# taz.de -- +++Angriffe auf Venezuela+++: UNO: Militäreinsatz hat Völkerrecht untergraben
       
       > Russland, China und Venezuela forderten im UN-Sicherheitsrat die
       > Freilassung Maduros. Die venezolanische Vizepräsidentin ist als
       > Präsidentin vereidigt worden.
       
 (IMG) Bild: Geteilte Reaktionen: vor dem Bundesgericht in Manhattan jubeln Menschen für Trump
       
       In der Nacht auf Samstag griffen die USA eine Reihe von Zielen in Venezuela
       an, nahmen Staatschef Nicolás Maduro gefangen und brachten ihn außer
       Landes. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht
       werden. Am Montag beriet der UN-Sicherheitsrat in einer
       Dringlichkeitssitzung über den US-Militäreinsatz in Venezuela. Russland,
       China und Venezuela forderten die Freilassung Maduros. Maduro erschien am
       Montag zu seiner ersten Anhörung vor Gericht und beteuerte seine Unschuld.
       Eine weitere Anhörung soll im März stattfinden. 
       
       UNO: US-Militäreinsatz in Venezuela hat Völkerrecht untergraben 
       
       12.15 Uhr: Die UNO hat den US-Militäreinsatz in Venezuela kritisiert und
       gewarnt, er habe eindeutig „ein grundlegendes Prinzip des Völkerrechts
       untergraben“. Staaten dürften „Gewalt gegen die territoriale Integrität
       oder politische Unabhängigkeit anderer Staaten nicht androhen oder
       einsetzen“, sagte die Sprecherin der UN-Menschenrechtskommission, Ravina
       Shamdasani, am Dienstag vor Journalisten in Genf.
       
       Die USA hatten in der Nacht zum Samstag einen Militäreinsatz gegen
       Venezuela ausgeführt und Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia
       Flores gefangen genommen. Dem linksgerichteten langjährigen Staatschef soll
       in den USA wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.
       
       Shamdasani wies die Begründung Washingtons für den Einsatz mit den
       „langjährigen und abstoßenden Menschenrechtsverletzungen“ der
       venezolanischen Regierung zurück. „Rechenschaft für
       Menschenrechtsverletzungen kann nicht durch einseitige militärische
       Interventionen unter Verletzung des Völkerrechts erreicht werden“, betonte
       die Sprecherin.
       
       Die UN-Menschenrechtskommission habe ein Jahrzehnt lang über „die
       fortlaufende Verschlechterung der Situation in Venezuela“ berichtet,
       erklärte Shamdasani. „Wir fürchten, dass die derzeitige Instabilität und
       weitere Militarisierung in dem Land in Folge des US-Militäreinsatzes die
       Situation nur verschlechtern wird“, sagte sie. (afp)
       
       ## Trump-Regierung erwägt Wiedereröffnung von Botschaft in Venezuela
       
       06.58 Uhr: Die US-Regierung denkt nach dem Sturz des venezolanischen
       Staatschefs Nicolás Maduro über eine Wiedereröffnung der Botschaft in
       Caracas nach. Es seien bereits erste Vorbereitungen angelaufen – für den
       Fall, dass Präsident Donald Trump beschließe, wieder US-Diplomaten in das
       Land zu entsenden, sagte eine Quelle im Außenministerium in Washington.
       
       Bisher sei aber noch keine Entscheidung gefallen, den Betrieb in der
       Vertretung wieder aufzunehmen. Die Einrichtung war 2019 in der ersten
       Amtszeit Trumps geschlossen worden. Die Wiedereröffnung einer Botschaft
       erfordert umfangreiche logistische, sicherheitstechnische und personelle
       Vorbereitungen, deren Umsetzung Monate dauern kann. (ap)
       
       ## UN: Fast acht Millionen Venezolaner benötigen Hilfe
       
       05.54 Uhr: Im Zuge des US-Angriffs auf Venezuela haben die Vereinten
       Nationen auf den enormen Bedarf an humanitärer Hilfe in dem
       südamerikanischen Land aufmerksam gemacht. Die Bevölkerung leide seit
       Jahren unter einer komplexen Wirtschaftskrise. Und fast acht Millionen
       Venezolaner – rund ein Viertel der Bevölkerung – seien dringend auf Hilfe
       angewiesen, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Die Organisation versorge
       bedürftige Venezolaner weiterhin mit Lebensmitteln, medizinischer Hilfe und
       anderen Leistungen, benötige dafür jedoch rasch zusätzliche Unterstützung,
       erklärte Dujarric.
       
       Die verfügbaren Mittel sind den Angaben zufolge knapp: Im vergangenen Jahr
       hätten die UN ihre Mitgliedstaaten um 606 Millionen Dollar für humanitäre
       Hilfe für Venezuela gebeten, jedoch nur etwa 102 Millionen erhalten. (ap)
       
       ## US-Präsident Trump vorerst gegen Neuwahlen in Venezuela
       
       05.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich gegen Neuwahlen in Venezuela
       im nächsten Monat ausgesprochen. „Wir müssen zuerst das Land in Ordnung
       bringen“, sagte er in einem am Montag ausgestrahlten Interview mit NBC
       News. „Man kann keine Wahlen abhalten. Die Menschen können unmöglich wählen
       gehen“, fuhr er fort.
       
       Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte hingegen,
       er finde, dass bald Wahlen in Venezuela stattfinden sollten. Manche Dinge
       müssten noch geklärt werden, aber die Wahlen sollten bald stattfinden. „Und
       ich denke, das wird auch notwendig sein, damit ihre Wirtschaft stabil
       bleibt und das Land stabil bleibt“, sagte er. (ap)
       
       ## Polizei gibt Warnschüsse in der Nähe von Präsidentenpalast in Venezuela
       ab
       
       03.57 Uhr: Die Polizei in Venezuela hat „zur Abschreckung“ auf Drohnen über
       dem Präsidentenpalast in Caracas geschossen. „Was im Zentrum von Caracas
       passiert ist, ist auf Drohnen zurückzuführen, die ohne Genehmigung über das
       Gebiet geflogen sind“, zitierten Medien am Montag (Ortszeit) eine
       offizielle Quelle. „Die Polizei hat zur Abschreckung geschossen.“
       Zahlreiche Anwohner hatten zuvor von Schüssen gesprochen. Aus der Regierung
       nahestehenden Kreisen hieß es, die Lage sei unter Kontrolle. Der Vorfall
       ereignete sich etwas mehr als zwei Tage nach der Gefangennahme des
       venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA.
       
       Die Schüsse fielen den Augenzeugenberichten zufolge gegen 20.00 Uhr
       (Ortszeit, 01.00 Uhr MEZ). Sie seien nicht so laut gewesen wie bei dem
       Angriff am Samstag, bei dem Maduro gefangen genommen wurde, sagte ein
       Anwohner, der fünf Blocks vom Palast entfernt wohnt, der Nachrichtenagentur
       AFP. Wenige Stunden zuvor am Montag war Delcy Rodríguez als
       Übergangspräsidentin Venezuelas vereidigt worden. (ap)
       
       ## Tausende Demonstranten in Venezuelas Hauptstadt fordern Maduros
       Freilassung
       
       21.47 Uhr: Zwei Tage nach der Entmachtung und Gefangennahme des
       venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA haben tausende
       Anhänger des langjährigen Staatschefs dessen Freilassung gefordert. Die
       Demonstranten versammelten sich am Montag während der Vereidigung von
       Interimspräsidentin Delcy Rodríguez vor dem Parlament in der Hauptstadt
       Caracas, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Zu der
       Kundgebung hatte die Regierung aufgerufen.
       
       Maduros Sohn, der Abgeordnete Nicolás Maduro Guerra, hielt eine Rede vor
       den Demonstranten. Er stehe mit seinem in New York inhaftierten Vater über
       einen „indirekten“ Kommunikationskanal in Kontakt, sagte er. Mehr könne er
       nicht dazu sagen.
       
       Die US-Regierung erklärte sich grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der
       langjährigen Maduro-Vertrauten Rodríguez bereit. US-Präsident Donald Trump
       drohte ihr aber zugleich massiv für den Fall, dass sie „nicht das Richtige
       tut“. Er verlangte von Rodríguez „totalen Zugang“, unter anderem zum Erdöl
       des Landes.
       
       Am späten Sonntagabend zeigte Rodríguez erstmals die Bereitschaft zur
       Kooperation mit Washington. Nach ihrer ersten Kabinettssitzung rief sie die
       USA auf, „gemeinsam an einem Programm für die Zusammenarbeit zu arbeiten“.
       (afp)
       
       Kritik im UN-Sicherheitsrat an Maduros Gefangennahme
       
       20.58 Uhr: Venezuela, Russland und China haben die Freilassung des von
       US-Streitkräften gefangengenommenen venezolanischen Staatschefs Nicolás
       Maduro und dessen Ehefrau gefordert. Nach dem US-Angriff auf das
       südamerikanische Land am Wochenende kritisierten die UN-Botschafter der
       Staaten in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates das aggressive Vorgehen
       der USA, das sie als völkerrechtswidrig einstuften.
       
       Die Regierung in Caracas hatte die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats mit
       Unterstützung Chinas und Russlands beantragt. Zur Begründung hieß es, die
       Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den
       Frieden in der Region und der ganzen Welt.
       
       Der russische UN-Botschafter bezeichnete das Vorgehen der USA als „Vorbote
       einer Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch
       Gewalt, Chaos und Willkür“ aus machtpolitischen und wirtschaftlichen
       Gründen. China kritisierte: „Kein Land kann als Weltpolizei agieren, und
       kein Staat kann sich anmaßen, der internationale Richter zu sein“.
       Militärische Mittel seien keine „Lösung von Problemen“, hieß es. Der
       willkürliche Einsatz von Gewalt werde zu einer größeren Krise führen.
       Ähnlich äußerten sich Kuba, Iran, Bewegung der Blockfreien (über Uganda)
       und Kolumbien:
       
       Sie alle werteten das US-Vorgehen als klare Verletzung der UN-Charta,
       insbesondere des Gewaltverbots. Darin wird die territoriale Integrität
       eines Landes sowie seine politische Unabhängigkeit garantiert. Maduro gilt
       ihnen als legitimer Präsident; seine Gefangennahme wird als „Entführung“
       gewertet; die Immunität amtierender Staatsoberhäupter sei verletzt worden.
       Die Staaten warnten vor einem gefährlichen Präzedenzfall für die
       internationale Ordnung und forderten die sofortige Freilassung Maduros und
       dessen Ehefrau.
       
       Unter anderem das Vereinigte Königreich, EU-nahe Staaten, Panama und Chile
       erklärten, weder Maduro als Präsident sei legitim, noch der US-Angriff auf
       Venezuela. Sie erhoben übereinstimmend die Forderung nach einem
       friedlichen, aus der venezolanischen Gesellschaft heraus geführten Übergang
       hin zu einem demokratischen Regierungssystem.
       
       Die Vereinigten Staaten von Amerika argumentierten, Maduros Gefangennahme
       sei eine „chirurgische Strafverfolgungsmaßnahme“ gegen einen
       „Drogenterroristen“ gewesen. Maduro sei nicht das legitime Staatsoberhaupt.
       Wer ihn unter Berufung auf die UN-Charta gleichbehandle, missbrauche diese.
       Die USA verwiesen außerdem darauf, dass mehr als 50 Länder Maduros
       Wiederwahl 2024 ablehnten und ihn nicht als rechtmäßig gewählten
       Präsidenten Venezuelas anerkennen.
       
       In Dänemark und Grönland wächst derweil die Sorge davor, dass die USA das
       autonom verwaltete Gebiet in der Arktis übernehmen wollen. Das
       Nato-Mitglied Dänemark betonte, die „Unverletzlichkeit von Ländergrenzen“
       stehe nicht zur Verhandlung. „Kein Staat sollte versuchen, politische
       Ergebnisse in Venezuela durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder
       durch andere mit dem Völkerrecht unvereinbare Mittel zu beeinflussen“,
       sagte Dänemarks UN-Vertreterin Christina Markus Lassen.
       
       Grönland gehört zum Königreich Dänemark. US-Präsident Donald Trump hatte
       jüngst erneut betont, dass die Insel für Amerika von großer strategischer
       Bedeutung sei – und Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen. Für
       Regierungschefin Mette Frederiksen herrscht inzwischen kein Zweifel daran,
       dass Trump es ernst meint. Auch in anderen Staaten wie Kuba, Mexiko und
       Kolumbien wächst die Angst vor einem US-Schlag.
       
       Der Sicherheitsrat ist eines der wichtigsten Organe der Vereinten Nationen.
       Seine Aufgabe ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren. Er
       kann Wirtschafts- oder Reisebeschränkungen gegen Staaten verhängen,
       völkerrechtlich bindende Resolutionen beschließen und in extremen Fällen
       militärische Maßnahmen autorisieren – meist in Form von
       UN-Friedensmissionen.
       
       Russland, China und die USA sind neben Frankreich und Großbritannien die
       fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Diese können mit einem
       Veto jede inhaltliche Resolution blockieren, auch wenn alle anderen
       zustimmen. Dadurch ist das Handeln des Gremiums bei vielen Konflikten
       begrenzt, insbesondere wenn eines der Vetoländer selbst betroffen ist. Der
       Vorsitz des Weltsicherheitsrates wechselt monatlich, seit Jahresbeginn hat
       ihn Somalia. (dpa)
       
       Venezuelas Vizepräsidentin als amtierende Staatschefin vereidigt
       
       20.42 Uhr: Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez ist nach der
       Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch US-Truppen als
       geschäftsführende Präsidentin vereidigt worden. „Ich bin voller Trauer über
       das Leid, das dem venezolanischen Volk durch eine unrechtmäßige
       militärische Aggression gegen unser Heimatland zugefügt wurde“, sagte
       Rodríguez am Montag im Parlament. „Ich bin voller Trauer über die
       Entführung zweier Helden.“ Den Amtseid leistete sie vor ihrem Bruder,
       Parlamentspräsident Jorge Rodriguez, der kurz zuvor in seinem Amt bestätigt
       worden war.
       
       Die Regierung in Caracas bemühte sich, ihren Landsleuten und aller Welt zu
       demonstrieren, dass sie selbstbestimmt agiert und nicht unter der Kontrolle
       der Vereinigten Staaten steht. Mit der Regierungspartei verbündete
       Abgeordnete versammelten sich in der Hauptstadt Caracas, um sich für eine
       Amtszeit bis 2031 vereidigen zu lassen. Viele hielten Reden, in denen sie
       Maduros Gefangennahme durch US-Streitkräfte am Samstag verurteilten, unter
       ihnen auch Maduros Sohn Nicolás Maduro Guerra.
       
       Er forderte die Rückkehr seines Vaters und seiner Stiefmutter Cilia Flores
       in das südamerikanische Land und rief zu internationaler Unterstützung auf.
       „Dies ist kein regionales Problem. Das ist eine direkte Bedrohung für die
       globale politische Stabilität“, sagte Maduro Guerra. „Wenn wir die
       Entführung eines Staatsoberhauptes normalisieren, ist kein Land mehr
       sicher. Heute ist es Venezuela. Morgen könnte es jedes Land sein, das sich
       weigert, sich zu unterwerfen.“ (ap)
       
       ## Umfrage: Jeder dritte US-Bürger befürwortet Einsatz in Venezuela
       
       19.41 Uhr: Einer Umfrage von Reuters/Ipsos zufolge befürwortet jeder
       ⁠dritte US-Bürger – 33 Prozent – den Militäreinsatz in Venezuela. Zugleich
       äußern 72 Prozent die Sorge, die USA könnten sich zu sehr in dem
       südamerikanischen Land engagieren. Die Erhebung von Sonntag und Montag
       zeigt eine parteipolitische Spaltung: Während 65 Prozent der Republikaner
       den von Präsident Donald Trump befohlenen Einsatz unterstützen, sind es bei
       den Demokraten elf Prozent und bei den Unabhängigen 23 Prozent. In den USA
       finden Anfang November Kongresswahlen statt, bei denen Trumps Republikaner
       ihre vergleichsweise knappe Mehrheit in beiden Kammern verteidigen müssen.
       (rtr)
       
       Weitere Anhörung im März
       
       Der New Yorker Richter Alvin Hellerstein hat die nächste Anhörung im Fall
       des von den USA gefangen genommenen venezolanischen Staatschefs Nicolás
       Maduro auf den 17. März festgesetzt. (dpa)
       
       Maduro plädiert auf nicht schuldig
       
       18.40 Uhr: Der von den USA bei einem Militäreinsatz gefangen genommene
       venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat vor einem New Yorker Gericht
       seine Unschuld beteuert. Er sei „ein anständiger Mann, der Präsident meines
       Landes“, sagte der 63-Jährige zu Richter Alvin Hellerstein. Maduro wurde
       dem Gericht am Montag gegen 12 Uhr (Ortszeit) zusammen mit seiner Ehefrau
       Cilia Flores vorgeführt. Flores plädierte bei dem Gerichtstermin in
       Manhattan ebenfalls auf nicht schuldig.
       
       Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte die Gefangennahme des Paares
       und dessen Überstellung nach New York mit der US-Anklage Maduros wegen
       „Drogenterrorismus“ gerechtfertigt. Die Anhörung bildet den Auftakt einer
       rechtlichen Auseinandersetzung über die Frage, ob Maduro in den USA der
       Prozess gemacht werden darf.
       
       Maduro sagte bei dem Termin, er habe die Anklage noch nicht gelesen und sei
       auch nicht über seine Rechte informiert worden. „Ich kannte diese Rechte
       nicht“, ließ er über einen Dolmetscher mitteilen. „Euer Ehren belehren mich
       jetzt darüber.“ (dpa/afp)
       
       UN-Sicherheitsrat: Guterres mahnt Achtung der „politischen Unabhängigkeit“
       von Staaten an
       
       17.00 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat bei einer
       Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu Venezuela zur Achtung der
       „politischen Unabhängigkeit“ von Staaten aufgerufen. Angesichts der
       derzeitigen Krise sei es wichtig, die Prinzipien der „Souveränität,
       politischen Unabhängigkeit und territorialen Integrität von Staaten“ zu
       respektieren, hieß es am Montag in einer von der UN-Spitzendiplomatin
       Rosemary DiCarlo verlesenen Botschaft des Generalsekretärs.
       
       Das höchste UN-Gremium ist zu Beratungen über den US-Militäreinsatz in
       Venezuela zusammengekommen, bei dem der langjährige Staatschef Nicolás
       Maduro gefangengenommen und in die USA gebracht wurde. Die
       Dringlichkeitssitzung findet auf Bitten Venezuelas statt. (afp)
       
       ## Mexikos Präsidentin: USA erwägen nicht ernsthaft eine Invasion
       
       16.40 Uhr: Die mexikanische Präsidentin ‌Claudia Sheinbaum geht ⁠nach
       eigenen Angaben ungeachtet jüngster Aussagen ihres US-Amtskollegen Donald
       Trump nicht von einem Einmarsch der USA aus. „Ich glaube nicht, dass es
       eine Invasion geben wird“, sagte Sheinbaum am Montag. „Ich glaube nicht
       einmal, dass es etwas ist, das sie ernsthaft in Erwägung ziehen.“ Trump
       habe zwar mehrmals darauf bestanden, dass die US-Armee in Mexiko
       einmarschieren dürfe. „Wir haben sehr ⁠entschieden ‍Nein gesagt – erstens,
       weil wir unsere Souveränität verteidigen, und zweitens, weil es nicht
       notwendig ⁠ist.“ Mexiko sei ein souveränes Land, das mit den USA im Kampf
       gegen den Drogenschmuggel und in Sicherheitsfragen zusammenarbeite.
       
       Trump hatte am Wochenende einen Militäreinsatz in Mexiko zur Bekämpfung von
       Drogenkartellen angedeutet. Dem Sender Fox News sagte er, nicht Sheinbaum
       habe die Kontrolle in Mexiko, sondern die Drogenkartelle. „Sie hat große
       Angst vor den Kartellen.“ Die USA hätten mehrfach angefragt, ob Sheinbaum
       wolle, dass man diese ausschalte, aber sie habe Nein gesagt. „Also ⁠müssen
       wir bezüglich Mexiko etwas unternehmen“, sagte Trump dem Sender unter
       Verweis auf die Drogentoten in den USA. (rtr)
       
       ## Grünen-Co-Chef: US-Aktion gegen Maduro klarer Völkerrechtsbruch
       
       14.28 Uhr: Der Co-Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, hat den
       US-Militäreinsatz zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás
       Maduro als klaren Völkerrechtsbruch verurteilt. Zwar könne man Maduros
       „tyrannisches diktatorisches Regime“ verurteilen. Dies rechtfertige aber
       nicht das Vorgehen der USA, sagt Banaszak in Berlin. Zugleich warf er
       Teilen der Union und der Bundesregierung vor, mit „windelweichen
       Reaktionen“ auf den US-Militäreinsatz zu reagieren. Dies sei gefährlich und
       könne von US-Präsident Donald Trump als Einladung verstanden werden, sich
       „die nächsten Ziele herauszusuchen“. Als Konsequenz forderte Banaszak eine
       Stärkung der „europäischen Souveränität“. Europa müsse sich „selbständig
       verteidigen können“, die Rüstungskooperation ausbauen und unabhängiger
       werden bei Zukunftstechnologien sowie der Energieversorgung. (rtr)
       
       Maduro bei New Yorker Gericht angekommen
       
       14.20 Uhr: Der von den USA gefangen genommene venezolanische Staatschef
       Nicolás Maduro ist bei einem New Yorker Bundesgericht angekommen. Um 12.00
       Uhr (Ortszeit, 18.00 Uhr MEZ) soll er dort erstmals zu einem Termin
       erscheinen.
       
       Auf Videoaufnahmen, die vom US-Sender CNN übertragen wurden, war zu sehen,
       dass für seinen Transport neben einem gepanzerten Fahrzeug auch ein
       Helikopter benutzt wurde. Maduro wurde unter anderem von Beamten der
       US-Drogenpolizei DEA begleitet.
       
       Der 63 Jahre alte Maduro und seine Ehefrau waren in der Nacht zum Samstag
       vom US-Militär in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen
       und außer Landes gebracht worden. Am Wochenende kam er in einer Haftanstalt
       in New York an.
       
       Die USA haben ihn unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“
       angeklagt. Er soll aus Sicht der Vereinigten Staaten sein illegal erlangtes
       Amt dafür genutzt haben, damit Tausende Tonnen Kokain in die USA
       transportiert werden konnten. Maduro habe selbst für sich daraus Vorteile
       gezogen. Er soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben.
       
       Mitangeklagt sind auch seine Ehefrau und sein Sohn. Zudem richten sich die
       Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister
       von Venezuela. (dpa)
       
       ## EU: Oppositionsführerin Machado muss Teil des Übergangs in Venezuela
       sein
       
       13.26 Uhr: Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás
       Maduro durch die USA hat die EU eine Einbindung der Oppositionsführerin
       María Corina Machado in den Übergangsprozess gefordert. „Bei den nächsten
       Schritten geht es um den Dialog hin zu einem demokratischen Übergang, der
       Edmundo González und María Corina Machado miteinbeziehen muss“, sagte
       Kommissionssprecherin Anitta Hipper am Montag in Brüssel. Die Ereignisse
       vom Wochenende böten „die Gelegenheit für einen demokratischen Übergang,
       angeführt vom venezolanischen Volk“, fügte Sprecherin Paula Pinho hinzu.
       
       Maduro und seine Frau Cilia Flores waren in der Nacht zu Samstag von
       US-Elitesoldaten in Caracas gefangen genommen und außer Landes gebracht
       worden. Dem langjährigen Staatschef soll in New York wegen „Verschwörung
       zum Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.
       Friedensnobelpreisträgerin Machado hatte danach von einer „Stunde der
       Freiheit“ gesprochen und gefordert, den Oppositionspolitiker Edmundo
       González Urrutia umgehend zum Staatschef zu machen.
       
       González Urrutia war bei der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 gegen Maduro
       angetreten und hatte den Sieg für sich beansprucht. Von den Behörden war
       jedoch Maduro zum Sieger erklärt worden, die Opposition sprach von
       Wahlbetrug. In der Folge kam es zu gewaltsamen Protesten mit 28 Toten und
       mehr als 2.400 Festnahmen, González Urrutia floh nach Spanien ins Exil.
       Machado lebt seit zweieinhalb Jahren in Venezuela im Untergrund.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag eine Spitzenposition für Machado
       im künftigen Venezuela ausgeschlossen. „Sie hat nicht die Unterstützung und
       den Respekt im Land“, sagte Trump. (afp)
       
       ## Starmer äußert sich zurückhaltend zu US-Intervention in Venezuela
       
       13.02 Uhr: Der britische Premierminister Keir Starmer hält sich mit einer
       Bewertung der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro
       durch die USA zurück. Es sei Sache der Vereinigten Staaten, ihr Vorgehen zu
       rechtfertigen, sagt Starmer vor Journalisten. Die Lage sei „nicht einfach“.
       Das Völkerrecht sei der Maßstab, an dem die Handlungen von Regierungen
       gemessen würden. Starmer betont, das Ziel Großbritanniens sei weiterhin ein
       friedlicher Übergang zur Demokratie in Venezuela. (rtr)
       
       ## Wadephul: Bei US-Vorgehen in Venezuela größeres Bild sehen
       
       13.23 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat den Eindruck zurückgewiesen,
       die Bundesregierung weiche harter Kritik am Vorgehen von US-Präsident
       Donald Trump in Venezuela aus, um den wichtigsten Partner bei den
       Ukraine-Verhandlungen nicht zu verärgern. „Wir weichen hier keinem Aspekt
       aus, aber ich muss eben auch darauf hinweisen, dass wir ein größeres Bild
       sehen müssen“, sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz mit seinem
       litauischen Kollegen Kestutis Budrys in Vilnius, der Hauptstadt des
       baltischen EU- und Nato-Landes Litauen.
       
       Ähnlich wie Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Wochenende hatte Wadephul am
       Morgen im „Deutschlandfunk“ über das Vorgehen der USA in Venezuela gesagt:
       „Es gibt in der Tat verschiedene Aspekte, die wir zu berücksichtigen haben,
       und insofern hat der Bundeskanzler vollkommen recht. Es ist außerordentlich
       komplex.“
       
       In Vilnius sagte Wadephul, in Venezuela habe man ein starkes chinesisches
       und russisches Engagement gesehen. Zudem habe es die Stabilisierung eines
       Unrechtsregimes des nun gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro gegeben. Wenn
       es eine Entwicklung hin zu Wahlen und einer Selbstbestimmung der Menschen
       in Venezuela geben könne, „dann wäre das doch eine gute Entwicklung“.
       
       Wadephul betonte zugleich: „Aber wir weichen der Frage nicht aus, dass hier
       selbstverständlich auch immer die Frage des internationalen Rechts im Raume
       steht.“ Man werde „in dieser Frage mit Sicherheit auch weitere Gespräche zu
       führen haben“, ergänzte er. (dpa)
       
       ## Staatstrauer in Kuba wegen in Venezuela getöteter Soldaten
       
       13.16 Uhr: In Gedenken an die 32 bei dem US-Angriff auf Venezuela getöteten
       Kubaner hat die Regierung in Havanna eine zweitägige Staatstrauer
       angeordnet. Am Montag und Dienstag werden die Flaggen vor öffentlichen
       Gebäuden und Militärstützpunkten auf halbmast gesetzt, hieß es in einem von
       Präsident Miguel Díaz-Canel unterzeichneten Dekret. Öffentliche Feiern sind
       während dieser Zeit untersagt.
       
       Die Angehörigen der kubanischen Sicherheitskräfte waren bei dem US-Einsatz
       zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in der
       Nacht auf Samstag ums Leben gekommen. Nach Angaben der regierenden
       Kommunistischen Partei Kubas waren sie auf Bitten der venezolanischen
       Behörden in das südamerikanische Land entsandt worden.
       
       Sicherheitskräfte aus dem verbündeten Kuba sind nach Einschätzung von
       Experten seit Jahren in Venezuela im Einsatz. Sie waren als Leibwächter für
       die persönliche Sicherheit Maduros verantwortlich oder sorgen in den Reihen
       der Streitkräfte für Disziplin. (dpa)
       
       ## EU-Kommission sieht Möglichkeit für demokratischen Wandel in Venezuela
       
       12.37 Uhr: Die EU-Kommission sieht in der Gefangennahme des venezolanischen
       Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA eine Chance für einen
       demokratischen Wandel in dem südamerikanischen Land. Die Entwicklung
       schaffe eine Gelegenheit für einen von der venezolanischen Bevölkerung
       geführten demokratischen Übergang, sagt eine Sprecherin der Brüsseler
       Behörde. Zu der Frage, wie die EU das Vorgehen der USA beurteile, äußerte
       sie sich jedoch nicht. „Es ist noch zu früh, um alle Auswirkungen
       juristisch zu prüfen und zu bewerten“, sagt die Sprecherin. Sie betont
       zudem, dass Maduro die Legitimität eines demokratisch gewählten Staatschefs
       gefehlt habe. Die EU und die USA hatten die umstrittene Wiederwahl Maduros
       im vergangenen Jahr nicht anerkannt und den Oppositionskandidaten Edmundo
       González als rechtmäßigen Wahlsieger betrachtet. (rtr)
       
       ## EU erwartet von Partnern Achtung „territorialer Integrität“
       
       12.51 Uhr: Nach den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu
       Grönland hat die EU die „Grundsätze der nationalen Souveränität, der
       territorialen Integrität“ beschworen. „Wir erwarten von all unseren
       Partnern, die Souveränität und territoriale Integrität zu respektieren“,
       sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Montag in Brüssel. Die EU werde
       diese „universellen“ Grundsätze verteidigen, „umso mehr, wenn die
       territoriale Integrität eines Mitgliedstaats der Europäischen Union in
       Frage gestellt wird“, fügte sie hinzu.
       
       Trump hatte am Sonntag auf die Frage eines Journalisten an Bord seiner
       Präsidentschaftsmaschine Air Force One geantwortet: „Wir brauchen Grönland
       aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der
       Lage sein.“
       
       Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Trump
       argumentiert mit den Sicherheitsinteressen der USA und verweist auf die
       angebliche Präsenz Moskaus und Pekings rund um die geostrategisch günstig
       gelegene Insel.
       
       Vergleiche zwischen den US-Ansprüchen auf Grönland und der
       Militärintervention Washingtons in Venezuela wies eine andere
       Kommissionssprecherin zurück. Grönland sei ein Verbündeter der USA und
       falle unter das Nato-Bündnis. „In keiner Weise“ sehe die Kommission eine
       mögliche Parallele zu den Geschehnissen in Venezuela. (afp)
       
       ## Schweiz friert mögliche Vermögenswerte von Maduro ein
       
       12.45 Uhr: Die Schweiz friert mögliche Vermögenswerte des von
       US-Spezialkräften gefangengenommenen venezolanischen Präsidenten Nicolás
       Maduro ein. Die Maßnahme gelte ab sofort, teilt der Bundesrat in Bern mit.
       Sie ziele darauf ab, einen Abfluss potenziell unrechtmäßig erworbener
       Vermögenswerte zu verhindern. Mitglieder der amtierenden venezolanischen
       Regierung seien davon nicht betroffen. Sollte sich herausstellen, dass
       Gelder unrechtmäßig erworben wurden, werde die Schweiz sich bemühen, dass
       diese der venezolanischen Bevölkerung zugutekommen. Maduro war am
       Wochenende von US-Spezialkräften in Venezuela gefangengenommen und nach New
       York gebracht worden.
       
       ## Bundesregierung: Auch USA müssen Völkerrecht achten
       
       12.20 Uhr: Die Bundesregierung will vor einer abschließenden Bewertung des
       US-Militäreinsatzes in Venezuela zunächst die Begründung der US-Regierung
       im UN-Sicherheitsrat abwarten. „Der Bundeskanzler hat unterstrichen, dass
       alle, auch die USA, das Völkerrecht achten müssen“, sagt der
       stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. „Dies gilt
       ausdrücklich für staatliche Souveränität und territoriale Integrität.“ Die
       Regierung sehe aber, dass es sich um eine komplexe Lage handele. Er
       verweist darauf, dass die Wahlen in Venezuela manipuliert gewesen seien,
       weshalb Präsident Nicolás Maduro nicht anerkannt worden sei. Ob es sich um
       einen völkerrechtswidrigen Einsatz der USA gehandelt hat, wollen er und die
       Sprecherin des Auswärtigen Amtes nicht sagen. (rtr)
       
       ## Gerichtstermin für Maduro wegen Drogenhandels in New York
       
       12.00 Uhr: Der von US-Spezialkräften gefangengenommene venezolanische
       Präsident Nicolás Maduro soll im Laufe des Tages einem Bundesgericht in New
       York vorgeführt werden. Maduro und seine ebenfalls gefangengenommene
       Ehefrau Cilia Flores sollen um 18.00 Uhr deutscher Zeit vor einem
       Bundesgericht in Manhattan erscheinen. Dem 63-jährigen Maduro wird von
       US-Anklägern vorgeworfen, ein Kokain-Handelsnetzwerk geleitet zu haben.
       Dieses habe mit gewalttätigen Gruppen wie den mexikanischen Kartellen
       Sinaloa und Zetas sowie den kolumbianischen FARC-Rebellen
       zusammengearbeitet. Maduro, ein früherer Busfahrer und Gewerkschafter, hat
       die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er bezeichnete sie als Vorwand für Pläne
       der USA, sich die Ölreserven des Landes anzueignen. (rtr)
       
       ## „NYT“: Trotz US-Blockade verschwinden Öltanker aus Venezuela
       
       11.54 Uhr: Mindestens 16 unter US-Sanktionen stehende Öltanker sind nach
       einem „New York Times“-Bericht aus venezolanischen Häfen verschwunden. Laut
       der US-Zeitung gibt es Hinweise darauf, dass die Schiffe versucht haben
       könnten, eine von den USA verhängte Seeblockade gegen Venezuelas Öl-Exporte
       zu umgehen. 15 der Tanker stehen unter anderem wegen früherer Transporte
       von iranischem oder russischem Öl unter Sanktionen.
       
       Nach Auswertung von Satellitenbildern durch die Zeitung lagen die Tanker
       wochenlang in venezolanischen Häfen, seit Samstag sind sie jedoch nicht
       mehr an ihren Liegeplätzen. Vier der Tanker seien auf offener See verfolgt
       worden. Sie hätten falsche Schiffsnamen benutzt und ihre Positionsdaten
       manipuliert, eine Täuschungsmethode, die als „Spoofing“ (auf Deutsch etwa
       Manipulation, Verschleierung) bekannt ist. Zwölf weitere Tanker hätten ihre
       Ortungssysteme abgeschaltet und seien derzeit nicht auffindbar. (dpa)
       
       ## Kolumbiens Präsident weist Trump-Drohungen zurück
       
       10.02 Uhr: Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat scharf auf die jüngsten
       Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Die Äußerungen seien eine
       „illegitime Drohung“, er werde sie genau prüfen, schrieb Petro auf X.
       Sollte gegen ihn selbst vorgegangen werden, warnte Petro vor schweren
       Folgen. „Sollten sie den Präsidenten festnehmen, den ein Großteil meines
       Volkes schätzt und respektiert, werden sie den Volksjaguar entfesseln.“
       Damit dürfte Petro den Zorn des Volkes meinen – der Jaguar, die größte
       Raubkatze Südamerikas, ist in den Regenwäldern des Landes beheimatet.
       
       Zugleich rief der Staatschef die Sicherheitskräfte zur Loyalität auf.
       „Jeder Soldat in Kolumbien hat ab sofort einen Befehl: Jeder Kommandant der
       Sicherheitskräfte, der die Flagge der USA der Flagge Kolumbiens vorzieht,
       wird auf Befehl der Basis, der Truppe und mir sofort aus der Institution
       entlassen.“ Er habe Vertrauen in sein Volk: „Der Befehl an die
       Sicherheitskräfte lautet, nicht auf das Volk zu schießen, sondern auf den
       Angreifer.“
       
       Trump hatte Kolumbien zuvor scharf attackiert. Der Republikaner sagte, das
       Land werde von einem „kranken Mann“ regiert, der es liebe, „Kokain zu
       produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen“. Auf die
       Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien
       geben werde, sagte Trump: „Das klingt für mich gut.“
       
       Petro wies Vorwürfe zurück, Kolumbien unternehme zu wenig gegen den
       Drogenhandel. Er verwies etwa auf große Kokainbeschlagnahmen und Einsätze
       gegen bewaffnete Gruppen. „Ich bin weder illegitim noch ein Drogenhändler“,
       schrieb er auf X.
       
       Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela
       angegriffen, Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes
       gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht
       werden. Kolumbien ist ein Nachbarstaat von Venezuela in Südamerika und gilt
       als wichtiger Produktionsstandort für Kokain. (dpa)
       
       🐾 Die lateinamerikanischen und karibischen Staaten sind sich über die
       US-Intervention in Venezuela uneinig. Die Videokonferenz blieb ergebnislos.
       [1][Über die Uneinigkeit der Celac-Staaten] berichtet
       Brasilien-Korrespondentin Christine Wollowski.
       
       ## Linke beantragt Sondersitzung des Auswärtigen Ausschusses
       
       09.39 Uhr: Wegen des US-Militäreinsatzes in Venezuela beantragt die Linke
       eine rasche Sondersitzung des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. „In
       dieser Sitzung bitten wir um eine Unterrichtung der Bundesregierung,
       insbesondere zur völkerrechtlichen Bewertung der US-Maßnahmen sowie zu den
       diplomatischen Schritten Deutschlands auf europäischer und internationaler
       Ebene“, heißt es in einem Brief der Parlamentarischen Geschäftsführerin Ina
       Latendorf an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).
       
       Die militärischen Ereignisse in Venezuela gäben Anlass zu erheblicher
       Besorgnis, heißt es darin. Sollten sich die Angaben zu der US-Aktion
       bestätigen, läge ein schwerwiegender Verstoß gegen das in der UN-Charta
       verankerte Gewaltverbot vor, schreibt Latendorf. „Ein Mandat des
       Sicherheitsrats oder eine andere völkerrechtliche Rechtfertigung ist nicht
       ersichtlich.“ Die Vorgänge seien so schwerwiegend, dass sie nicht bis zur
       nächsten regulären Sitzung des Ausschusses warten könnten.
       
       Linken-Chef Jan van Aken hatte schon mit harter Kritik auf die US-Aktion
       reagiert und von „brutalem Staatsterrorismus“ gesprochen. (dpa)
       
       ## CDU-Politiker warnen vor Streit mit USA wegen Venezuela
       
       09.06 Uhr: Mehrere CDU-Politiker haben vor einem Streit mit US-Präsident
       Donald Trump wegen dessen militärischen Vorgehens gegen Venezuela gewarnt.
       „Wir tun uns alle keinen Gefallen, wenn wir jetzt ein vorschnelles Urteil
       treffen und damit in Streit mit dem US-Präsidenten geraten, den wir ja
       gewinnen wollen“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion,
       Jürgen Hardt, am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Bundesaußenminister
       Johann Wadephul (CDU) verlangte unterdessen weitere Auskünfte von den USA.
       
       „Wir müssen die Situation so nehmen, wie sie ist, und gucken, dass wir
       daraus etwas Gutes machen“, empfahl Hardt. Er räumte allerdings ein, es
       gebe bei dem Vorgehen der USA „völkerrechtlich eine ganze Reihe von
       Fragezeichen“. Weiter sagte Hardt: „Der US-Präsident hat eigenwillige bis
       verrückte Vorstellungen mit Blick auf Außen- und Sicherheitspolitik“. Im
       Vordergrund müsse für Deutschland aber stehen, Einfluss zu nehmen auf die
       US-Politik in Fragen, „wo sie uns unmittelbar angeht“. Dies sei in der
       Ukraine-Politik auch gelungen.
       
       Zur Vorsicht bei Reaktionen auf den US-Angriff auf Venezuela riet auch der
       Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Armin Laschet
       (CDU). „Außenpolitik ist kompliziert. Man muss den Realitäten in der Welt
       Rechnung tragen“, mahnte er im Sender RBB. „Wäre es klug, wenn sich die
       Europäer jetzt zu einer einseitigen Anklage gegen US-Präsident Donald Trump
       entschließen würden?“, fragte Laschet. Das Ergebnis wäre voraussichtlich
       ein Einflussverlust in der Ukraine-Politik.
       
       Wadephul forderte von den USA mehr Transparenz hinsichtlich des Umgangs mit
       Venezuela. Die US-Regierung müsse vor der Weltöffentlichkeit präzise
       darlegen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Einsatz erfolgt sei,
       verlangte er im Deutschlandfunk. Weiter sagte er, bei der rechtlichen
       Bewertung des Vorgangs müsse auch berücksichtigt werden, dass Venezuelas
       Präsident Nicolás Maduro ein Unrechtsregime angeführt habe und dass
       deswegen acht Millionen Menschen aus dem Land geflohen seien. (afp)
       
       ## EU muss nach US-Militärangriff auf Venezuela Verbündete an einen Tisch
       holen
       
       08.57 Uhr: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela muss die Europäische
       Union nach Ansicht der Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley
       (SPD), Verbündete suchen und ihren Zusammenhalt stärken. US-Präsident
       Donald Trump gehe es „darum, die Einflusssphäre der USA zu sichern, die
       westliche Hemisphäre als Einflusssphäre der USA zu definieren“, sagte
       Barley am Montag im „ZDF-Morgenmagazin“.
       
       „Das ist das, worum es eigentlich geht“, sagte sie mit Verweis auf die
       US-Militärintervention. Die EU müsse dringend „untereinander und mit
       unseren Verbündeten“ diskutieren, wie sie mit diesem Anspruch umgehe,
       forderte Barley.
       
       Es werde „jetzt eine Neuordnung geben der Welt“, warnte sie. „Wenn jetzt
       die Regierenden der großen Blöcke beginnen, Einflusssphären einzuteilen,
       dann wird es darum gehen: Wo sind unsere Partnerinnen und Partner?“, fragte
       Barley. „Denn wenn das jetzt zwei bis drei große Länder tun“, dann gebe es
       „sehr, sehr viele, die damit nicht einverstanden sind, die daran kein
       Interesse haben“.
       
       Die EU müsse diese befreundeten Staaten an einen Tisch holen „und sehen,
       wie wir damit umgehen“. Im Moment gehe es vor allem darum, „die Europäische
       Union zusammenzuhalten und sie stark zu machen“, denn „diese großen Blöcke
       haben alle das Interesse, die Europäische Union auseinanderzudividieren“,
       warnte Barley.
       
       Am Sonntag hatten 26 EU-Staaten mit Ausnahme Ungarns eine gemeinsame
       Erklärung zu Venezuela veröffentlicht. Darin riefen sie „alle Akteure zur
       Ruhe und Zurückhaltung auf“, um eine Eskalation zu vermeiden. „Die Achtung
       des Willens des venezolanischen Volkes bleibt der einzige Weg für
       Venezuela, die Demokratie wiederherzustellen und die aktuelle Krise
       beizulegen“, hieß es in der Erklärung. (afp)
       
       🐾 China ist Venezuelas wichtigster internationaler Partner, umgekehrt ist
       Venezuela für Peking ein Brückenkopf in Lateinamerika. Dort hat China in
       den letzten Jahren wirtschaftlich und politisch stark an Einfluss gewonnen,
       während Washingtons Gewicht rückläufig war. [2][Könnten nach dem US-Angriff
       die Handelsbeziehungen zwischen China und Venezuela] zukünftig von
       Washingtons Gnaden abhängen? Ein Bericht von Asienredakteur Sven Hansen.
       
       Trump befeuert Angst vor möglicher Annexion Grönlands
       
       08.00 Uhr: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela hat US-Präsident Donald
       Trump am Sonntag mit neuen Äußerungen die Angst vor einer möglichen
       Annexion Grönlands durch die USA befeuert. „Wir brauchen Grönland aus
       Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage
       sein“, sagte Trump am Sonntag an Bord seiner Präsidentenmaschine Air Force
       One. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hatte die USA zuvor
       aufgefordert, ihre „Drohungen“ zu unterlassen.
       
       „Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern“, sagte Trump und
       fügte hinzu: „Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen“.
       
       Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen hatte Washington am Wochenende
       aufgefordert, seine „Drohungen gegen einen historischen Verbündeten“
       einzustellen. „Ich muss dies den USA sehr klar sagen: Es ist absolut absurd
       zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Grönland
       übernehmen sollten“, erklärte sie. Zudem betonte sie, dass Dänemark, „und
       damit auch Grönland“, ein Nato-Mitglied sei und somit durch
       Sicherheitsgarantien des Bündnisses geschützt.
       
       Trump selbst wurde in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The
       Atlantic“ am Wochenende gefragt, was der Militäreinsatz in Venezuela für
       Grönland bedeute. „Das werden Sie sich selbst ansehen müssen. Ich weiß es
       wirklich nicht“, sagte Trump und fügte hinzu: „Aber wir brauchen Grönland,
       unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung.“
       
       Zugleich löste die Frau eines der wichtigsten Berater Trumps mit einem Bild
       der Insel in den Farben der US-Flagge Empörung aus. Katie Miller, Ehefrau
       von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, postete am Samstag auf ihrem
       Konto im Onlinedienst X ein Bild, das eine Karte von Grönland in den Farben
       der US-Flagge zeigt. Darüber stand in Großbuchstaben „Bald“.
       
       Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen kritisierte den
       Beitrag Millers als „respektlos“. „Die Beziehungen zwischen Nationen und
       ihren Bevölkerungen basieren auf gegenseitigem Respekt und internationalem
       Recht – nicht auf symbolischen Gesten, die unseren Status und unsere Rechte
       missachten“, erklärte Nielsen.
       
       Laut Nielsen gibt es aber weder Grund zur Panik noch zur Sorge. „Unser Land
       steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in
       sozialen Medien entschieden.“
       
       Stephen Miller gilt in vielen Bereichen als der Architekt von Trumps
       Politik und berät diesen in seiner harten Einwanderungspolitik und der
       innenpolitischen Agenda.
       
       Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Möller Sörensen, verlangte „die
       uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität“ Dänemarks.
       Kopenhagen und Washington seien „enge Verbündete und müssen als solche
       weiterhin zusammenarbeiten“, schrieb er auf X.
       
       US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der
       Übernahme Grönlands durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von
       Gewalt nicht ausgeschlossen. Zuletzt sorgte er mit der Ernennung eines
       Sondergesandten für Grönland auf der Insel selbst, in Kopenhagen und in der
       EU für Empörung.
       
       Am Samstag hatten US-Elitesoldaten den venezolanischen Staatschef Nicolás
       Maduro und seine Frau Cilia Flores bei einem Blitzeinsatz in Venezuela
       gefangengenommen. Maduro wurde in New York inhaftiert und soll dort wegen
       „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ vor Gericht gestellt werden.
       
       Hinsichtlich der von ihm angestrebten Übernahme Grönlands argumentiert
       Trump mit den Sicherheitsinteressen der USA und verweist auf die angebliche
       Präsenz Moskaus und Pekings rund um die geostrategisch günstig gelegene
       Insel. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend
       autonom.
       
       Die größte Insel der Welt liegt im Nordatlantik und Arktischen Ozean
       zwischen Nordamerika und Europa. Auch befindet sich die Insel auf direkter
       Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA.
       
       Im Boden Grönlands lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt
       werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das
       geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und
       Russlands zuletzt deutlich gewachsen. (afp)
       
       ## Auch Wadephul will US-Angriff rechtlich nicht bewerten
       
       07.49 Uhr: Die Bundesregierung vermeidet weiter eine völkerrechtliche
       Bewertung des US-Angriffs auf Venezuela. Außenminister Johann Wadephul
       (CDU) verlangte zwar am Montag im Deutschlandfunk von den USA, dass diese
       die internationale Rechtslage nicht nur beachten, sondern auch darlegen,
       auf welcher Grundlage der Angriff erfolgte. Die Gesamtlage jedoch sei
       „außerordentlich komplex“.
       
       Wadephul verwies darauf, dass der von den USA gestürzte und außer Landes
       gebrachte Präsident Nicolás Maduro an der Spitze eines Unrechtsregimes
       gestanden habe. Er sei für Menschenrechtsverletzungen und die Flucht von
       einem Fünftel der venezolanischen Bevölkerung aus ihrer Heimat
       verantwortlich.
       
       Zudem gebe es geopolitische Aspekte. In der Region gebe es ein „starkes
       chinesisches, iranisches, auch russisches Engagement“. „Also geopolitisch
       haben wir auch ein Interesse, haben die USA ein Interesse, das
       zurückzudrängen“, sagte der deutsche Außenminister.
       
       Die rechtlichen Aspekte übersehe dennoch niemand, sagte Wadephul und
       verwies auf eine Erklärung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, die er
       mittrage. In der Erklärung wird auf die Grundsätze des Völkerrechts und die
       Charta der Vereinten Nationen, die unter allen Umständen eingehalten werden
       müssten.
       
       Am Wochenende hatte bereits Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärt:
       „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir
       uns Zeit.“ Grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien
       des Völkerrechts gelten. (epd)
       
       ## Nordkoreas Machthaber Kim begründet Raketentests mit „geopolitischer
       Krise“
       
       06.55 Uhr: Nordkorea hat eigenen Angaben nach bei dem gestrigen Raketentest
       Hyperschallraketen getestet. Mit dem Einsatz habe man die nukleare
       Kriegsabschreckung des Landes stärken wollen, berichtete die staatliche
       Nachrichtenagentur KCNA.
       
       Hyperschallraketen gelten wegen ihrer hohen Fluggeschwindigkeit, schnellen
       Manövrierfähigkeit und niedrigen Fluglaufbahn als besonders gefährlich.
       Nordkorea behauptet seit Jahren, diese zu testen. Experten bezweifeln
       allerdings, dass das Land tatsächlich schon voll entwickelte
       Hyperschallwaffensysteme hat.
       
       Es handle sich vielmehr um einen „quasi-Hyperschall-Flugkörper“, wie etwa
       der leitende Forscher am Korea Institute for National Unification (KINU),
       Hong Min, der südkoreanischen Zeitung Chosun Ilbo sagte.
       
       Nordkoreanischen Staatsmedien zufolge beaufsichtigte Machthaber Kim Jong-un
       den Test am Sonntag persönlich. In einer Stellungnahme begründete er die
       Notwendigkeit der nuklearen Kriegsabschreckung seines Landes unter anderem
       mit der „jüngsten geopolitische Krise und den komplexen internationalen
       Ereignissen“. Details nannte er nicht. Kims Äußerungen kamen kurz nach dem
       Angriff der USA auf Venezuela am Wochenende.
       
       Am Sonntag hatten die Regierungen Südkoreas und Japans den Start mehrerer
       ballistischer Raketen aus Nordkorea registriert. Diese seien rund 900
       Kilometer in Richtung Japanisches Meer geflogen, hieß es von der
       südkoreanischen Militärführung. Weitere Einschätzungen zum Raketentyp hat
       Seoul bislang nicht abgegeben. (dpa)
       
       ## Venezuelas neue Regierung geht auf USA zu
       
       06.35 Uhr: Der Druck der USA auf Venezuela scheint nach der Gefangennahme
       des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro erste Wirkung zu zeigen. Die
       geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez, die sich nach dem US-Angriff
       zunächst unbeugsam gezeigt hatte, signalisierte Bereitschaft zur
       Zusammenarbeit mit Washington. In New York steht heute für Maduro die erste
       Anhörung vor Gericht auf dem Plan. Ebenfalls in der Ostküstenmetropole wird
       sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem
       US-Angriff auf Venezuela befassen.
       
       Rodríguez gab sich auf Instagram nun versöhnlich gegenüber der Regierung
       von US-Präsident Donald Trump. „Wir laden die Regierung der Vereinigten
       Staaten ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf
       gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist und im Rahmen des Völkerrechts ein
       dauerhaftes Zusammenleben in der Gemeinschaft stärkt.“ Es gehe um „Frieden
       und Dialog, keinen Krieg“, schrieb sie weiter. „Das war schon immer die
       Haltung von Präsident Nicolás Maduro und ist derzeit die Haltung ganz
       Venezuelas.“
       
       Trump drohte Rodríguez unterdessen unverhohlen. Ihr könne eine noch
       „schlimmere Situation“ als dem gefangengenommenen Maduro drohen, sagte er
       während eines Flugs nach Washington zu Reportern. Der Zeitschrift „The
       Atlantic“ hatte er zuvor gesagt: „Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie
       einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als Maduro.“ (dpa)
       
       ## Venezuelas Interimspräsidentin ernennt Kommission zur Freilassung von
       Maduro
       
       06.02 Uhr: Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat eine
       Kommission ins Leben gerufen, die sich für die Freilassung des von den USA
       gefangengenommenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dessen
       Frau einsetzen soll. Am Sonntag (Ortszeit) ernannte Rodríguez ihren Bruder
       Jorge Rodríguez, den Präsidenten der Nationalversammlung, sowie
       Außenminister Iván Gil zu Vorsitzenden des neu geschaffenen Gremiums. Auch
       Informationsminister Freddy Ñáñez werde der Kommission angehören.
       
       Rodríguez, die am Sonntag in Caracas ihre erste Kabinettssitzung einberufen
       hatte, drang derweil auf eine „ausgewogene und respektvolle“ Beziehung
       zwischen den USA und Venezuela. „Wir laden die US-Regierung dazu ein,
       gemeinsam an einem Programm für die Zusammenarbeit zu arbeiten“, erklärte
       die Interimspräsidentin im Onlinedienst Telegram. (afp)
       
       🐾 Donald Trump träumt nach dem den Sturz Nicolás Maduros von
       Milliardengewinnen aus Venezuelas Öl. Doch die großen US-Konzerne zögern,
       der Weltmarkt braucht das Öl kaum. [3][Nur ein Land ist vom venezolanischen
       Öl abhängig: Kuba.] Ein Bericht von der Wirtschaftsredakteurin Ulrike
       Herrmann.
       
       Regierung in Havanna: 32 Kubaner bei US-Militäreinsatz in Venezuela getötet
       
       05.29 Uhr: Bei dem US-Militäreinsatz in Venezuela sind am Samstag nach
       Angaben der kubanischen Regierung insgesamt 32 Bürger des Inselstaates
       getötet worden. „Infolge des kriminellen Angriffs der US-Regierung“ auf
       Venezuela seien „32 Kubaner bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen“,
       erklärte die Regierung in Havanna am Sonntag (Ortszeit) im Staatsfernsehen.
       US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut verkündet, „viele Kubaner“
       seien bei dem US-Einsatz auf das mit Kuba verbündete Venezuela getötet
       worden.
       
       Bei den Verstorbenen handele es sich um Angehörige der kubanischen
       Streitkräfte sowie des Innenministeriums, die „auf Bitte der
       venezolanischen Behörden“ nach Caracas entsandt worden seien. Laut der
       Regierungserklärung erfüllten die Gefallenen „ihre Pflicht mit Würde und
       Heldentum“ und fielen „nach hartem Widerstand im direkten Gefecht gegen die
       Angreifer oder infolge der Bombardierung“ durch die USA.
       
       Ab Montagmorgen wurde eine zweitägige Staatstrauer im Land ausgerufen.
       „Ehre und Ruhm den tapferen kubanischen Kämpfern, die im Gefecht gegen
       Terroristen in imperialistischer Uniform gefallen sind“, erklärte Kubas
       Präsident Miguel Díaz-Canel im Onlinedienst X.
       
       Von venezolanischer Seite wurden zunächst keine offiziellen Opferzahlen der
       Angriffe bekannt gegeben. Eine Ärzteorganisation in Venezuela berichtete
       gegenüber der Nachrichtenagentur AFP jedoch von rund 70 Toten und 90
       Verletzten. Aus Militärkreisen erfuhr AFP wiederum, dass mindestens 15
       Menschen getötet worden seien. Die „New York Times“ berichtete derweil
       unter Berufung auf Regierungskreise von 80 Toten.
       
       Trump zufolge wurden keine US-Staatsbürger bei dem Militäreinsatz getötet.
       „Kuba war immer sehr abhängig von Venezuela. Von dort bekamen sie ihr Geld,
       und sie haben Venezuela beschützt, aber in diesem Fall hat das nicht so gut
       funktioniert“, sagte Trump weiter.
       
       Militärische Maßnahmen gegenüber dem wirtschaftlich geschwächten Kuba ziehe
       er jedoch nicht in Betracht, sagte der US-Präsident am Sonntag vor
       Journalisten: Kuba stehe ohne die wirtschaftliche Unterstützung Venezuelas
       kurz vor dem Zusammenbruch. „Ich glaube nicht, dass wir etwas unternehmen
       müssen. Es sieht so aus, als würde es (Kuba) untergehen“, erklärte Trump.
       
       Kuba und Venezuela gelten als enge Verbündete. Die beiden südamerikanischen
       Länder eint eine kommunistische Ausrichtung sowie von den USA auferlegte
       Wirtschaftssanktionen. Caracas unterstützte Kuba zudem seit Jahrzehnten in
       wirtschaftlicher Hinsicht mit stark subventioniertem Öl. Der
       US-Militäreinsatz wurde von Kuba und weiteren engen Verbündeten Maduros
       scharf verurteilt. (afp)
       
       Trump sieht Wahlen in Venezuela nicht als Priorität
       
       04.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht nach der Gefangennahme des
       venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Neuwahlen in dem
       südamerikanischen Land derzeit nicht als Priorität. „Wir werden zur
       richtigen Zeit Wahlen haben, aber das Wichtigste ist, dass sie das Problem
       lösen. Das Land ist kaputt“, sagte Trump vor der Presse. „Wir müssen es
       wiederbeleben, und dafür brauchen wir große Investitionen von den
       Ölgesellschaften, um die Infrastruktur wieder funktionsfähig zu machen“,
       sagte der US-Präsident.
       
       Auf die Frage von Reportern, ob die USA von Venezuelas geschäftsführender
       Präsidentin Delcy Rodríguez verlangen werden, dass sie Oppositionelle
       zurückkehren lässt oder politische Gefangene freilässt, sagte Trump: „So
       weit sind wir noch nicht. Im Moment wollen wir erst einmal die Ölindustrie
       wieder in Gang bringen, das Land wieder aufbauen, es wieder auf die Beine
       stellen und dann Wahlen abhalten“. Die USA hatten in der Nacht auf Samstag
       Ziele in Venezuela angegriffen, Maduro gefangengenommen und außer Landes
       gebracht.
       
       Trump sagte danach, die Vereinigten Staaten würden Venezuela vorübergehend
       führen. Sein Außenminister Marco Rubio machte nun in einem Interview mit
       dem US-Sender CBS deutlich, dass Washington Venezuela nicht regieren werde,
       mithilfe einer bereits bestehenden Ölblockade aber politische Veränderungen
       in dem Land herbeiführen werde. Die Blockade sei ein „enormer Hebel“ und
       bleibe so lange, bis zentrale Forderungen erfüllt seien. (dpa)
       
       Nach Einsatz in Venezuela droht Trump auch Kolumbien
       
       04.40 Uhr: Nach dem Angriff auf Venezuela hat US-Präsident Donald Trump
       auch Kolumbien gedroht. Der Republikaner sagte vor Journalisten, Kolumbien
       sei „sehr krank“ und werde von einem „kranken Mann“ regiert, der es liebe,
       „Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen“. Das
       werde er „nicht mehr lange machen“, sagte Trump – ohne ins Detail zu gehen,
       was er konkret damit meinte.
       
       Trump hat Kolumbiens Staatschef Gustavo Petro bereits mehrfach heftig
       kritisiert, nannte ihn bei seiner Pressekonferenz auf dem Flug nach
       Washington aber nicht namentlich. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob
       es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: „Das
       klingt für mich gut.“ (dpa)
       
       UN-Sicherheitsrat berät über US-Einsatz in Venezuela
       
       04.04 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat berät am Montag über den US-Militäreinsatz
       in Venezuela, bei dem der langjährige Staatschef Nicolás Maduro
       gefangengenommen und in die USA gebracht wurde. Die Dringlichkeitssitzung
       findet um 10.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) auf Bitten Venezuelas statt.
       Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hatte den US-Angriff verurteilt und
       betont: „Wir sind bereit, Venezuela zu verteidigen.“ (afp)
       
       ## Ölpreise fallen nach US-Militäreinsatz in Venezuela
       
       00.50 Uhr: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme
       von Staatschef Nicolás Maduro sind die Ölpreise gesunken. Ein Barrel (159
       Liter) der Ölsorte Brent kostete am Montag bei Handelsbeginn in Asien rund
       51,6 Euro – und sank damit um rund 0,6 Prozent. Der Preis für ein Barrel
       der US-Sorte West Texas Intermediate ging um 0,7 Prozent auf knapp 51,2
       Euro zurück.
       
       Der linksnationalistische Staatschef Maduro war am Samstag während eines
       Blitzeinsatzes des US-Militärs zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores in
       Venezuela gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Venezuela
       verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt. Nach dem
       Willen Trumps sollen US-Konzerne nun in Venezuela im großen Stil ins
       Ölgeschäft einsteigen. (afp)
       
       ## Demos in mehreren deutschen Städten gegen US-Angriff auf Venezuela
       
       20.44 Uhr: Nach dem US-Angriff auf Venezuela hat es in mehreren Städten in
       Deutschland Proteste gegen die Attacke der USA gegeben.
       
       In München versammelten sich schätzungsweise 400 Menschen, wie eine
       Polizeisprecherin sagte. Die Demonstranten zogen durch die Straßen, es
       blieb den Aussagen zufolge friedlich. In Nürnberg versammelten sich einer
       ersten Einschätzung zufolge rund 120 Teilnehmer zu einer Kundgebung, in
       Düsseldorf protestierten rund 240 Menschen gegen den Angriff der USA auf
       Venezuela. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, bevor sie vor dem
       US-Generalkonsulat nahe dem Hauptbahnhof die Abschlusskundgebung abhielten.
       
       In Hamburg demonstrierten nach Angaben der Polizei am Abend rund 500
       Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme von
       Staatschef Nicolás Maduro. Die Demonstranten hielten Plakate hoch mit
       Schriftzügen wie „Hands off Venezuela“ und „Ergreift Partei für Frieden und
       gegen Aufrüstung“. Sie zogen bei Kälte und Schnee vom Heiligengeistfeld zum
       US-Konsulat in der HafenCity. In der Hansestadt waren bereits am
       Samstagabend rund 300 Menschen auf die Straße gegangen. (dpa)
       
       🐾 Wendet die EU-Doppelstandards in ihrer Außenpolitik an?
       [4][EU-Korrespondent Eric Bonse berichtet über die verhaltenen Reaktionen
       der EU-Mitgliedstaaten auf den Angriff in Venezuela].
       
       🐾 Merz hat das deutsche Interesse nicht begriffen. „Denn in der neuen
       imperialen Welt, die vor unseren Augen entsteht, darf man sich nicht den
       Stärkeren unterwerfen“, [5][kommentiert Stefan Reinecke, Korrespondent des
       Parlamentsbüros].
       
       ## Rubio rechtfertigt Venezuela-Angriff
       
       18.43 Uhr: Für den US-Angriff auf Venezuela ist nach Darstellung von
       US-Außenminister Marco Rubio keine Zustimmung des Kongresses vonnöten
       gewesen. „Sie war nicht erforderlich, weil es sich nicht um eine Invasion
       handelte. Wir haben kein Land besetzt. Es war eine Festnahme“, sagte er im
       Gespräch mit dem Fernsehsender ABC News. Der venezolanische Staatschef
       Nicolás Maduro sei von Einheiten der US-Bundespolizei FBI festgenommen
       worden.
       
       Zudem seien ihm seine Rechte vorgelesen und er dann außer Landes gebracht
       worden, führte Rubio aus. In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär
       Venezuela angegriffen. Die US-Sender CBS und CNN berichteten, dass Maduro
       und seine Ehefrau Cilia Flores im Rahmen der Operation „Absolute
       Entschlossenheit“ von Soldaten der US-Spezialeinheit Delta Force gefasst
       wurde.
       
       Im Gespräch mit dem Sender NBC News sagte Rubio zudem, dass das
       US-Parlament bei weiteren US-Aktivitäten in Venezuela und in der Region nur
       dann einbezogen werden solle, wenn diese Pläne auch die Zustimmung des
       Kongresses erforderten. „Ansonsten wird der Kongress lediglich
       benachrichtigt“, sagte er. (dpa)
       
       ## Venezuelas Militär stellt sich hinter Vizepräsidentin
       
       18.36 Uhr: Inmitten der Unsicherheit über die politische Zukunft Venezuelas
       haben sich die Streitkräfte hinter [6][Vizepräsidentin Delcy Rodríguez]
       gestellt. Nach der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch
       US-Spezialeinheiten übernehme sie verfassungsgemäß die Führung des Landes,
       sagte Verteidigungsminister Vladimir Padrino umgeben von uniformierten
       Soldaten in einer Videobotschaft. Das Militär ist der entscheidende
       Machtfaktor in Venezuela, das Maduros linksautoritärer Regierung bislang
       treu ergeben war.
       
       Im gesamten Staatsgebiet würden Einheiten der Streitkräfte und der Polizei
       aktiviert, um die „imperialistische Aggression“ der Vereinigten Staaten
       zurückzuschlagen, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Gefangenennahme von
       Maduro sei eine „feige Entführung“ gewesen, bei der die US-Spezialkräfte
       einen Großteil von Maduros Sicherheitsteam, Soldaten und unschuldige Bürger
       kaltblütig getötet hätten. (dpa)
       
       🐾 Wer ist Delcy Rodríguez? Wie tickt die Interimspräsidentin Venezuelas?
       [7][Südamerika-Korrespondentin Katharina Wojczenko ordnet ein].
       
       ## Venezolanischer Verteidigungsminister: Maduros Sicherheitsteam bei
       US-Einsatz größtenteils getötet
       
       Bei dem US-Militäreinsatz in der Nacht zum Samstag ist nach Angaben des
       venezolanischen Verteidigungsministers Vladimir Padrino ein großer Teil des
       Sicherheitsteams von Präsident Nicolás Maduro getötet worden. Die
       Streitkräfte des Landes seien landesweit aktiviert worden, um die
       Souveränität zu garantieren, erklärt Padrino weiter in einem TV-Statement.
       Padrino stellt sich zudem hinter Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als
       Übergangspräsidentin. (rtr)
       
       ## 240 Menschen demonstrieren gegen US-Angriffe auf Venezuela
       
       Rund 240 Menschen haben in Düsseldorf gegen den Angriff der USA auf
       Venezuela protestiert. Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration
       störungsfrei und friedlich. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt,
       bevor sie vor dem US-Generalkonsulat nahe dem Hauptbahnhof die
       Abschlusskundgebung abhielten. Die Veranstaltung unter dem Motto „Angriffe
       auf Venezuela“ war von einer Privatperson angemeldet worden.
       
       Auch in anderen deutschen Städten sind für Sonntag Proteste angekündigt.
       Bereits am Samstagabend waren rund 300 Menschen in Hamburg auf die Straße
       gegangen. (dpa)
       
       ## Grönland-Karte in US-Farben: Frau von Trump-Berater sorgt für
       Irritationen in Dänemark
       
       16.31 Uhr: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela hat die Frau eines der
       wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump mit einem provokanten
       Online-Post zu Grönland für Irritationen in Dänemark gesorgt. Der Beitrag
       von Katie Miller, der Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, im
       Onlinedienst X, der eine Karte von Grönland in den Farben der US-Flagge
       zeigte, rief am Sonntag die dänische Regierung auf den Plan. Über dem Bild
       stand in Großbuchstaben „Bald“.
       
       Sein Land verlange „die uneingeschränkte Achtung der territorialen
       Integrität“ Dänemarks, kommentierte der dänische Botschafter in den USA,
       Jesper Möller Sörensen, am Sonntag Millers X-Beitrag. Dänemark und die USA
       seien „enge Verbündete und müssen als solche weiterhin zusammenarbeiten“.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit
       der Übernahme Grönlands durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung
       von Gewalt nicht ausgeschlossen. Zuletzt sorgte er mit der Ernennung eines
       Sondergesandten für Grönland auf der Insel selbst, in Kopenhagen und in der
       EU für Empörung. (afp)
       
       🐾 Ist die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes in Venezuela wirklich
       „komplex“, wie Bundeskanzler Friedrich Merz behauptete? [8][Antworten vom
       rechtspolitischen Korrespondent Christian Rath] zu den zentralen
       völkerrechtlichen Fragen.
       
       🐾 „Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Venezuela zu
       bombardieren, war, ist und bleibt illegal.“, sagt SPD-Außenpolitiker Adis
       Ahmetović. Damit widerspricht er Bundeskanzler Merz. [9][Ein Interview von
       Frederik Eikmanns zum US-Angriff auf Venezuela.]
       
       ## Laut Rubio: USA zu Zusammenarbeit mit derzeitiger Führung in Venezuela
       bereit
       
       Die USA haben sich nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs
       Nicolás Maduro durch das US-Militär grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit
       der verbleibenden Führung in dem südamerikanischen Land bereiterklärt. „Wir
       werden alles anhand ihrer Taten beurteilen und wir werden sehen, was sie
       tun“, sagte US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag dem TV-Sender CBS News.
       „Wenn sie nicht die richtige Entscheidung treffen, werden die Vereinigten
       Staaten weiterhin über mehrere Einflussmöglichkeiten verfügen.“
       
       US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag angekündigt, die USA würden
       Venezuela zunächst selbst führen. Wie eine US-Verwaltung Venezuelas konkret
       aussehen könnte, ließ er allerdings offen.
       
       Mittlerweile ernannte das Oberste Gericht in Venezuela Maduros
       Stellvertreterin Delcy Rodríguez zur Interims-Staatschefin. Diese habe zu
       erkennen gegeben, dass sie zur Zusammenarbeit mit den USA bereit sei, sagte
       Trump bei seiner Pressekonferenz am Samstag.
       
       Rodríguez betonte in einer Fernsehansprache jedoch, Maduro sei „der einzige
       Präsident Venezuelas“ und forderte von Washington dessen Freilassung.
       Zugleich sagte sie, ihre Regierung werde Venezuela und seine „natürlichen
       Ressourcen verteidigen“. (afp)
       
       ## Grüne kritisieren Reaktion des Kanzlers auf US-Angriff in Venezuela
       
       14:24 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat die Reaktion von
       Bundeskanzler Friedrich Merz auf das Vorgehen der USA in Venezuela
       kritisiert. „Der Einsatz der USA ist völkerrechtswidrig. Was hindert den
       Bundeskanzler daran, dies klar zu benennen?“, sagte Dröge. Dass Merz sich
       nach langem Zögern letztendlich nur zu wenigen, relativierenden Sätzen habe
       durchringen können, sei ein großes Problem. „Abtauchen ist in dieser
       Situation eine fatale Strategie, Herr Merz“, so Dröge.
       
       Merz hatte am Samstagabend deutlich gemacht, dass er den US-Angriff auf
       Venezuela noch nicht rechtlich bewerten will. „Die rechtliche Einordnung
       des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit“, teilte er mit.
       Grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des
       Völkerrechts gelten. „Jetzt darf in Venezuela keine politische Instabilität
       entstehen. Es gilt, einen geordneten Übergang hin zu einer durch Wahlen
       legitimierten Regierung zu gewährleisten.“ (dpa)
       
       🐾„Wenn Merz in seiner Silvesterrede von der ‚Erneuerung der Fundamente
       unserer Freiheit, unserer Sicherheit und unseres Wohlstandes für die
       nächsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte‘ fabuliert, sollte er sich dem
       widersetzen – anstatt weiter den Lakaien eines kriegerischen Despoten zu
       spielen“, [10][kommentiert der Parlaments-Korrespondent Pascal Beucker]. Er
       findet, dass die Reaktionen auf Trumps Staatsterrorismus ein
       Offenbarungseid sind.
       
       🐾 „Es geht doch ums Öl“: USA-Korrespondent Hans-Jürgen Mai hat mit einem
       US-Diplomaten über Trumps wahre Ziele gesprochen. Die Militäroperation
       sorgt in Washington für große Empörung – besonders bei Demokraten. [11][Ein
       Überblick].
       
       ## Klingbeil: Ereignisse in Venezuela bedenklich
       
       11:55 Uhr: „Die Ereignisse in Venezuela sind sehr bedenklich“, erklärt Lars
       Klingbeil als SPD-Parteivorsitzender. „Der venezolanische Machthaber Maduro
       hat ein autoritäres Regime angeführt, das sich mit Gewalt und Unterdrückung
       an die Macht geklammert hat. Allerdings kann dies keine Rechtfertigung
       dafür sein, internationales Recht zu missachten.“ Das Völkerrecht sei zu
       achten. „Das gilt auch für das Handeln der USA.“ Jetzt müsse es darum
       gehen, „jegliche weitere Eskalation zu verhindern und den Pfad zu ⁠einem
       friedlichen ‍Übergang zur Demokratie in Venezuela zu finden, damit die
       venezolanische Bevölkerung über ihre Zukunft selbst entscheiden kann“,
       erklärt Klingbeil, ⁠der auch Finanzminister und Vizekanzler ist. (rtr)
       
       Venezuelas Vizepräsidentin Rodríguez will nicht mit USA kooperieren
       
       09.14 Uhr: Nach dem US-amerikanischen Angriff auf Venezuela und der
       Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro hat das Oberste Gericht des
       Landes die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur neuen Präsidentin
       ernannt. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur AVN am
       Samstagnachmittag (Ortszeit). Laut der Verfassung stehe ihr das Amt
       aufgrund der erzwungenen Abwesenheit von Maduro zu.
       
       In ihrem neuen Amt erklärte Rodríguez, sie stehe fest hinter Maduro als
       Präsidenten und widersprach Aussagen von US-Präsident Donald Trump, sie sei
       bereit, mit den USA zu kooperieren. „Wir werden nie wieder eine Kolonie,
       egal von welchem Imperium“, erklärte Rodríguez laut der staatlichen Zeitung
       „Correo del Orinoco“.
       
       Als Reaktion auf die Gefangennahme erklärte die venezolanische
       Oppositionelle und Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado, anstatt
       Rodríguez solle Edmundo González das Amt des Präsidenten übernehmen.
       González hatte 2024 bei den Präsidentschaftswahlen in Venezuela kandidiert.
       Nach einer offensichtlichen Wahlfälschung zugunsten von Maduro hatte sich
       González ebenfalls zum Wahlsieger ernannt. Er lebt derzeit im spanischen
       Exil und wird unter anderem von den USA und einzelnen weiteren Staaten als
       „gewählter Präsident“ betrachtet.
       
       Die USA hatten Venezuela in der Nacht zum Samstag angegriffen, Präsident
       Nicolás Maduro wurde festgesetzt und außer Landes gebracht. Der 63-Jährige,
       der das Land seit 2013 zunehmend autoritär regiert hatte, soll in den USA
       wegen Terrorismus und Drogenhandels vor Gericht gestellt werden.
       
       Die USA wollen laut Trump auf unbestimmte Zeit die Kontrolle in dem Land
       übernehmen, bis ein „ordnungsgemäßer Transfer“ der Macht erfolgen könne. Er
       hatte mehrfach mit einem Militärschlag gegen Venezuela gedroht und
       begründete das mit der Bekämpfung des Drogenhandels. Zudem sollen US-Firmen
       nun wieder eine zentrale Rolle in der Erdölindustrie des Landes bekommen,
       die in den 70er Jahren verstaatlicht worden war. (epd)
       
       ## China fordert sofortige Freilassung von Maduro
       
       08.59 Uhr: China hat die USA zur sofortigen Freilassung des venezolanischen
       Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Ehefrau aufgefordert. Zudem sollen
       die Vereinigten Staaten jegliche Versuche der Destabilisierung der
       venezolanischen Regierung einstellen, sagte ein Sprecher des chinesischen
       Außenministeriums. Bereits am Vortag hatte China den Angriff der USA auf
       Venezuela scharf kritisiert.
       
       China gehört wie auch Russland und der Iran zu Venezuelas Verbündeten. In
       der Nacht zum Samstag hatten die USA bei einem militärischen Angriff auf
       Venezuela den Staatspräsidenten Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau Cilia
       Flores gefangen genommen und außer Landes gebracht. Sie sollen in New York
       vor Gericht gestellt werden, unter anderem wegen des Vorwurfs des
       „Drogenterrorismus“. (dpa)
       
       ## Mexiko und Brasilien verurteilen US-Militäreinsatz in Venezuela
       
       07.51 Uhr: Die linksgerichtete Regierung in Mexiko hat den
       US-Militäreinsatz in Venezuela scharf verurteilt. „Wir verurteilen diese
       Intervention in Venezuela“, erklärte am Samstag die mexikanische
       Präsidentin Claudia Sheinbaum. Das mexikanische Außenministerium betonte,
       jede Form militärischer Aktion „gefährdet ernsthaft die regionale
       Stabilität“. Mexiko verurteile „die einseitigen militärischen Aktionen“ der
       US-Streitkräfte gegen Ziele auf dem Territorium Venezuelas scharf und weise
       sie zurück.
       
       Sheinbaum hatte zuvor angeboten, bei der Suche nach einer friedlichen
       Lösung im Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu vermitteln. Nun
       bekräftige sie, dass ihre Regierung „eine sehr gute Beziehung“ zu
       Washington habe. Die mexikanische Präsidentin hatte im Zollstreit mit
       US-Präsident Donald Trump Verhandlungsgeschick bewiesen.
       
       Auch der linksgerichtete brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva
       hatte zuvor am Samstag den US-Militäreinsatz und die Gefangennahme des
       venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro als „ernsthafte Verletzung der
       Souveränität Venezuelas“ angeprangert. „Die Bombenangriffe auf
       venezolanischem Staatsgebiet und die Gefangennahme seines Präsidenten
       überschreiten die Grenzen des Akzeptablen“ und bedrohten „den Erhalt der
       Region als Friedensgebiet“, erklärte Lula im Onlinedienst X.
       
       Lula forderte die internationale Gemeinschaft auf, über die Vereinten
       Nationen „energisch“ auf die Angriffe zu antworten. Die US-Bombardements
       „erinnern an die schlimmsten Momente der Einmischung in die Politik
       Lateinamerikas und der Karibik“, kritisierte der brasilianische Staatschef.
       
       Lula war während seiner ersten Amtszeit von 2003 bis 2010 ein wichtiger
       Verbündeter des damaligen venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez
       (1999-2013), dem Mentor Maduros.
       
       Die Beziehung Lulas zu Maduro, der nach dem Tod von Chávez 2013 Präsident
       wurde, verschlechterte sich in den vergangenen Jahren aufgrund der
       international umstrittenen Wahlen in Venezuela. Die Wiederwahl Maduros 2024
       erkannte Lula nicht an.
       
       Wie Sheinbaum hatte sich Lula als Vermittler im Dialog zwischen Trump und
       Maduro angeboten, um „einen bewaffneten Konflikt in Lateinamerika zu
       verhindern“. (afp)
       
       ⁦🐾 Lula warnt, Milei jubelt. Die Reaktionen zeigen, wie zerklüftet
       Südamerika im Umgang mit dem Maduro-Regime ist. [12][Ein Bericht] vom
       Südamerika-Korrespondent Jürgen Vogt.
       
       04.47 Uhr: Die Beschränkungen für den Luftraum über der Karibik laufen
       US-Verkehrsminister Sean Duffy zufolge um Mitternacht US-Ostküstenzeit
       (05.00 Uhr GMT) aus. Der Flugverkehr könne dann wieder aufgenommen werden,
       schreibt Duffy auf der Online-Plattform X. Die Fluggesellschaften seien
       informiert und würden ihre Flugpläne zügig aktualisieren. (rtr)
       
       Medien: Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierung
       
       04.17 Uhr: Nach der gewaltsamen Entmachtung des venezolanischen Präsidenten
       Nicolás Maduro übernimmt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez örtlichen
       Medienberichten zufolge geschäftsführend die Führung des Landes. Das habe
       das Oberste Gerichtshof in Venezuela angeordnet.
       
       Maduro und seine Frau Cilia Flores waren am Samstag bei einem
       US-Militäreinsatz von Spezialeinheiten gefangengenommen und in die USA
       gebracht worden. Beide sitzen in einem Gefängnis in New York, wo sie sich
       vor Gericht wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie zum
       Kokainimport verantworten müssen.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte mitgeteilt, dass die USA vorübergehend die
       Macht in dem südamerikanischen Land übernehmen wollen. Vizepräsidentin
       Rodríguez sei zu einer Zusammenarbeit bereit. „Wir haben gerade ein
       Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir
       für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach“,
       sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago. Rodríguez
       gab sich nach Trumps Äußerungen jedoch unbeugsam. „Es gibt nur einen
       Präsidenten in diesem Land und er heißt Nicolás Maduro Moros“, sagte sie
       umgeben von Ministern und Militärs bei einer Sitzung des Nationalen
       Verteidigungsrates.
       
       ## Rodríguez kündigt Widerstand an
       
       Rodríguez kündigte entschlossenen Widerstand gegen den US-Angriff an. „Wir
       werden nie wieder Sklaven sein.“ Sie gilt als eine der loyalsten Figuren in
       Maduros Machtzentrum. Die 56-jährige Juristin hatte als Außenministerin
       (2014–2017) den konfrontativen Kurs gegen die USA geprägt, den sie als
       Vizepräsidentin fortsetzte. Schon ihr Vater war ein linker
       Parteifunktionär, auch ihr Bruder Jorge Rodríguez bekleidete eine Reihe
       wichtiger Ämter in Maduros Regierung. Sie forderte nach dem
       US-Militäreinsatz die sofortige Freilassung von Maduro und seiner Ehefrau.
       
       Venezuelas Verfassung sieht vor, dass Rodríguez bei einem Ausfall des
       Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernimmt.
       
       Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado forderte nach der
       Gefangennahme Maduros die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo
       González Urrutia als Nachfolger. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb
       Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich
       antreten, hieß es in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung
       Machados. (dpa)
       
       Maduro kommt in New Yorker Haftanstalt an
       
       04.00 Uhr: Nach seiner Gefangennahme bei einem US-Militäreinsatz ist der
       venezolanische Präsident Nicolás Maduro in einer Haftanstalt in New York
       angekommen. Ein vom Weißen Haus auf der Plattform X verbreitetes Video
       zeigte, wie Maduro in Handschellen und umrahmt von Beamten der
       US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Gebäudes abgeführt wird.
       
       US-Medienberichten zufolge soll er für die Zeit seiner Untersuchungshaft im
       Stadtteil Brooklyn im Metropolitan Detention Center untergebracht werden,
       einer Haftanstalt der Bundesbehörden.
       
       Zuvor war Maduro übereinstimmenden Medienberichten zufolge mit einem
       Flugzeug der Bundesbehörden auf einem Flughafen im US-Bundesstaat New York
       gelandet und von dort per Hubschrauber in die Nähe der Haftanstalt in der
       Ostküstenmetropole gebracht worden. Das US-Militär hatte ihn am Samstag bei
       einem großen Militäreinsatz in Venezuela gefangengenommen.
       
       Maduro muss sich in New York vor Gericht verantworten. Dem entmachteten
       autoritären Staatschef und seiner bei dem Militäreinsatz ebenfalls
       gefangengenommenen Frau Cilia Flores werden unter anderem „Verschwörung zum
       Drogenterrorismus“ sowie „Verschwörung zum Kokainimport“ vorgeworfen. (dpa)
       
       Gericht in Venezuela ernennt Rodriguez zur Interimspräsidentin
       
       ⁠03:22 Uhr: Die Verfassungskammer des Obersten Gerichtshofs von Venezuela
       hat Vizepräsidentin Delcy Rodríguez am Samstag (Ortszeit) zur
       Interimspräsidentin ernannt. Die Entscheidung ist ⁠eine ‍Reaktion auf die
       Gefangennahme ⁠von Präsident Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte.
       Rodríguez solle das Amt übernehmen, um die „Kontinuität der Verwaltung und
       die umfassende Verteidigung der Nation“ zu gewährleisten, hieß ⁠es in der
       Gerichtsentscheidung. Das Gericht kündigte zudem an, ⁠über die „rechtlichen
       Grundlagen“ zu beraten, um die staatliche Kontinuität nach ‍der
       ⁠Gefangennahme des Präsidenten ‌zu sichern. (rtr)
       
       Rubio: Kuba könnte als Nächstes dran sein
       
       00:15 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat angedeutet, dass Kuba das
       nächste Ziel der Trump-Regierung sein könnte. „Wenn ich in Havanna leben
       und der Regierung angehören würde, wäre ich zumindest ein wenig
       beunruhigt“, erklärte Rubio am Samstag.
       
       Die USA haben eine lange Geschichte militärischer Interventionen in
       Lateinamerika. Dazu gehört die von den USA unterstützte Invasion in der
       Schweinebucht 1961, die von kubanischen Exilanten angeführt wurde und auf
       den Sturz Fidel Castros abzielte. Die Invasion scheiterte und geriet zu
       einer politischen Blamage für die USA. (ap)
       
       ## UN-Sicherheitsrat berät am Montag über US-Angriff auf Venezuela
       
       22:25 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat berät am Montag über den US-Angriff auf
       Venezuela. Dies teilte die somalische Präsidentschaft am Samstag in New
       York mit. Laut Diplomatenkreisen findet die Dringlichkeitssitzung um 10.00
       Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) auf Antrag Venezuelas statt. Bei einem groß
       angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht zum Samstag Ziele in
       dem südamerikanischen Land angegriffen und den linksnationalistischen
       Staatschef Nicolás Maduro und dessen Frau gefangen genommen. (afp)
       
       ## Laut Trump würde es für Machado „schwierig“ in Venezuela
       
       19.46 Uhr: Nach dem Sturz des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro
       hat sich US-Präsident Donald Trump skeptisch über die Eignung von
       Oppositionsführerin María Corina Machado als dessen Nachfolgerin geäußert.
       „Ich denke, es wäre sehr schwierig für sie, die Führungsposition zu
       übernehmen, da sie weder die nötige Unterstützung noch den nötigen Respekt
       im Land genießt“, sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz
       Mar-a-Lago in Florida über die Friedensnobelpreisträgerin. „Sie ist eine
       sehr nette Frau, aber ihr fehlt der Respekt der Bevölkerung.“
       
       Trump verneinte zuvor eine Frage, ob er wisse, wo sich Machado derzeit
       aufhalte und ob er mit ihr gesprochen habe. Der Aufenthalt der
       venezolanischen Regierungskritikerin ist bislang nicht bekannt. (dpa)
       
       ## Trump hat „keine Angst vor US-Truppen in Venezuela“
       
       18.35 Uhr: US-Präsident Donald Trump steht einem Einsatz von
       US-Streitkräften auf venezolanischem Boden gelassen gegenüber. „Wir haben
       keine Angst vor Bodentruppen. Und wir müssen welche haben, wir hatten
       vergangene Nacht Bodentruppen vor Ort“, sagte er bei einer Pressekonferenz
       in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Er scheue sich nicht, das zu
       sagen. „Wir werden sicherstellen, dass dieses Land ordnungsgemäß regiert
       wird“, sagte er. (dpa)
       
       ## Trump will Venezuela „reich, unabhängig und sicher“ machen
       
       18.23 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach der Gefangennahme des
       venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wirtschaftliche und
       sicherheitspolitische Zusagen für Venezuela gemacht. Bei einer
       Pressekonferenz erklärte Trump, große US-Ölkonzerne sollten Milliarden
       Dollar investieren, um die nach seinen Worten „schwer beschädigte“
       venezolanische Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Ziel sei es, das Land
       wirtschaftlich wiederaufzubauen.
       
       Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten werde Venezuela „reich,
       unabhängig und sicher“ machen, sagte Trump. Trump sagte zudem, Millionen
       Venezolaner im Exil – auch in den USA – würden von den geplanten Maßnahmen
       profitieren. (dpa)
       
       🐾 Luftschläge in Venezuela und eine mögliche Entführung Maduros:
       US-Präsident Donald Trump will den Regimewechsel in Caracas. Was hat ihn
       dazu getrieben? [13][Eine Analyse] vom taz Autor Leon Holly.
       
       ## Meloni: „Externes militärisches Vorgehen“ nicht richtig – aber legitim
       
       18.22 Uhr: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich zu den
       US-Angriffen auf Venezuela und der Gefangennahme des venezolanischen
       Präsidenten Nicolás Maduro abwägend geäußert. Ein „externes militärisches
       Vorgehen“ sei nicht der richtige Weg, um „totalitäre Regime zu beenden“,
       hieß es in einer Mitteilung von Melonis Amtssitz. Die rechte Politikerin
       gilt als Sympathisantin von US-Präsident Donald Trump, der die Angriffe
       angeordnet hatte.
       
       Gleichzeitig betonte Meloni, ihre Regierung halte ein „Eingreifen
       defensiver Natur“ gegen hybride Angriffe auf die eigene Sicherheit für
       legitim – etwa wenn staatliche Akteure den Drogenhandel in einem anderen
       Land fördern oder begünstigen. Trump hatte Maduro immer wieder vorgeworfen,
       einen Drogenstaat zu führen und die USA mit Drogen zu überschwemmen.
       
       Meloni betonte, Italien habe stets das Streben des venezolanischen Volkes
       nach einem demokratischen Übergang in dem lateinamerikanischen Land
       unterstützt. Ihre Regierung habe zudem das repressive Vorgehen Maduros
       immer wieder verurteilt und gemeinsam mit den wichtigsten internationalen
       Partnern eine Anerkennung der Wiederwahl des Politikers nach der
       umstrittenen Präsidentschaftswahl im Sommer 2024 vehement abgelehnt. (dpa)
       
       ## Trump: US-Embargo gegen Öl aus Venezuela bleibt bestehen
       
       18.01 Uhr: Das US-Embargo gegen venezolanisches Öl bleibt vorerst in Kraft.
       ⁠Das kündigt US-Präsident Trump auf einer Pressekonferenz in Washington an.
       Die US-Marine bleibe ebenfalls in Position. Die USA behielten sich alle
       militärischen Optionen vor, „bis unsere Forderungen in vollem Umfang
       erfüllt sind.“ (rtr)
       
       Trump: USA wollen Venezuela vorerst selbst führen
       
       18.00 Uhr: Nach ihrem Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme von
       Präsident Nicolás Maduro wollen die USA nach den Worten von Präsident
       Donald Trump vorübergehend die Führung des Landes übernehmen. „Wir werden
       das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und
       vernünftigen Übergang gewährleisten können“, sagte Trump am Samstag bei
       einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida.
       Gleichzeitig kündigte er an, US-Ölunternehmen sollten in Venezuela aktiv
       werden, um „anzufangen, Geld für das Land zu machen“. (afp)
       
       🐾 Schon immer haben sich die USA gewaltsam in die Angelegenheiten
       lateinamerikanischer Staaten eingemischt. Aus politischen und
       Wirtschaftsinteressen. [14][Ein Bericht] vom taz-Autor Stefan Schaaf.
       
       Trump: Bereit für zweite Welle von Angriffen auf Venezuela 
       
       17.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat eine „zweite, deutlich größere
       Welle“ von Angriffen in Venezuela in Aussicht gestellt. Diese sei
       wahrscheinlich nicht nötig, weil das US-Militär bei seiner Gefangennahme
       von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro „so erfolgreich“ gewesen sei,
       sagte er bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in
       Florida. „Wir sind aber darauf vorbereitet, eine zweite, deutlich größere
       Welle durchzuführen.“ (dpa)
       
       ## Trump veröffentlicht Foto von Maduro in Handschellen
       
       17.40 Uhr: Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás
       Maduro bei einem US-Militäreinsatz hat US-Präsident Donald Trump ein Foto
       veröffentlicht, das diesen in Handschellen und mit verbundenen Augen zeigt.
       Auf dem Bild sei Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs „USS Iwo Jima“ zu
       sehen, kommentierte Trump am Samstag in Onlinediensten das Foto des mit
       einem grauen Jogginganzug bekleideten langjährigen venezolanischen
       Staatschefs. Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der
       Nacht Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro und dessen Frau gefangen
       genommen.
       
       Oppositionsführerin Machado begrüßt Maduro-Gefangennahme
       
       16.56 Uhr: Auf dem Kurznachrichtendienst X wird – unter anderem im
       Audioformat – ein Statement verbreitet, das der der venezolanischen
       Oppositionsführerin María Corina Machado zugeschrieben wird.
       
       Darin heißt es: „Nicolás Maduro muss sich ab heute vor der internationalen
       Justiz für die grausamen Verbrechen verantworten, die er gegen Venezolaner
       und Bürger vieler anderer Nationen begangen hat. Angesichts seiner
       Weigerung, eine Verhandlungslösung zu akzeptieren, hat die Regierung der
       Vereinigten Staaten ihr Versprechen, das Gesetz durchzusetzen, eingelöst.
       Es ist an der Zeit, dass die Volkssouveränität und die nationale
       Souveränität in unserem Land herrschen. Wir werden Ordnung schaffen,
       politische Gefangene befreien, ein außergewöhnliches Land aufbauen und
       unsere Kinder nach Hause holen. Wir haben jahrelang gekämpft, wir haben
       alles gegeben, und es hat sich gelohnt. Was passieren musste, passiert
       gerade. Dies ist die Stunde der Bürger. Diejenigen, die am 28. Juli alles
       für die Demokratie riskiert haben. Diejenigen, die Edmundo González Urrutia
       zum legitimen Präsidenten Venezuelas gewählt haben, der sofort sein
       verfassungsmäßiges Mandat antreten und von allen Offizieren und Soldaten
       der Nationalen Streitkräfte als Oberbefehlshaber anerkannt werden muss.
       Heute sind wir bereit, unser Mandat durchzusetzen und die Macht zu
       übernehmen. Bleiben wir wachsam, aktiv und organisiert, bis der
       demokratische Übergang vollzogen ist. Ein Übergang, der uns ALLE braucht.
       An die Venezolaner, die sich in unserem Land befinden: Seien Sie bereit,
       das umzusetzen, was wir Ihnen sehr bald über unsere offiziellen Kanäle
       mitteilen werden. Die Venezolaner im Ausland müssen mobilisiert werden, um
       die Regierungen und Bürger der Welt zu aktivieren und sie schon jetzt für
       die große Operation des Aufbaus des neuen Venezuela zu gewinnen. In diesen
       entscheidenden Stunden sende ich Ihnen meine ganze Kraft, mein Vertrauen
       und meine Zuneigung. Bleiben wir alle wachsam und in Kontakt.“
       
       Der Text endet mit den Parolen „VENEZUELA WIRD FREI SEIN!“ und „Wir gehen
       Hand in Hand mit Gott bis zum Ende“.
       
       [15][Machado, Friedensnobelpreisträgerin 2025], gilt als Sympathisantin des
       US-Präsidenten Donald Trump. (smd)
       
       Russland fordert Freilassung Maduros
       
       16.39 Uhr: Russland hat die USA aufgefordert, den gefangen genommenen
       venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro und dessen Frau freizulassen.
       „Wir fordern die amerikanische Führung nachdrücklich auf, ihre Position zu
       überdenken und den rechtmäßig gewählten Präsidenten des souveränen Landes
       und seine Frau freizulassen“, erklärte das Außenministerium in Moskau am
       Samstag. (afp)
       
       ## USA will laut Trump in Venezuela „sehr involviert sein“
       
       16.34 Uhr: Nach der Gefangennahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro
       durch US-Spezialkräfte will Präsident Donald Trump bei der Machtfrage in
       Caracas mitentscheiden. „Wir treffen diese Entscheidung jetzt. Wir können
       nicht riskieren, dass jemand anderes übernimmt und einfach so weitermacht“,
       sagte er in einem Telefoninterview des Senders Fox News auf die Frage nach
       der politischen Zukunft von Venezuela. „Wir werden sehr involviert sein.
       Wir wollen Freiheit für die Menschen erreichen.“
       
       Nach der venezolanischen Verfassung würde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez
       bei einem Ausfall des Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte
       übernehmen. Als mögliche Szenarien werden in der Verfassung unter anderem
       Tod, Rücktritt, Amtsenthebung oder Amtsaufgabe aufgeführt.
       
       Da im vorliegenden Fall keiner dieser Gründe vorliegt, geht Venezuelas
       Außenminister davon aus, dass Maduro weiterhin Präsident ist. „Die
       Verfassung ist klar: Der gewählte Präsident, der verfassungsmäßige
       Präsident ist Nicolás Maduro Moros. Seine physische Anwesenheit in
       Venezuela muss von den USA sofort wieder hergestellt werden“, sagte Yvan
       Gil im Staatsfernsehen. (dpa)
       
       Venezuelas Opposition fordert Präsidentschaft für Gonzalez
       
       16.30 Uhr: Die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina ‌Machado hat
       Edmundo González als neuen Präsidenten des Landes vorgeschlagen. ⁠Maduro
       sei abgesetzt worden, weil er sich Verhandlungen verweigert habe, erklärt
       Machado in einem am Samstag veröffentlichten Brief.
       
       Die jüngst mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Machado beansprucht
       mit ihrer Opposition den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024. Der
       Diplomat Gonzalez war dabei Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses,
       nachdem Machado das passive Wahlrecht entzogen worden war. (rtr)
       
       China wirft USA Verstoß in „schwerwiegender Weise gegen Völkerrecht“ vor
       
       16.02 Uhr: China hat die ‌Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás
       Maduro durch die USA scharf ⁠verurteilt. „China ist zutiefst erschüttert
       und verurteilt die Anwendung von Gewalt durch die USA gegen einen
       souveränen Staat und die Anwendung von Gewalt gegen den Präsidenten eines
       Landes auf das Schärfste“, teilt das Außenministerium in Peking in einer
       Erklärung mit.
       
       „China lehnt ein solches hegemoniales Verhalten der USA entschieden ab, das
       in schwerwiegender Weise gegen das Völkerrecht verstößt, die Souveränität
       Venezuelas verletzt und den Frieden und die Sicherheit in Lateinamerika und
       der Karibik bedroht.“ Die Regierung fordert die USA auf, sich an das
       Völkerrecht sowie die Ziele und Grundsätze der UN-Charta zu halten. Sie
       sollten aufhören, die Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu
       verletzen. (rtr)
       
       Trump will kompletten Regierungswechsel
       
       15.42 Uhr: Dem bei einem US-Militäreinsatz in Venezuela gefangen genommenen
       Präsidenten Nicolás Maduro soll nach den Worten von US-Präsident Donald
       Trump kein Vertreter von dessen Regierung nachfolgen. Er werde niemandem
       erlauben, „dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat“, sagte Trump in einem
       Telefoninterview dem US-Sender Fox News mit Blick auf Maduro. Der
       venezolanische Staatschef sei in einer Art „Festung“ gefangen genommen
       worden und solle nach New York gebracht werden. (afp)
       
       Trump will Maduro zur Kapitulation aufgefordert haben
       
       15.35 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten vor einer
       Woche Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro zur Kapitulation aufgefordert.
       „Ich sagte, du musst aufgeben. Du musst dich ergeben“, sagte Trump im
       Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News.
       
       Maduro und er hätten vor etwa einer Woche miteinander telefoniert. Der nun
       von US-Eliteeinheiten gefangengenommene Staatschef habe sich geweigert.
       (dpa)
       
       Premier der Slowakei Fico verurteilt US-Angriff
       
       15.30 Uhr: Der als Sympathisant von US-Präsident Donald Trump geltende
       slowakische Premier Robert Fico hat den US-Angriff auf Venezuela
       entschieden verurteilt. Die US-Militäraktion zeige, dass „das Völkerrecht
       nicht gilt, militärische Gewalt ohne UN-Mandat angewendet wird und jeder,
       der groß und stark ist, macht, was er will“, schrieb der Linksnationalist
       auf Facebook.
       
       Als Regierungschef eines kleinen Landes müsse er „so ein Untergraben des
       Völkerrechts resolut ablehnen“, wie er auch den Irak-Krieg und die
       russische Invasion in der Ukraine abgelehnt habe. Auch die Europäische
       Union rief Fico zu einer ebenso „konsequenten“ Verurteilung auf, wie beim
       Angriff auf die Ukraine. Ansonsten wäre die EU „pharisäerhaft“, schrieb der
       Linksnationalist. (dpa)
       
       US-Vizepräsident Vance will „gestohlenes Öl zurück“
       
       15.17 Uhr: US-Vizepräsident JD Vance hat die Kritik an dem US-Angriff auf
       Venezuela sowie an der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro
       zurückgewiesen. „Gegen Maduro liegen in den Vereinigten Staaten mehrere
       Anklagen wegen Drogenschmuggels und Terrorismus vor. Man kann der Justiz in
       den USA nicht entgehen, nur weil man in einem Palast in Caracas lebt“,
       schrieb er auf der Plattform X.
       
       US-Präsident Donald Trump habe deutlich gemacht: „Der Drogenhandel muss
       aufhören, und das gestohlene Öl muss an die Vereinigten Staaten
       zurückgegeben werden.“
       
       Trump habe Maduro in der Vergangenheit „mehrere Auswege“ angeboten. „Maduro
       ist der jüngste, der erfahren musste, dass Präsident Trump seine Worte
       ernst meint.“
       
       USA wollen Maduro wegen Drogenhandels und Terrorismus den Prozess machen
       
       14.25 Uhr: Die US-Justiz will dem beim Militäreinsatz der Vereinigten
       Staaten gegen Venezuela mutmaßlich gefangen genommenen Staatschef Nicolás
       Maduro wegen Vorwürfen des Drogenhandels und des Terrorismus den Prozess
       machen. Maduro und seine Ehefrau seien angeklagt und würden bald mit „dem
       ganzen Zorn der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden in
       amerikanischen Gerichten konfrontiert werden“, schrieb US-Justizministerin
       Pam Bondi am Samstag im Onlinedienst X.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mitgeteilt, dass Maduro und seine
       Ehefrau Cilia Flores während des nächtlichen US-Einsatzes „gefangen
       genommen und außer Landes geflogen“ worden seien.
       
       Bondi verwies nun darauf, dass gegen Maduro bereits in der Vergangenheit
       Anklage wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus und Verschwörung zur
       Einfuhr von Kokain“ erhoben worden sei. Diese Anklage gegen Maduro hatte
       das US-Justizministerium bereits 2020 – während Trumps erster Amtszeit –
       angestrengt.
       
       Washington beschuldigt Maduro, den Drogenhandel für das „Kartell der
       Sonnen“ zu leiten, dessen Existenz zahlreichen Experten zufolge allerdings
       erst noch bewiesen werden muss. Maduro wies in der Vergangenheit alle
       Anschuldigungen zurück. (afp)
       
       Gemischte Reaktionen aus deutscher Politik
       
       14.00 Uhr: Der Militärschlag der USA gegen Venezuela und die Gefangennahme
       von Staatschef Nicolás Maduro rufen in Deutschland unterschiedliche
       Reaktionen hervor. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen
       Hardt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das Ende der
       Herrschaft von Maduro „wäre ein Signal der Hoffnung für Venezuela, dessen
       Bevölkerung zu großen Teilen vor Maduros Regime ins Ausland floh“.
       
       Linke-Chef Jan van Aken sagte hingegen: „Wer wie Trump das Völkerrecht
       bricht und Präsidenten entführen lässt, der betreibt brutalen
       Staatsterrorismus.“ Die USA hatten Maduro und dessen Ehefrau bei dem
       Angriff gefasst und außer Landes gebracht, wie US-Präsident Donald Trump
       mitgeteilt hatte.
       
       Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge forderte eine klare Reaktion der
       Bundesregierung. Die Luftangriffe stellten einen Bruch des Völkerrechts und
       eine gefährliche militärische Eskalation dar, sagte sie dem RND. „Wir
       erwarten daher von der Bundesregierung, dass sie dies verurteilt und sich
       unmissverständlich gegenüber den USA für Deeskalation, die Einhaltung des
       Völkerrechts und die Achtung staatlicher Souveränität einsetzt.“
       
       Dröge betonte, die Politik Maduros sei in keiner Weise akzeptabel. Doch
       auch die US-Politik sei falsch: „Unter Donald Trump verfolgen die USA
       international eine Politik, die immer mehr auf das Recht des Stärkeren
       setzt und die Einhaltung internationalen Rechts missachtet.“ Es bestehe die
       Gefahr, dass andere Staaten diesem Beispiel folgten und die Welt so immer
       gefährlicher werde. (dpa)
       
       Venezuelas Innenminister: „Wir werden siegen“
       
       13.35 Uhr: Venezuelas Innenminister [16][Diosdado Cabello] hat sich trotz
       des US-Militärangriffs und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro
       siegesgewiss gezeigt. „Am Ende dieser Angriffe werden wir siegen“, sagte
       Cabello, der als einer der mächtigsten Männer des Landes gilt, am Samstag
       im staatlichen Fernsehen.
       
       Es sei „nicht der erste Kampf gegen unser Volk“, sagte der Innenminister
       weiter und fügte hinzu: „Es lebe das Vaterland! Es lebe! Immer loyal!
       Niemals Verräter!“ Das venezolanische Volk wisse, wie es „unter allen
       Umständen überlebt“. Auf Online-Plattformen hatte es Gerüchte über eine
       Gefangennahme oder den Tod Cabellos gegeben. (afp)
       
       EU-Chefdiplomatin erinnert an Völkerrecht
       
       13.29 Uhr: Die [17][EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas] hat nach dem
       US-Angriff auf Venezuela zur Achtung des Völkerrechts aufgerufen. „Unter
       allen Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der
       Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur
       Zurückhaltung auf“, schrieb Kallas auf X. Nach eigenen Angaben hatte sie
       zuvor mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert.
       
       Die Europäische Union beobachte die Lage in Venezuela aufmerksam, heißt es
       im Post von Kallas. Die EU habe wiederholt erklärt, dass Maduro Legitimität
       fehle, und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen. „Die
       Sicherheit der EU-Bürger in diesem Land hat für uns oberste Priorität“,
       fügte die estnische Politikerin hinzu.
       
       Auch [18][EU-Ratspräsident António Costa] zeigte sich besorgt über die.
       „Die Europäische Union ruft zur Deeskalation und zu einer Lösung unter
       vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in der Charta der Vereinten
       Nationen verankerten Grundsätze auf“, schrieb Costa auf X. Die EU werde
       sich weiterhin für eine friedliche, demokratische und inklusive Lösung in
       Venezuela einsetzen.
       
       Die USA hatten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela
       angegriffen und nach Angaben von Präsident Donald Trump auch den
       autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Die
       Luftschläge richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen
       Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen. (dpa)
       
       Milei feiert Maduros Festsetzung durch die USA
       
       [19][13.24 Uhr: Argentiniens Präsident Javier Milei] feiert die von den USA
       verkündete Festsetzung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. „DIE
       FREIHEIT SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL“, schrieb
       der ultraliberale Politiker auf X in Versalien zu einem Nachrichtenbericht,
       den er auf der Plattform teilte. (dpa)
       
       Russland fordert zur Rückkehr zu Gesprächen auf
       
       12.27 Uhr: In einem [20][russischen Regierungsstatement] heißt es: „In der
       gegenwärtigen Situation ist es vor allem wichtig, eine weitere Eskalation
       zu verhindern und sich auf die Suche nach einer Lösung im Dialog zu
       konzentrieren. Wir gehen davon aus, dass alle Parteien, die möglicherweise
       Beschwerden gegeneinander haben, Lösungen durch dialogbasierte Mechanismen
       suchen müssen. Wir sind bereit, solche Bemühungen zu unterstützen.“
       
       Russland bekräftigt darüber hinaus seine „Solidarität mit dem
       venezolanischen Volk“ und eine „Unterstützung für den Kurs seiner
       bolivarischen Führung, der darauf abzielt, die nationalen Interessen und
       die Souveränität des Landes zu wahren.“ (smd)
       
       Venezuela meldet Tote und Verletzte
       
       11.55 Uhr: Bei dem US-Angriff auf Ziele in Venezuela sind nach
       Regierungsangaben Soldaten und Zivilisten getötet worden. „Wir verurteilen
       diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und
       Zivilisten das Leben gekostet hat“, sagte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez
       im Staatsfernsehen. (dpa)
       
       Viele falsche Videos im Netz geteilt
       
       11.50 Uhr: In den Social-Media-Kanälen werden aktuell zahlreiche Videos
       geteilt, die den US-Angriff auf Venezuela zeigen sollen. Nicht alle davon
       sind echt. Darauf hat [21][auf X der BBC-Journalist Shayan Sardarizadeh
       hingewiesen], dessen Spezialgebiete Verifikation und Desinformation sind.
       So zeige ein Video, das angeblich den US-Angriff auf eine Militärbasis in
       Venezuela zeigen soll, eine iranische Rakete auf Israel. (ga)
       
       ## Russland verurteilt US-Angriff auf Venezuela als „verwerflich“
       
       11.40 Uhr: Russland hat den US-Militärangriff auf Venezuela mit deutlichen
       Worten verurteilt. Das Vorgehen sei „zutiefst beunruhigend und
       verwerflich“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau am Samstag.
       Es gebe keine Rechtfertigung für diese „bewaffnete Aggression“. (afp)
       
       Spanien ruft zur Deeskalation in Venezuela auf
       
       11.35 Uhr: Spanien hat angesichts der US-Angriffe in Venezuela und der
       Mitteilung über eine Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro zur
       Mäßigung aufgerufen. Das Völkerrecht und die UN-Charta müssten beachtet
       werden, stand in einer ersten Erklärung des spanischen Außenministeriums
       zur Lage in dem südamerikanischen Land.
       
       Zugleich bot die linke Regierung in Madrid ihre Hilfe an, um „eine
       friedliche und durch Verhandlungen erzielte Lösung der gegenwärtigen Krise
       zu erreichen“. (dpa)
       
       „New York Times“: Keine Opfer auf US-Seite
       
       11.35 Uhr: Bei dem Angriff auf Venezuela gab es laut einem Medienbericht
       keine Opfer auf US-Seite. Dies berichtete die Zeitung „New York Times“
       unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. (dpa)
       
       Krisenstab der Bundesregierung tagt
       
       11.20 Uhr: Im Auswärtigen Amt wird heute der Krisenstab der Bundesregierung
       zusammentreten. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und
       verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, heißt es im
       Außenministerium. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der
       Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit „in Teilen noch
       unübersichtlich“. Die Bundesregierung stimme sich eng mit den Partnern ab.
       (rtr)
       
       US-Senator zu Venezuela: „Dieser Krieg ist illegal“
       
       11.15 Uhr: Nach dem Angriff der USA auf Venezuela haben mehrere
       US-Parlamentarier Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens geäußert. Der
       demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego schrieb im
       Kurznachrichtendienst X: „Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass
       wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen
       Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten“.
       
       Auch ein Parteifreund von US-Präsident Donald Trump, der republikanische
       Senator Mike Lee von Utah, meldete Zweifel an: „Ich bin gespannt darauf zu
       erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich
       rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder
       einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt.“ (dpa)
       
       ## Vizepräsidentin weiß nicht, wo Maduro ist
       
       11.08 Uhr: Die venezolanische Regierung weiß derzeit nicht, wo sich
       Präsident Nicolás Maduro und seine Frau aufhalten. Das teilt
       Vizepräsidentin Delcy Rodríguez in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten
       Audiobotschaft mit. Sie fordert „einen sofortigen Beweis“, dass die beiden
       noch am Leben seien. US-Präsident Donald Trump hat mitgeteilt, dass Maduro
       ⁠und ‍seine Frau gefangen genommen und außer Landes geflogen worden seien.
       (rtr)
       
       ## US-Elitesoldaten sollen Maduro gefangen genommen haben
       
       10.55 Uhr: Die Gefangennahme ⁠von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro
       erfolgte nach Angaben eines US-Vertreters durch amerikanische
       Elitesoldaten. Der Sender CBS News berichtet, es habe sich um Mitglieder
       der Delta Force gehandelt, einer Spezialeinheit der US-Armee. (rtr)
       
       ## Venezuela kündigt „massiven“ Einsatz all seiner militärischen Mittel an
       
       10.55 Uhr: Wegen des US-Angriffs auf Venezuela hat das südamerikanische
       Land am Samstag einen „massiven“ Einsatz all seiner militärischen Mittel
       angekündigt. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Caracas
       wurde den USA überdies vorgeworfen, auch Wohngebiete mit Zivilisten
       bombardiert zu haben. (afp)
       
       Trump kündigt Pressekonferenz an
       
       10.42 Uhr: US-Präsident Trump verkündet in einem Social-Media-Post,
       Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und seine Frau in Gewahrsam genommen
       wurden und zur Stunde aus dem Land geflogen werden. Trump befindet sich
       derzeit in seinem Anwesen in Mar-a-Lago in Florida und hat dort für 11 Uhr
       Ortszeit eine Pressekonferenz angekündigt. (sny)
       
       ## Venezuelas Verteidigungsminister meldet sich lebend
       
       10.40 Uhr: Venezuelas Verteidigungsminister, General Vladimir Padrino
       Lopez, hat sich als erstes Regierungsmitglied an die Öffentlichkeit
       gewendet. Zuvor war auf X spekuliert worden, der General sei Opfer des
       US-Angriffs geworden. Padrino Lopez gilt als einer der engsten Mitarbeiter
       der Maduro-Regierung. (sny)
       
       ## Kuba verurteilt den US-Angriff
       
       10.37 Uhr: Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilt den US-Angriff auf
       Venezuela als „kriminellen Attacke“. Er fordert die internationale
       Gemeinschaft zu einer „dringende Reaktion“ auf. (sny)
       
       Trump bestätigt Angriff in Venezuela – Maduro gefangen genommen
       
       10.35 Uhr: US-Präsident ⁠Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Venezuela
       angegriffen haben. Es habe sich ⁠um ‍einen großangelegten Angriff ⁠gegen
       das Land und seinen Anführer gehandelt, teilte Trump am Samstag mit.
       Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ⁠sei gefangen genommen und außer
       ⁠Landes gebracht worden.
       
       ## Iran verurteilt US-Militärangriff auf Venezuela
       
       10.34 Uhr: Der Iran hat einen Militärangriff der USA auf Venezuela scharf
       verurteilt. Es handle sich um eine „eklatante Verletzung seiner nationalen
       Souveränität und territorialen Integrität“, teilte das iranische
       ⁠Außenministerium ‍mit. Iran forderte den UN-Sicherheitsrat auf, „sofort zu
       handeln, um ⁠die unrechtmäßige Aggression zu stoppen“ und die
       Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Iran gilt als enger
       Verbündeter Venezuelas. (rtr)
       
       ## CBS News: Angriffe in Venezuela schon Weihnachten geplant
       
       10.29 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat für Angriffe auf Venezuela laut
       einem Medienbericht bereits vor Tagen grünes Licht erteilt.
       Militärvertreter hätten erwogen, die Attacken an Weihnachten durchzuführen,
       berichtete der US-Nachrichtensender CBS News unter Berufung auf zwei mit
       der Angelegenheit vertraute Personen.
       
       Aufgrund der US-Luftschläge in Nigeria gegen Ziele des Islamischen Staates
       (IS) seien die Pläne dann allerdings verschoben worden. CBS News zufolge
       gab es in den Tagen nach Weihnachten weitere Zeitfenster für Angriffe –
       allerdings sei das Wetter ungünstig gewesen, sodass das US-Militär auf
       bessere Bedingungen gewartet habe.
       
       In der Nacht zum Samstag haben die Vereinigten Staaten dann offensichtlich
       Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas warf Washington
       vor, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele
       durchzuführen. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, die
       USA hätten Ziele in Venezuela attackiert. (dpa)
       
       ## US-Luftfahrtbehörde untersagt Flüge rund um Venezuela
       
       10.15 Uhr: Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration)
       hat Flüge rund um Venezuela untersagt. „In Zusammenhang mit den andauernden
       militärischen Aktivitäten“ ist der Betrieb von kommerziellen und privaten
       US-Flügen in bestimmten Gebieten verboten. Das geht aus einer sogenannte
       Notam (Notice to Airmen, Hinweise an Piloten) hervor, die die FAA bei
       verschiedenen Gefahrensituationen und Lagen herausgibt. Konkret handelt es
       sich um die venezolanische Küstenstadt Maiquetía, die Karibikinsel Curaçao,
       um Piarco auf der Insel Trinidad sowie um San Juan auf Puerto Rico. (dpa)
       
       US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus
       
       09.58 Uhr: Der Militäreinsatz gegen Venezuela geht nach Informationen von
       US-Medien von den USA aus. Die Sender CBS News und Fox News berichteten am
       Samstag, dass Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten, die
       Beteiligung der US-Armee bestätigt hätten. Das Weiße Haus und das Pentagon
       äußerten sich zunächst nicht.
       
       Die venezolanische Regierung warf der Regierung von US-Präsident Donald
       Trump einen „schweren militärischen Angriff“ vor. Dieser habe sich gegen
       „zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda,
       Aragua sowie La Guaira rund um Caracas“ gerichtet.
       
       „Eine solche Aggression bedroht den Frieden und die internationale
       Stabilität“ und bringe „das Leben von Millionen Menschen schwerwiegend in
       Gefahr“, hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der USA sei „nichts anderes,
       als sich Venezuelas strategischer Ressourcen zu bemächtigen, insbesondere
       seines Erdöls und seiner Mineralien“. Die Regierung in Caracas rief den
       Ausnahmezustand aus und ordnete eine Mobilisierung des ganzen Landes zur
       Abwehr „dieses imperialistischen Angriffs“ auf. (afp)
       
       Die Lage am Samstagmorgen
       
       09.28 Uhr: In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben sich
       Medienberichten zufolge eine Reihe von Explosionen ereignet. Auf vom
       Fernsehsender NTN24 veröffentlichten Bildern waren Explosionen und
       Rauchwolken zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota
       ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf
       einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über
       die nächtliche Stadt fliegen. Was der Auslöser der Explosionen war, blieb
       zunächst unklar. ‍Ziel sollten ⁠unter anderem Militäreinrichtungen sein,
       berichtete die Reporterin des Senders CBS am Samstag auf ⁠X unter Berufung
       auf US-Vertreter.
       
       Die Regierung in Venezuela hat den USA einen „schweren militärischen
       Angriff“ vorgeworfen. Sein Land ⁠lehne diese Aggression ab, heißt es in
       einer Erklärung des Staatschefs Nicolás Maduro. Ziel der Angriffe waren
       demnach die Hauptstadt Caracas und La Guaira sowie die Bundesstaaten
       Miranda und ⁠Aragua. Maduro habe daraufhin den Ausnahmezustand ausgerufen
       und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet, hieß es am Samstag in
       einer Mitteilung der Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte Maduro
       kürzlich gedroht, dass dessen Tage „gezählt“ seien.
       
       Der Militäreinsatz gegen Venezuela geht nach Informationen von US-Medien
       von den USA aus. Die Sender CBS News und Fox News berichteten am Samstag,
       dass Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten, die
       Beteiligung der US-Armee bestätigt hätten. Das Weiße Haus und das Pentagon
       äußerten sich zunächst nicht.
       
       Auch der Präsident des Nachbarlandes Kolumbien hat von einem Angriff auf
       Venezuela gesprochen. „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an
       alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen“, schrieb
       Staatschef Gustavo Petro auf der Plattform X. „Die Organisation
       Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort
       zusammentreten“, forderte er.
       
       ## USA werfen Venezuela vor, Drogenschmuggel zu fördern
       
       Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter
       eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche
       Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen. Das Militär
       versenkte zuletzt eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, die Küstenwache
       beschlagnahmte mit Sanktionen belegte Öltanker. US-Präsident Donald Trump
       bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen
       Land.
       
       Venezuelas autoritärer Präsident Maduro wirft dem Weißen Haus vor, einen
       Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Im Oktober hatte Trump
       öffentlich bestätigt, dass er verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes
       CIA in Venezuela genehmigt habe.
       
       Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten
       Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger
       zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu
       seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen
       Erdölvorkommen zu bemächtigen.
       
       Am Donnerstag zeigte sich Maduro jedoch offen für Gespräche mit den USA.
       „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, sagte er im
       Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die
       Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration. Maduro betonte jedoch auch die
       Wehrhaftigkeit seines Landes: „Das nationale Verteidigungssystem hat die
       nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer
       Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin“, erklärte er.
       (afp/reuters/dpa)
       
       3 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
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