# taz.de -- Weg zur Energiewende: Batterien reichen nicht, wir brauchen Speichergase
> Die Batteriespeicherkapazitäten haben sich verfünffacht. Doch für eine
> echte Energiewende führt kein Weg am Wasserstoff vorbei – und da hapert
> es.
(IMG) Bild: Eine Batteriespeicherstation für Windenergie in Schleswig-Holstein
Deutschlands [1][Energiewende] braucht dringend Stromspeicher. Insofern ist
es eine positive Entwicklung, dass die Kapazitäten an Batteriespeichern in
den vergangenen Jahren [2][deutlich ausgebaut wurden]. Gleichwohl sollte
man diese Entwicklung nicht allzu euphorisch als Indiz einer sachgerechten
Energiewende sehen, zumal die Zubauzahlen zuletzt sogar stagnierten.
Denn auch wenn die Batterielobby einen anderen Eindruck zu erwecken
versucht: Mit Batteriespeichern alleine wird sich eine gesamte
Volkswirtschaft nicht auf erneuerbare Energien umstellen lassen. Das zeigt
schon ein einfaches Rechenbeispiel: Selbst wenn die Ziele der Branche für
2030 erreicht würden – Batteriekapazitäten von 100 Gigawattstunden –,
könnte diese Menge an einem kalten Wintertag den Strombedarf in Deutschland
nur für eine gute Stunde decken.
Eine Dunkelflaute, also Tage und Wochen ohne Wind und nennenswert
Sonnenschein, ist mit Batterien nicht zu überbrücken. Batterien können
alleine dem kurzfristigen Ausgleich dienen – etwa indem sie Mittagssonne
für den Abend speichern, oder im Netz bei kurzfristigen Schwankungen die
Last stabilisieren.
Doch die Energiewende braucht, wenn sie gelingen soll, auch saisonale
Stromspeicher. Solche, die im Sommer mit Solarstrom gefüllt und im Winter
entladen werden. Das kann aus heutiger Sicht nur durch die Herstellung von
Speichergasen wie Wasserstoff gelingen.
Die Politik weiß das grundsätzlich und verfasste bereits im Jahr 2020 eine
Wasserstoffstrategie. Doch nun, da diese durch den Bau der ersten
Elektrolyseure umgesetzt wird, scheint bereits in Vergessenheit geraten zu
sein, warum man die Sache mit dem Wasserstoff überhaupt macht – wie gesagt,
um die Stromüberschüsse aus Photovoltaik und Windkraft zu speichern. Doch
Elektrolyseure entstehen derzeit nicht dort, wo häufig Strom im Überfluss
vorhanden ist, sondern dort, wo gerade die Fördergelder hinfallen – zum
Beispiel auch im Stromimportgebiet Süddeutschland. So offenbart der Ausbau
von Speicherressourcen in Deutschland [3][eine beängstigende
Konzeptlosigkeit.]
14 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Bernward Janzing
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