# taz.de -- Mehr als 50 Verletzte: Ganz Berlin (plus Schalke) hasst die Polizei
       
       > Bei einem Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga am Samstag gerieten die
       > Berliner Polizei und Hertha-Ultras aneinander. Hertha stellt sich hinter
       > die Fans.
       
 (IMG) Bild: Die Reihen lichten sich: trauriges Bild von der Hertha-Kurve am Samstagabend
       
       Wer von der traditionellen Rivalität zwischen beiden blau-weißen Vereinen
       weiß, der wird sich schon arg gewundert haben ob der Ereignisse am
       Samstagabend. Da lieferten sich Heim-Fans der blau-weißen Hertha vor dem
       Spiel Scharmützel mit der Polizei, und kurz darauf solidarisierten sich die
       Gäste-Fans von Schalke 04 mit den Anhängern des Hauptstadtklubs. Mehr als
       50 Verletzte und mehrere Festnahmen standen am Ende zu Buche.
       
       Aber das sollte noch nicht alles sein. Es schien, dass sich auch die Teams
       von den Umständen anstecken ließen und das Fußballspielen weitgehend
       einstellten, jedenfalls vom fußballästhetischen Standpunkt aus betrachtet.
       Nach 16 Spielminuten räumten die Hertha-Fans zum Großteil die Kurve, auch
       am anderen Ende des weiten Runds wurde der Support eingestellt. Heraus kam
       ein etwas trauriges 0:0 zwischen dem Herausforderer aus Berlin und dem
       Tabellenführer aus dem Ruhrgebiet.
       
       Aber auch das war es noch nicht. Denn über die Ursachen der Scharmützel
       waren sich die beteiligten Seiten auch uneins. Die Polizei beklagte massive
       Fangewalt. Die Hertha-Fanhilfe sprach von einem überharten Polizeieinsatz.
       Der Präsident der Hertha kündigte an, [1][auf breiter Ebene Gespräche zu
       suchen].
       
       ## Hausdurchsuchungen vor Ausschreitungen
       
       Nun kann man sich durchaus vorstellen, dass beide Seiten – hier wütende
       Ultras, dort eine gewaltbereite Polizei – sich im Zweifel nichts schenken.
       Aber was führte zu dem Exzess? [2][Laut dem Berliner Boulevardblatt B.Z.]
       gibt es eine brisante Vorgeschichte: Es soll Hausdurchsuchungen durch
       bewaffnete und vermummte Polizisten gegeben haben, Anlass eher
       „unverhältnismäßig (wegen Graffiti)“.
       
       Nun lässt sich die Ultra-Szene höchst ungern traktieren, im Gegenteil
       versucht sie auch in aller Öffentlichkeit, ihre Souveränität zu betonen –
       Stichwort Pyrotechnik und Widerstand gegen die Innenministerkonferenz. Dass
       [3][Gräben zwischen den sonst so verfeindeten Fangruppen] zugeschüttet
       werden, wenn es gegen die Polizei geht, sollte allerdings besonders
       letzterer zu denken geben. Ansonsten werden die Räuber-und-Gendarm-Spiele
       noch weitere unnötige Runden drehen.
       
       18 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/gewalt-in-berlin-bei-hertha-bsc-gegen-schalke-04-aufarbeitung-angekuendigt-accg-200449410.html
 (DIR) [2] https://www.bz-berlin.de/berlin-sport/hertha-bsc/krawall-vorgeschichte
 (DIR) [3] https://www.n-tv.de/sport/fussball/Was-ueber-die-gewalttaetigen-Vorfaelle-in-Berlin-bekannt-ist-id30253600.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) René Hamann
       
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