# taz.de -- Reform der Schuldenbremse: Keine Ausnahme für Kriegskredite
> Der Staat belebt mit kreditfinanzierten Investitionen die Konjunktur.
> Schuldenbremsen-Ausnahmen fürs Militär bergen laut einer Studie aber
> Risiken.
(IMG) Bild: Rüstungsgüter können außerhalb der Schuldenregeln eingekauft werden – ist das eine gute Idee?
Die dauerhafte Ausnahme für Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse
droht zu einer öffentlichen Schuldenfalle zu werden. „Mit der
Bereichsausnahme Verteidigung ist die Schuldenbremse im Grundgesetz alleine
nicht mehr in der Lage, Schuldentragfähigkeit für Deutschland zu
gewährleisten“, warnt der Direktor des Instituts für Makroökonomie und
Konjunkturforschung (IMK), [1][Sebastian Dullien].
Diese Ausnahme sieht vor, dass Kriegsausgaben ab 1 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit Krediten finanziert werden dürfen. Dies
könnte zu einem Anstieg der öffentlichen Schulden auf bis zu 100 Prozent
der deutschen Wirtschaftsleistung führen, wie das IMK in einer am Montag
veröffentlichten Studie berechnete.
Dabei sind Dullien und seine Forschenden keine Gegner*innen lockerer
Schuldenregeln. Ganz im Gegenteil: Seit Jahren spricht sich das IMK für
eine Reform der Schuldenbremse aus, um mehr finanziellen Spielraum für
Investitionen in öffentliche Struktur und Transformation zu schaffen.
Dem Anfang 2025 geschaffenen 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen
für Investitionen und Klimaschutz bescheinigt das IMK auch einen positiven
Beitrag zur [2][Konjunkturbelebung]. Fließen diese Mittel komplett in
zusätzliche Investitionen, könnte dies die Wirtschaftsleistung um 1,4
Prozent steigen lassen. Berücksichtigt man die Inflation, ist das
Sondervermögen im Verhältnis zum Investitionsbedarf laut IMK sogar zu
gering.
Bleibt die Schuldenbremse-Ausnahme fürs Militär dauerhaft bestehen, habe
das zwar „auch kurzfristig positive Auswirkungen auf das BIP“, so das IMK.
„Längerfristig verschlechtert sich aber die finanzielle Lage für den
deutschen Fiskus erheblich.“ Gleichzeitig würden steigende Zinsen private
Investitionen unattraktiver machen. So würde die Ausnahme auch für das
Wirtschaftswachtum eine Gefahr darstellen. Das IMK rät deshalb,
[3][Militärausgaben] verstärkt via Steuern zu finanzieren, etwa in Form
einer zweckgebundenen einmaligen Sonderabgabe auf sehr große Vermögen.
5 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
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