# taz.de -- Brandanschlag auf einen Kältebus: Es gibt noch Mitgefühl
> Am Wochenende wurde ein Kältebus angezündet, mit dem Obdachlosen im
> Winter geholfen wird. Der Schock war groß, doch die Solidarität umso
> größer.
(IMG) Bild: Nach dem Brandanschlag auf die Kältebusse der Berliner Stadtmission gab es eine große Welle an Solidarität
Wer wohlig warme Weihnachtstage zu Hause hatte, kann sich glücklich
schätzen. Denn nicht jede*r hat eine Familie und Freund*innen um sich
herum, ein sicheres Dach über dem Kopf und eine Heizung, die einfach
aufgedreht werden kann. Allein in Berlin sind über [1][50.000 Menschen
obdachlos]. Sie leben um und in Bahnhöfen, auf der Straße, in
Unterführungen, Hauseingängen oder Hinterhöfen. Mit der Hilfe von 50
Ehrenamtlichen ist die [2][Berliner Stadtmission] im Winter mit drei
sogenannten Kältebussen unterwegs und versorgt Obdachlose mit Tee, Suppe,
Schlafsäcken, sie bringen sie in Notunterkünfte. Den Winter und die
fressende Kälte zu überstehen, ist für sie eine Herausforderung. Im
vergangenen Winter konnte die Stadtmission 2.100 Menschen in Unterkünfte
bringen.
Allein deshalb ist es so fragwürdig wie unmenschlich, auf solche Kältebusse
Brandschläge zu verüben, so wie das jüngst in Berlin geschehen ist. Ein Bus
brannte komplett aus, ein weiterer wurde beschädigt und ist zunächst nicht
mehr fahrbar. Eine solch sinnlose und erschütternde Tat, die
schutzbedürftige Menschen sogar in Lebensgefahr bringen kann, lässt sich
nur schwer verdauen.
Doch aus dem Entsetzen wuchs schnell eine große Welle an Solidarität. Die
Berliner Stadtmission bat nach dem Vorfall um Unterstützung, rechnete
jedoch nicht damit, dass diese in einem so großen Ausmaß erfolgen würde.
Denn bereits am Sonntag nach dem Vorfall teilten sie auf ihrer Webseite
mit, dass ihr Träger Gewebo kurzfristig einen Bus mit Rollstuhlrampe zur
Verfügung stellen konnte. Ein weiteres Fahrzeug stellte ein privates
Unternehmen bereit. Sie waren also kurz darauf wieder einsatzbereit.
Die Stadtmission erhielt zudem so viele Spenden wie schon lange nicht mehr
sowie eine Flut an Solidarität und Beistand auf Social Media. „Gestern
waren wir sprachlos, weil jemand unseren Kältebus abbrannte, heute sind wir
sprachlos über eure Solidarität“ – „Ihr seid einfach krass“, lautet es auf
Instagram. Es gibt also noch so was wie Mitgefühl und Menschlichkeit.
30 Dec 2025
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## AUTOREN
(DIR) Wilma Johannssen
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