# taz.de -- Polizei-Einsatz gegen Hertha-Fans: Deeskalation nicht erwünscht
       
       > Im Olympiastadion kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Herthas
       > Fanhilfe beklagt, die Polizei habe provoziert und eskaliert, die
       > Verantwortung trage Berlins Innensenatorin Spranger.
       
 (IMG) Bild: Drohneneinsatz über dem Berliner Olympiastadion
       
       Nach den heftigen Zusammenstößen zwischen Hertha-Fans und Polizei beim
       Zweitliga-Topspiel gegen Schalke 04 am Samstag im Berliner Olympiastadion
       erhebt die Fanhilfe von Hertha BSC schwere Vorwürfe gegen die Polizei und
       Berliner Politik. Von „massiver Polizeigewalt“ auf Hertha-Fans ist in einer
       Presseerklärung die Rede. Und von einem [1][traurigen Höhepunkt] einer
       Eskalations- und Provokationsspirale der Polizei, die seit etwa einem
       halben Jahr „durchgedrückt“ werde.
       
       Vor dem [2][0:0 der Berliner] gegen den Tabellenführer aus dem Ruhrpott war
       es am Samstag beim Einlass der Heimfans in das Olympiastadion zu
       gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben
       der Polizei waren dabei 31 Fans und 21 Polizisten dabei verletzt worden.
       
       Die Fanhilfe von Hertha BSC beschreibt den Ablauf so: Schon am Eingang habe
       sich die Polizei „erneut“ nicht an Absprachen mit dem Verein gehalten und
       die anwesenden Fans provoziert. Bereits dort sei eine Festnahme ohne
       ersichtlichen Grund erfolgt. Die „Provokationen der Hundertschaften“ hätten
       sich anschließend in den Eingang zur Kurve verlagert. „Gegen die im
       Vorbereich wartenden Fans wurde anlasslos massive Gewalt ausgeübt, samt
       großflächigem Einsatz von Pfefferspray.“
       
       Mindestens 30 verletzte Fans hätten sich anschließend von den Sanitätern
       behandeln lassen müssen. Weitere Fans seien „direkt durch Polizeigewalt
       schwerst verletzt“ worden und hätten in die Notaufnahme gebracht werden
       müssen. Zu rechnen sei mit zahlreichen weiteren Verletzten, die sich in
       medizinische Behandlung begeben mussten oder durch Pfefferspray verletzt
       worden seien, so die Fanhilfe.
       
       ## Fanhilfe macht Iris Spranger verantwortlich
       
       Ganz anders beschrieb die Polizei den Vorgang am Samstag auf X: Am Eingang
       zur Ostkurve hätten vermummte Fans Einsatzkräfte mit Absperrgittern,
       Sitzbänken, herausgerissenen Mülleimern und anderen Dingen randaliert,
       teilte ein Polizeisprecher mit. Zum Schutz der eingesetzten Beamten und der
       unbeteiligten Zuschauer sei es notwendig gewesen, Pfefferspray gegen
       größere Fangruppen einzusetzen.
       
       Nach Angaben der Fanhilfe haben Vertreter des Vereins in den vergangenen
       Monaten immer wieder im Dialog mit der Polizei versucht, eine Deeskalation
       herbeizuführen. Die Ereignisse von Samstag zeigten indes, dass dieser von
       der Einsatzleitung und der verantwortlichen [3][Innensenatorin Iris
       Spranger (SPD)] „ganz offensichtlich“ nicht gewünscht sei. Spranger sei
       somit „direkt verantwortlich“ für jede Person, die am Samstag verletzt
       worden sei. Dem Vernehmen nach war Spranger bei dem Spiel im Stadion
       anwesend.
       
       Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich kündigte nach dem Spiel eine intensive
       Aufarbeitung der Vorfälle an. „Dieses Spiel hätte einen Support verdient.
       Wir werden die Faktenlage zusammentragen und dann anständige Antworten
       geben und uns auch dementsprechend positionieren“, so Görlich. Beide
       Fanszenen hatten nach den Ausschreitungen auf ihre Unterstützung
       verzichtet, die Hertha-Ultras ihre Kurve verlassen.
       
       Die Konfrontation ist der Höhepunkt einer seit dem Risikospiel gegen Dynamo
       Dresden Anfang November aufgeladenen Stimmung. Aus Polizeikreisen
       verlautete, dass man selbst von der Problematik überrascht sei, da es lange
       keine Schwierigkeiten mit der Berliner Fanszene gegeben habe.
       
       18 Jan 2026
       
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