# taz.de -- Lateinamerika nach US-Militäraktion: Lula warnt, Milei jubelt
       
       > Die einen jubeln, die anderen verurteilen. Die Reaktionen zeigen, wie
       > zerklüftet Südamerika im Umgang mit dem Maduro-Regime ist.
       
 (IMG) Bild: „Danke, Chile, wir werden bald gehen“: Venezolaner in Chile feiern, nachdem die USA Nicolas Maduro und seine Frau verhaftet haben
       
       „Die Bombenangriffe auf venezolanischem Territorium und die Festnahme Ihres
       Präsidenten überschreiten eine inakzeptable Grenze. Sie stellen eine sehr
       ernste Herausforderung für die Souveränität Venezuelas und einen äußerst
       gefährlichen Präzedenzfall für die gesamte internationale Gemeinschaft
       dar“, kommentierte der brasilianische Präsident Lula da Silva die
       US-Militäraktion am frühen Samstagmorgen. „Brasilien verurteilt diese
       Aktion und setzt sich weiterhin für die Förderung des Friedens durch Dialog
       und Zusammenarbeit ein“, schrieb Lula auf der digitalen Plattform
       X.Angriffe auf Länder, die in eklatanter Verletzung des Völkerrechts
       erfolgen, seien der erste Schritt in eine Welt voller Gewalt, Chaos und
       Instabilität, fügte er hinzu.
       
       Ganz anders reagierte sein Amtskollege in Buenos Aires. „DIE FREIHEIT
       SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL“, begrüßte der
       argentinische Präsident Javier Milei mit fetten Großbuchstaben die
       US-Militäraktion auf X. Dazu postete er einen Videoclip, der den Teil
       seiner Rede beim Mercosur-Gipfeltreffen am 20. Dezember zeigt, der sich
       gegen das Regime in Venezuela richtete. „Die grausame und unmenschliche
       Diktatur des Drogenhändlers und Terroristen Nicolás Maduro wirft einen
       dunklen Schatten auf unsere Region“, sagt Milei in dem kurzen
       Video.Garniert ist das Ganze mit kurzen Einsprengseln, die den
       brasilianischen Präsidenten Lula mit ernster Miene zeigen. Der Clip endet
       schließlich mit einem Foto auf dem Lula Maduro umarmt.
       
       [1][Schon bei dem Gipfeltreffen der südamerikanischen
       Wirtschaftsgemeinschaft] war die Polarisierung Südamerikas in Bezug
       Venezuela deutlich geworden. Eine Erklärung, in der das Maduro-Regime
       aufgefordert wurde, die demokratische Ordnung wiederherzustellen und die
       Menschenrechte zu achten, wurde von den Präsidenten Argentiniens,
       Paraguays, Panamas, Boliviens, Ecuadors und Perus unterzeichnet. Brasilien
       und Uruguay lehnten sie ab.
       
       Und so reagierte der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa wie erwartet.
       „Die Zeit wird für alle kriminellen Narco-Chavisten kommen. Ihre Strukturen
       werden auf dem gesamten Kontinent endgültig zusammenbrechen. An María
       Corina Machado, Edmundo González und das venezolanische Volk: Es ist Zeit,
       euer Land zurückzuerobern. Ihr habt in Ecuador einen Verbündeten“, schrieb
       Noboa auf X.
       
       ## Mileis Jubel blieb in Argentinien nicht unwidersprochen
       
       Kritische Worte kamen von der gemäßigt linken Regierung in Uruguay.
       „Uruguay lehnt wie immer militärische Interventionen eines Landes auf dem
       Territorium eines anderen Landes ab und bekräftigt die Bedeutung der
       Einhaltung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen“, heißt
       es in einer Erklärung des Außenministeriums in Montevideo. Ähnlich äußerte
       sich auch Chiles linker Präsident Gabriel Boric, obgleich er seit jeher ein
       scharfer Kritiker des Maduro-Regimes ist. „Als chilenische Regierung
       bringen wir unsere Besorgnis und Verurteilung der militärischen Aktionen
       der Vereinigten Staaten in Venezuela zum Ausdruck“, schrieb Boric auf X. Er
       forderte „die Krise in Venezuela muss durch Dialog und die Unterstützung
       des Multilateralismus gelöst werden, nicht durch Gewalt oder ausländische
       Einmischung.“
       
       Allerdings blieb Mileis Jubel auch in Argentinien nicht unwidersprochen.
       „Wir können nicht akzeptieren, dass der Präsident im Namen unseres Landes
       Bombenangriffe und die Entführung eines Präsidenten irgendwo auf der Welt
       gutheißt“, sagte die peronistische Kongressabgeordnete Victoria Tolosa Paz.
       Javier Milei habe sich damit endgültig [2][als absoluter Lakai Trumps]
       erwiesen, so die Kongressabgeordnete.
       
       Argentinien hatte Maduros umstrittene Wiederwahl 2024 wegen des
       offensichtlichen Wahlbetrugs nicht anerkannt, woraufhin das Regime in
       Caracas die ultimative Ausreise aller Mitarbeiter der argentinischen
       Botschaft in Caracas forderte. Damals blieben sechs venezolanische
       Asylbewerber*innen allein zurück, die im Botschaftsgebäude Zuflucht
       gesucht hatten. Sie waren im Mai letzten Jahres in einer [3][geheimen
       US-Operation] aus dem Land gebracht worden.
       
       3 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mercosur-Gipfel/!6140424
 (DIR) [2] /Argentinien-am-US-Tropf/!6119087
 (DIR) [3] /Spannungen-Venezuela-und-Argentinien/!6086710
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jürgen Vogt
       
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