunft stehe „für morgen auf dem Terminkalender des Präsidenten“,
       sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der russischen
       Nachrichtenagentur Tass, ohne den Ort des geplanten Treffens zu nennen.
       Witkoff hatte zuvor der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, er wolle
       zusammen mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared
       Kushner, nach Moskau reisen.
       
       Witkoff und Kushner sind von US-Präsident Donald Trump mit den
       Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts betraut. Zuletzt hatte
       Putin die beiden US-Gesandten Anfang Dezember in Moskau empfangen.
       
       Seit Monaten laufen intensive diplomatische Bemühungen zur Beendigung des
       Krieges. Auf dem Tisch liegt eine überarbeitete Fassung des ursprünglich
       von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plans, der von Kyjiw und den europäischen
       Verbündeten als sehr russlandfreundlich kritisiert worden war. Der Kreml
       hat bislang jegliche Anpassungen abgelehnt. (afp)
       
       ## Festnahme mutmaßlicher Unterstützer prorussischer Milizen
       
       In Brandenburg sind ein Russe und ein Deutscher festgenommen worden, die
       jahrelang prorussische Separatisten der sogenannten Volksrepubliken Donezk
       und Luhansk in der Ostukraine unterstützt haben sollen. So sollen sie unter
       anderem am Transport von Drohnen in die Donbass-Region beteiligt gewesen
       sein, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mitteilte. In dem
       Verein, der dies organisierte, hätten sie „herausgehobene Stellungen“
       innegehabt.
       
       Seit 2014 wurden die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im
       ostukrainischen Donbass von prorussischen Separatisten kontrolliert. Nach
       dem russischen Einmarsch in der Ukraine 2022 erklärte Moskau die Regionen
       für annektiert.
       
       Die Bundesanwaltschaft stuft die beiden sogenannten Volksrepubliken als
       ausländische terroristische Vereinigungen ein. Diese hätten ab 2014 die
       Kontrolle über die ukrainischen Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk
       beansprucht mit dem Ziel, sie von der Ukraine zu lösen. Dabei hätten sie
       sich intensive Auseinandersetzungen mit den ukrainischen Streitkräften
       geliefert und immer wieder auch Gewalt gegen die Zivilbevölkerung
       eingesetzt. Ende 2022 seien sie in die Befehlsstrukturen der russischen
       Streitkräfte eingegliedert worden.
       
       Schon im Mai 2025 waren in dem Zusammenhang in Brandenburg und Berlin
       Objekte durchsucht worden, unter anderem die Wohnung eines weiteren
       Beschuldigten, wie die Bundesanwaltschaft ausführte. Am Mittwoch wurden
       dann in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland zwei Männer
       vom Bundeskriminalamt festgenommen.
       
       Ihre Namen gab die Bundesanwaltschaft mit Suren A. und Falko H. an, auch
       ihre Wohnungen wurden durchsucht. Der Verein, für den die beiden
       Beschuldigten seit 2016 gearbeitet haben sollen, organisierte der Behörde
       zufolge den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber auch
       von Drohnen an die prorussischen Milizionäre in den Donbass.
       
       A. soll Vereinsgelder von mehr als 14.000 Euro dorthin geleitet und
       Gütertransporte finanziert haben. H. soll selbst mehrmals zu Gesprächen mit
       den Separatisten in die Region gereist sein. Dort habe er Lieferaufträge
       entgegengenommen und beim Verteilen von Gütern mitgearbeitet.
       
       Den beiden Männern wird die Unterstützung ausländischer terroristischer
       Vereinigungen in mehreren Fällen zur Last gelegt. Sie sollten am Donnerstag
       dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über die
       Untersuchungshaft entscheidet. (afp)
       
       ## Ukraine erlebt härtesten Winter seit Kriegsbeginn
       
       Das russische Militär hat mit gezielten Angriffen ‌auf die
       Energieinfrastruktur für [3][den härtesten ⁠Winter] der Menschen in der
       ukrainischen Hauptstadt Kyjiw seit Kriegsbeginn gesorgt. Bei Temperaturen
       von bis zu minus 18 Grad Celsius sahen sich die drei Millionen
       Einwohnerinnen und Einwohner massiven und langanhaltenden Ausfällen der
       Strom- und Wasserversorgung ausgesetzt. Um den Alltag zu bewältigen,
       sammelten sie Schnee als Wasserersatz, schliefen in Mänteln und Mützen und
       stellten Zelte in ihren Wohnungen auf. Erstmals seit der russischen
       Invasion vor fast vier Jahren rief die Regierung wegen der Energiekrise den
       Notstand aus.
       
       „Wenn es keinen Strom gibt, gibt es keine Heizung. Das bedeutet, die
       Wohnung kühlt aus“, sagte der Militärgeistliche Anton Rybikow in einem im
       Januar geführten Gespräch. Einer seiner Söhne habe sich eine
       Lungenentzündung zugezogen, nachdem die Temperatur in der Wohnung nach
       ⁠einem russischen ‍Luftangriff während eines mehr als 19-stündigen
       Stromausfalls auf neun Grad Celsius gefallen sei. „Das ist emotional sehr
       schwierig. Es gibt ständig Sorgen“, sagte der 39-jährige Vater. „Dieser
       Winter ist der ⁠härteste.“ Er überlege, seine Söhne aus Kyjiw
       wegzuschicken, falls sich die Stromausfälle verschlimmern sollten.
       
       Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur in den
       Wintermonaten verstärkt und sich dabei auf die Städte Kyjiw, Charkiw und
       Dnipro konzentriert. Dem britischen Militärgeheimdienst zufolge setzte
       Russland im vergangenen Jahr 55.000 unbemannte Flugsysteme gegen die
       Ukraine ein, was einer Verfünffachung im Vergleich zum Vorjahr entsprach.
       Die Regierung in Kyjiw forderte daraufhin vom Westen mehr
       Flugabwehrsysteme. Nach einem schweren russischen Angriff im Januar waren
       nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr als eine Million
       Haushalte in der Hauptstadt ohne Strom. (rtr)
       
       21 Jan 2026
       
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