# taz.de -- Das IOC und Trump: Vor dem Despoten in den Goldstaub schmeißen
> Nicht nur die Fifa, auch Kirsty Coventry und ihr IOC geben sich demütig
> gegenüber Donald Trump. In politische Dinge könne man sich nicht
> einmischen.
(IMG) Bild: Herz und Arme weit offen für Donald Trump: IOC-Präsidentin Kirsty Coventry
Erst kommt dieses Jahr [1][die Fußball-WM in die USA] und zwei Jahre später
die Olympischen Spiele. Die Frage liegt nahe, wie IOC-Chefin Kirsty
Coventry die Faschisierung der USA durch Trump beurteilt; und auch, was sie
[2][zur Katzbuckelei ihres Fifa-Kollegen] Gianni Infantino zu sagen hat.
Die Antwort ist schnell erzählt: Nichts. Mit dem Weißen Haus gebe es „keine
formale Kommunikation“ über Venezuela oder Grönland, sagt Coventry. Und was
Gianni Infantino anbelangt: „Er hat ja in ein paar Monaten seine
Weltmeisterschaft. Da wäre ich überrascht, wenn es keine gute Beziehung
geben würde.“ Dazu erstens: „seine Weltmeisterschaft“? Ist das jetzt so
eine private Partyveranstaltung von so ein paar Scheckheftwedlern und ihrer
Claqueure?
Zweitens: „gute Beziehung“? Was soll man sich darunter vorstellen? Gianni
Infantino könnte nur dann noch unterwürfiger sein, wenn er auf einer eigens
dafür inszenierten Pressekonferenz im Blitzlichtgewitter an einem von
Trumps alten Hausschuhen lecken würde. [3][Er hat einen extra Friedenspreis
erfunden], um diesem selbstbesoffenen alten Mann das Ego zu pudern.
Da Trump jedes Mal ausflippt, wenn auf Fotos seine Hände zu klein aussehen,
ist davon auszugehen, dass die Trophäe derart entworfen wurde, dass Trumps
Fingerchen wirken wie von Michelangelo geformt. Noch 2025 sagte Infantino,
dass Trump den amerikanischen Traum Wirklichkeit werden lasse und dass
dieser Traum nicht nur für Amerikaner*innen unerlässlich sei, sondern
für alle Menschen. Seit Trump [4][diesen Traum nach Venezuela gebracht
hat], nach Portland, nach Michigan, ihn nach Grönland zu bringen droht,
sagt Gianni Infantino was genau?
## „Nicht einmischen“
Er sagt nichts. Dafür wird ihm aber sicher [5][Kirsty Coventry] aus der
Seele sprechen, wenn sie verlautbaren lässt, das IOC könne sich gar nicht
„direkt in politische Angelegenheiten oder Konflikte zwischen Ländern
einmischen, da diese nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen“.
Natürlich, es geht nur um die Spiele. Und was das anbelangt, laufe in den
USA „alles in die richtige Richtung“.
IOC und Fifa haben sich schon in der Vergangenheit einen Wettbewerb darum
geliefert, wer sich am demütigsten vor irgendwelchen Despoten in den
Goldstaub schmeißen kann. Denkbar, dass Trump auf die Idee kommt, er sei ja
der größte Athlet aller Zeiten, und dass er deswegen bei der Eröffnung der
Spiele in Los Angeles das Feuer entfachen darf. Wahrscheinlich werden sie
ihm zu dem Anlass eine extrakleine Fackel anfertigten, damit auch dann
seine Hände glorious aussehen.
25 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Frédéric Valin
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