# taz.de -- Gewalt gegen Obdachlosenhilfe in Berlin: Erneuter Brandanschlag auf Kältebus
> Wieder wird in Berlin ein Kältebus angezündet, gegen einen Verdächtigen
> wurde Haftbefehl erlassen. Seit dem ersten Anschlag gibt es viel
> Solidarität.
(IMG) Bild: Der zweite Kältebus, der innerhalb weniger Tage entflammte
Nachdem vor wenigen Tagen [1][bereits einer der drei Kältebusse der
Berliner Stadtmission brannte], ist am Donnerstagnachmittag ein weiterer in
Flammen aufgegangen. Diesmal konnten Sicherheitsmitarbeiter der
Stadtmission einen mutmaßlichen Täter der Polizei übergeben.
Auf einem Parkplatz im Ortsteil Moabit nahe der Zentrale der Stadtmission
bemerkten MitarbeiterInnen einen Mann, der mit einem Kanister am Kältebus
zugange war. Kurz darauf brannte vorn der Motorraum, was auch die Reifen
beschädigte. „Der Wagen ist nicht mehr fahrbereit“, sagte eine Sprecherin
der Polizei am Freitag der taz. Der Brand ereignete sich nach Angaben der
Polizei am Neujahrstag um 14.30 Uhr. Die Mitarbeitenden der Stadtmission
konnten die Flammen vor Eintreffen der Feuerwehr löschen und den
Tatverdächtigen festhalten, bis die Polizei eintraf.
[2][Es sind hauptsächlich Ehrenamtliche, die für den Kältebus arbeiten.]
Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission sagte der taz: „Im Team ist
erstmal Erleichterung zu spüren, dass der mutmaßliche Täter gefasst ist.
Wir hoffen, dass die Anschlagsserie vorbei ist. Es ist toll, wie sehr die
KollegInnen zusammengehalten haben und wie umsichtig sie reagiert haben.“
Ein Alkoholtest habe bei dem mutmaßlichen Täter einen Promillewert von 1,6
Prozent ergeben, so die Polizei. Am Nachmittag wurde Haftbefehl gegen den
43-Jährigen erlassen, der bereits aus verschiedenen Ermittlungsverfahren
polizeilich bekannt sei. Er habe, so die Polizei weiter, in Deutschland
„nach unserem Kenntnisstand keine Meldeadresse“, ob er selbst obdachlos
sei, müssten die laufenden Ermittlungen zeigen.
## Große Hilfsbereitschaft
Nach dem ersten Brand am vergangenen Sonntag hatte die Berliner
Stadtmission [3][viele Angebote für Ersatzbusse] erhalten, wie Breuer
erzählt. „Wir erleben eine breite Solidarität in der Gesellschaft. Eine
ehemalige Kollegin hat sofort gespendet. Die Deutsche Bahn hat uns 70.000
Euro versprochen“, sagte sie.
Vorübergehend stelle die Gebewo, ein gemeinnütziger Träger der
Wohnungsnotfall- und Eingliederungshilfe, einen Bus zur Verfügung. „Dann
hatten wir einige Angebote für Ersatzbusse abgelehnt, die wir jetzt erneut
prüfen. Die Saison kann auf jeden Fall gut fortgeführt werden“, zeigte sich
Breuer optimistisch.
2 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Marlene Thaler
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