# taz.de -- +++ Nachrichten zu Grönland +++: Macron schlägt G7-Treffen mit Russland und Dänemark vor
       
       > Trump droht Frankreich mit Zöllen auf Wein und Champagner, weil Macron
       > nicht beim „Friedensrat“ mitmachen will. Der lädt zum Abendessen in Paris
       > – mit Russland.
       
 (IMG) Bild: Aktivisten protestieren gegen US-Präsident Trump und das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos
       
       Chinas Vize-Regierungschef warnt vor Rückkehr zu „Gesetz des Stärkeren“
       
       Der chinesische Vize-Regierungschef He Lifeng hat angesichts der Bemühungen
       Washingtons um eine Übernahme Grönlands vor einer Rückkehr zum Gesetz des
       Stärkeren in internationalen Beziehungen gewarnt. „Multilateralismus ist
       der richtige Weg, um die internationale Ordnung stabil zu halten“, sagte He
       am Dienstag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforum in Davos. Eine
       Handvoll Länder sollte keine Privilegien aufgrund ihrer Stärke genießen.
       
       „Die Welt darf nicht zum Gesetz des Dschungels zurückkehren, in der die
       Starken die Schwachen schikanieren“, fügte er hinzu. Jedes Land habe das
       Recht, seine legitimen Rechte und Interessen zu verteidigen. US-Präsident
       Donald Trump hat dazu aufgerufen, in Davos die Charta für einen auf ihn
       zugeschnittenen und kostenpflichtigen „Friedensrat“ zu unterzeichnen. (afp)
       
       ## Selenskyj: Ukraine zur Teilnahme an Trumps „Friedensrat“ eingeladen
       
       Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben
       eingeladen worden, an dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen
       „Friedensrat“ teilzunehmen. „Wir haben eine Einladung erhalten. Unsere
       Diplomaten arbeiten daran“, sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten.
       Zugleich betonte er, dass es für ihn noch „sehr schwierig“ sei, sich
       vorzustellen, dass die Ukraine und Russland zusammen in einem Gremium
       säßen. (afp)
       
       Spahn: Drohungen des US-Präsidenten sind inakzeptabel
       
       Unions-Fraktionschef Jens Spahn hat US-Präsident Donald Trump wegen der
       Annexionsdrohungen gegen das zu Dänemark gehörende Grönland scharf
       kritisiert. „Die Forderungen, die Drohungen von Donald Trump, des
       US-Präsidenten, sind für uns inakzeptabel“, sagte der CDU-Politiker am
       Dienstag im Interview mit Reuters-TV. „Es ist auch schwer erträglich, dass
       unser wichtigster ⁠Bündnispartner kaum, ‍fast gar nicht berechenbar ist,
       auch für uns.“ Spahn bezeichnete die Lage ⁠als schwierig. Es sei wichtig,
       klar zu sein, aber eben auch besonnen, mahnte er. Es sei wichtig, bei
       Gesprächen immer wieder zu schauen, ob man doch gemeinsamen Grund innerhalb
       der Nato und transatlantisch mit den USA finden könne. Man müsse den
       US-Präsidenten überzeugen, dass ein militärischer Einmarsch in Grönland
       „keine Option sein kann“, sagte Spahn. Deswegen spreche Bundeskanzler
       Friedrich Merz mit Trump und versuche gleichzeitig, eine ⁠gemeinsame
       europäische Antwort zu organisieren. „Es darf dieses Szenario sich erst gar
       nicht ergeben. Dafür braucht es die Debatte in Washington, auch den
       innenpolitischen Druck in den USA.“ ⁠Spahn sprach sich aber gegen eine
       öffentliche Eskalation in der Debatte aus. (rtr)
       
       Lawrow: Keine russischen Angriffspläne gegen Grönland
       
       Moskaus Außenminister Sergej Lawrow hat den Vorwurf von US-Präsident Donald
       Trump zurückgewiesen, dass Russland oder China angeblich Grönland angreifen
       wollen. „Wir haben mit dieser Frage nichts zu tun“, sagte Lawrow in Moskau
       bei seiner Pressekonferenz zum Jahresauftakt. Er zweifle nicht daran, dass
       auch in Washington sehr gut verstanden werde, dass Moskau und Peking keine
       solchen Pläne hegten. Russland beobachte die Lage. „Das ist zweifellos eine
       ernste geopolitische Situation“, betonte er.
       
       Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte noch am Vortag einen Kommentar zu den
       Vorwürfen eines angeblich geplanten Angriffs Russlands auf Grönland
       zurückgewiesen. Zugleich sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin,
       dass Experten zuzustimmen sei, dass Trump mit einer Vereinigung der Insel
       mit den USA in die Weltgeschichte eingehe. Russland kommen Trumps Ansprüche
       auf die Arktis-Insel gelegen, weil sie die Aufmerksamkeit der EU-Staaten
       von Putins Krieg gegen die Ukraine ablenken. (dpa)
       
       Von der Leyen stellt Trumps Zuverlässigkeit in Frage
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat nach den
       Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump dessen Vertrauenswürdigkeit
       in Frage gestellt. Trump habe 2025 zugestimmt, keine weiteren Zölle gegen
       EU-Mitgliedsstaaten zu erheben, sagte von der Leyen am Dienstag auf dem
       Weltwirtschaftsforum in Davos. „Die Europäische Union und die Vereinigten
       Staaten haben sich im Juli vergangenen Jahres auf ein Handelsabkommen
       geeinigt. Und in der Politik wie in der Wirtschaft – ein Abkommen ist ein
       Abkommen“, sagte sie. „Wenn sich Freunde die Hand geben, muss das etwas
       bedeuten.“ (ap)
       
       Trump plant am Donnerstag Ankündigung zu „Friedensrat“
       
       Ungeachtet der zurückhaltenden Rückmeldungen europäischer Verbündeter plant
       US-Präsident Donald Trump für diesen Donnerstag eine Ankündigung zu seinem
       „Friedensrat“. Diese sei für 10:30 Uhr im Schweizer Alpenort Davos
       avisiert, wie das Weiße Haus mitteilte. Medienberichten zufolge will Trump
       dann die sogenannte „Charta des Friedensrates“ unterzeichnen. Das Format
       dürfte am Rande des derzeitigen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden.
       Dort wird Trump am Mittwoch zu einer Rede vor internationalem Publikum
       erwartet. (dpa)
       
       EU-Kommission arbeitet an Sicherheitspaket für Arktis
       
       Die EU-Kommission arbeitet ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen zufolge
       an einem Paket zur Unterstützung der Sicherheit in der Arktis. „Wir müssen
       mit allen unseren regionalen Partnern zusammenarbeiten, um unsere
       gemeinsame Sicherheit zu stärken“, sagt sie auf dem Weltwirtschaftsforum in
       Davos. Die Sicherheit in der Arktis könne nur gemeinsam erreicht werden.
       Grönland und Dänemark hätten die volle Solidarität der EU, die Souveränität
       ⁠und Integrität ‍ihres Territoriums seien nicht verhandelbar. Die von
       US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle gegen mehrere Länder, die sich
       gegen seine Pläne ⁠zum Erwerb Grönlands stellen, bezeichnet von der Leyen
       als Fehler zwischen langjährigen Verbündeten. (rtr)
       
       Kreml: Haben keine Einladung zu Treffen in Paris bekommen
       
       Der Kreml ist nach eigenen Angaben bislang nicht zu einem G7-Treffen in
       Paris eingeladen worden. Moskau habe keine Einladung bekommen, sagte
       Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge auf
       eine entsprechende Anfrage. (dpa)
       
       Macron schlägt G7-Treffen nach Davos vor
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump ein
       Treffen der G7-Staaten vorgeschlagen, an dem auch Russland teilnehmen
       könnte. Es solle am Donnerstag in Paris stattfinden, schrieb Macron in
       einer Kurznachricht an Trump, die dieser veröffentlichte. Macrons Umfeld
       bestätigte deren Echtheit am Dienstag. „Mein Freund, wir sind auf einer
       Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes vollbringen im Iran. Ich
       verstehe nicht, was du in Grönland tust“, schrieb Macron demnach an Trump.
       
       Er schlug dem US-Präsidenten vor, im Anschluss an das Weltwirtschaftsforum
       in Davos ein G7-Treffen in Paris zu organisieren. „Ich kann die Ukrainer,
       die Dänen, die Syrer und die Russen am Rand einladen“, schrieb Macron. Zum
       Abschluss lud er Trump zum Abendessen in Paris ein. (afp)
       
       ## Paris: Trumps Zolldrohungen nach Frankreichs Absage für „Friedensrat“
       sind „wirkungslos“
       
       Frankreich hat die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle auf Wein
       und Champagner mit scharfen Worten zurückgewiesen. Man habe Trumps
       Äußerungen „zur Kenntnis genommen“, hieß es am Dienstag im Umfeld Macrons.
       „Drohungen mit Zöllen zur Beeinflussung unserer Außenpolitik sind
       inakzeptabel und wirkungslos“, hieß es weiter. Trump hatte mit Zöllen von
       bis zu 200 Prozent auf Champagner und französische Weine gedroht, nachdem
       Frankreich die Teilnahme [1][an dem von Trump vorgeschlagenen, auf seine
       Person zugeschnittenen und zum Teil kostenpflichtigen „Friedensrat“]
       abgelehnt hatte. „Dann wird er schon teilnehmen“, sagte Trump mit Blick auf
       Macron. Aber er müsse ja nicht, fügte er hinzu.
       
       Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte Trumps Einladung am Montag
       vorerst abgelehnt. Frankreich müsse „nein sagen, weil die Charta dieses
       ‚Friedensrates‘ über den Gazastreifen und damit über den von den Vereinten
       Nationen unterstützten Friedensplan hinausgeht“, sagte Barrot vor
       Abgeordneten. Trumps Initiative werfe Fragen auf, insbesondere mit Blick
       auf die „Achtung der Prinzipien und der Struktur der Vereinten Nationen“,
       hieß es im Umkreis von Macron. Diese Prinzipien dürften auf gar keinen Fall
       infrage gestellt werden. Frankreich gehört als ständiges Mitglied dem
       UN-Sicherheitsrat an.
       
       Indes bestätigte Trump am Montag, dass auch [2][Russlands Präsident
       Wladimir Putin Teil des sogenannten Friedensrates] werden soll. „Ja, er
       wurde eingeladen“, sagte Trump. Ein Sprecher des chinesischen
       Außenministeriums bestätigte am Dienstag, dass Peking ebenfalls eine
       Einladung erhalten habe. Ob sich China beteiligen will, wurde zunächst
       nicht klar. (afp)
       
       SPD-Politiker Ahmetovic: Deutschland lässt sich in Grönland-Streit nicht
       erpressen
       
       Angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Streit um
       Grönland hat der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic das Vorgehen der
       Bundesregierung verteidigt. „Wir lassen uns nicht erpressen“, sagte
       Ahmetovic am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Bundesregierung habe in
       der Frage „einen scharfen Kurs“ eingeschlagen. Es sei nicht hinnehmbar,
       dass Grönland und Dänemark in der territorialen Integrität und nationalen
       Souveränität angegriffen würden, sagte der SPD-Politiker. Der Angriff sei
       eine „historische Zäsur“. Die Motive Trumps seien für ihn nicht
       überzeugend. „Deshalb ist ein Gegenhalten möglicherweise durch Zölle genau
       der richtige Weg“, sagte Ahmetovic.
       
       Das Irrationale sei bei Trump normal. „Für ihn ist Außen- und
       Sicherheitspolitik ein Geschäftsmodell“, sagte Ahmetovic. Er rief dazu auf,
       sich von erhöhten Zöllen nicht beeindrucken zu lassen. „Wir können auch
       stark sein“, sagte Ahmetovic. Der europäische Pfeiler in der Nato müsse
       dabei gestärkt werden. Das Bündnis aber für beendet zu erklären, gehe zu
       weit. Es gebe zwar momentan ein Problem mit der US-Regierung, die USA seien
       aber weiterhin Deutschlands und Europas Partner. Trump werde es nicht
       wagen, aus der Nato auszutreten, zeigte sich der SPD-Außenpolitiker
       überzeugt. (afp)
       
       Grönland-Streit: EU-Ausschuss-Vorsitzende fordern harte Haltung gegenüber
       Trump
       
       Im Streit um Grönland haben führende Politiker des Europaparlaments
       [3][eine harte Haltung der EU gegenüber den Zolldrohungen von US-Präsident
       Donald Trump] gefordert. „Wir wollen keine Eskalation, aber wir werden uns
       wehren, wenn es sein muss“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen
       Ausschusses im EU-Parlament, David McAllister (CDU), im Rundfunk
       Berlin-Brandenburg (RBB) am Dienstag. Er ging davon aus, dass der
       EU-Sondergipfel am Donnerstag über Gegenmaßnahmen entscheiden wird. Auch
       der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange
       (SPD), forderte, Trump Paroli zu bieten. „Die USA sind auch stark abhängig
       von europäischen Produkten“, sagte er im Sender RBB24 Inforadio. „Wir
       werden natürlich reden, aber wenn reden nicht hilft, müssen wir auch
       Tatsachen schaffen.“
       
       Lange verwies unter anderen auf das europäische Instrument gegen
       wirtschaftliche Erpressung: Dieses könne Gegenzölle zur Folge haben, „aber
       auch, dass man amerikanische Firmen von öffentlichen Ausschreibungen
       ausschließt, dass man Abgaben erhebt, dass man auch Exporte in die USA
       verbieten kann“, sagte der SPD-Politiker. McAllister sagte zur Wirkung
       möglicher Gegenmaßnahmen: „Ich glaube schon, dass das Donald Trump
       beeindrucken wird, denn die Europäische Union ist der weltweit größte
       Binnenmarkt, ein wichtiger Absatzmarkt für amerikanische Produkte.“ Die
       EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei einem Sondergipfel zum
       Grönland-Streit über mögliche Gegenmaßnahmen entscheiden. Lange räumte
       allerdings ein, dass die EU in der Frage der Sicherheitspolitik gegenüber
       den USA in der schwächeren Position sei. Dies könne „aber nicht Ursache
       sein, alles zu akzeptieren, was die USA wollen“, sagte er. (afp)
       
       Deutschlands Exportüberschuss im Handel mit USA geschrumpft
       
       Deutschlands Exporte in die USA sind wegen der Zollpolitik von US-Präsident
       Donald Trump im vergangenen Jahr eingebrochen, die Importe aus den
       Vereinigten Staaten gleichzeitig gestiegen: Der Exportüberschuss
       Deutschlands im Handel mit den USA sank in den ersten elf Monaten auf den
       niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2021, wie das Statistische
       Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Gemessen am Gesamtwert aller
       Exporte und Importe löste China die USA wieder als wichtigster
       Handelspartner ab. Die Exporte von Waren made in Germany in die USA gingen
       im Zeitraum von Januar bis November um 9,4 Prozent im Vergleich zum
       Vorjahreszeitraum zurück, wie das Statistikamt mitteilte. Der Wert
       erreichte rund 135,8 Milliarden Euro. Die Importe aus den Vereinigten
       Staaten stiegen bis November um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.
       
       Der von Trump stark kritisierte Exportüberschuss sank damit deutlich um
       24,6 Prozent: vom Rekordhoch von 64,8 Milliarden Euro in den ersten elf
       Monaten 2024 auf noch 48,9 Milliarden Euro im selben Zeitraum im Jahr 2025.
       Starke Einbußen musste vor allem die Autoindustrie hinnehme: Die Ausfuhr
       von Autos und Autoteilen brach von Januar bis November um 17,5 Prozent auf
       einen Wert von 26,9 Milliarden Euro ein. Der Export von Maschinen ging um
       9,0 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro zurück. Die Pharmaindustrie dagegen
       konnte die Ausfuhrmengen halten, sie legte um 0,7 Prozent auf einen Wert
       von 26,2 Milliarden zu.
       
       Pharmazeutische Produkte waren gleichzeitig die am meisten importierten
       Waren aus den USA: Ihre Einfuhr stieg um 8,1 Prozent im Vergleich zum
       Vorjahreszeitraum auf 13,7 Milliarden Euro. Auch bei Flugzeugen, Schiffen
       und Datenverarbeitungsgeräten gab es Zuwächse. Der Import von Öl und Gas
       aus den USA dagegen ging um 13,5 Prozent zurück. Der wissenschaftliche
       Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der
       Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erwartet keine Änderung: Der
       Rückgang der Exporte dürfte „nicht der letzte gewesen sein“, erklärte er.
       „Der US-Markt dürfte auf absehbare Zeit für deutsche Exporteure kein
       Wachstumsmarkt mehr sein, sondern ist zum Risikogeschäft mutiert.“
       
       Die Hoffnung aus dem vergangenen Sommer, dass mit dem Handelsabkommen
       zwischen den USA und der EU eine gewisse Stabilisierung im
       transatlantischen Handel eintreten würde, habe sich spätestens mit Trumps
       neuen Drohungen in Zusammenhang mit dem Grönland-Streit zerschlagen.
       „Spätestens jetzt ist klar: Die USA sind bis auf Weiteres kein
       verlässlicher Handelspartner und Absatzmarkt mehr“, erklärte Dullien.
       „Selbst gerade geschlossene Vereinbarungen können über Nacht wieder
       hinfällig sein, wenn Donald Trump eine neue Laune bekommt.“ (afp)
       
       Arbeitgeberpräsident warnt wegen Grönland vor Eskalation mit USA
       
       Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor einer Eskalation im
       Grönland-Konflikt zwischen den USA und Europa. „Wir sind sehr an einer
       konfliktfreien Lösung interessiert“, sagte Dulger am Montagabend vor
       Journalisten in Berlin. „Wir hätten einen wirtschaftlichen Konflikt gerne
       vermieden.“ Dulger sagte weiter, die Bundesvereinigung der Deutschen
       Arbeitgeberverbände stehe an der Seite der Bundesregierung. Dulger sagte,
       Trump habe mit seinen Äußerungen zu Grönland auch im eigenen Land Kritik
       ausgelöst. Er verwies auch auf eine erwartete Entscheidung des Obersten
       Gerichts der USA, ob Trump hohe Einfuhrzölle gegen Dutzende Länder
       verhängen darf, ohne sich dafür die Zustimmung im US-Kongress zu holen.
       
       Sollte Trump die Zölle wirklich verhängen lassen, könnte die EU
       beispielsweise ebenfalls Sonderzölle verhängen. Im Raum stehen Extraabgaben
       auf Wareneinfuhren aus den USA im Wert von 93 Milliarden Euro, etwa
       Flugzeuge, Motorräder, Rindfleisch, Whiskey und Zitrusfrüchte. Auch andere
       wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen sind möglich – so könnten
       US-Unternehmen etwa von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen
       oder für bestimmte Produkte Ein- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen werden.
       (dpa)
       
       Trump heizt Grönland-Konflikt mit manipulierten Bildern an
       
       Vor seinem erwarteten Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat
       US-Präsident Donald Trump in der Debatte um den von Washington erhobenen
       Machtanspruch auf Grönland Öl ins Feuer gegossen. Auf seiner Plattform
       Truth Social veröffentlichte er in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit)
       provokant manipulierte Bilder, die seine Forderung unterstreichen, das
       halbautonome Territorium Dänemarks den USA einzuverleiben.
       
       Eines zeigt, wie er die US-Flagge neben einem Schild errichtet, auf dem
       „Grönland, US-Territorium, begründet 2026“ zu lesen ist. Ein weiteres Bild
       zeigt Trump im Oval Office neben einer Landkarte, auf der Kanada und
       Grönland mit der US-Flagge bedeckt sind, während europäische Staats- und
       Regierungschefs offenbar den Ausführungen des Republikaners lauschen. Zu
       erkennen sind unter anderem die italienische Ministerpräsidentin Giorgia
       Meloni, der britische Premier Keir Starmer, Macron und EU-Kommissionschefin
       Ursula von der Leyen. (ap)
       
       Trump trifft sich in Davos mit „mehreren Parteien“ zu Grönland
       
       US-Präsident Donald Trump wird nach eigenen Angaben beim
       Weltwirtschaftsforum in Davos an einem multilateralen Treffen über seine
       Pläne zur Übernahme Grönlands teilnehmen. Er habe während eines „sehr
       guten“ Telefonats mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte einem „Treffen der
       verschiedenen Parteien“ in Davos zugestimmt, schrieb Trump am Montag
       (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Trump soll am Mittwoch eine
       Rede auf dem Weltwirtschaftsforum halten. Am Montag hatte Bundeskanzler
       Friedrich Merz (CDU) gesagt, er wolle am Rande der Konferenz mit dem
       US-Präsidenten sprechen. Merz bekräftigte zudem, die EU werde nötigenfalls
       Gegenmaßnahmen ergreifen.
       
       Trump sagte seinerseits am Montag, er rechne nicht mit sehr großer
       Gegenwehr der Europäer gegen eine US-Übernahme Grönlands. „Ich glaube
       nicht, dass sie sich allzu sehr dagegen wehren werden“, sagte Trump in
       Florida vor Journalisten und fügte mit Blick auf das arktische Inselgebiet
       an: „Wir brauchen es. Sie müssen das erledigen.“ (afp)
       
       ## Von der Leyen verlangt bei Treffen mit US-Abgeordneten Achtung der
       Souveränität Grönlands
       
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bei einem Treffen mit
       US-Kongressmitgliedern am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums
       in Davos die Achtung der Souveränität Grönlands und Dänemarks verlangt.
       „Dies ist für unsere transatlantischen Beziehungen von größter Bedeutung“,
       erklärte von der Leyen nach der Zusammenkunft mit einer
       parteiübergreifenden Delegation des US-Kongresses am Montag in
       Onlinenetzwerken.
       
       Die EU sei weiterhin bereit, „eng mit den Vereinigten Staaten, der Nato und
       anderen Verbündeten sowie in enger Kooperation mit Dänemark
       zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen
       voranzubringen“. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle
       stünden „den gemeinsamen Interessen“ der EU und der USA entgegen, betonte
       die EU-Kommissionspräsidentin. (afp)
       
       Kopenhagen und Nuuk schlagen Nato-Mission für Grönland vor
       
       Dänemark und Grönland haben eine Nato-Mission für das arktische
       Autonomiegebiet vorgeschlagen. Dies sagte der dänische
       Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Montagabend im Beisein der
       grönländischen Außenministerin Vivian Motzfeldt nach einem Gespräch mit
       Nato-Generalsekretär Mark Rutte im dänischen Fernsehen. „Wir haben es
       vorgeschlagen, der Generalsekretär hat davon Kenntnis genommen und wir
       denken, wir können nun – hoffentlich – den Rahmen bestimmen, in dem das
       konkretisiert werden kann“, sagte Poulsen. (afp)
       
       20 Jan 2026
       
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