# taz.de -- Nach Brandanschlag auf Berliner Kältebus: Solidarität mit der Obdachlosenhilfe
> Ein Kältebus der Berliner Stadtmission wurde angezündet. Wer so etwas tut
> und warum – noch unklar. Zumindest eine gute Nachricht gibt es aber.
(IMG) Bild: Der abgebrannte Kältebus am Tag nach dem Vorfall
Nach der Brandstiftung an einem Kältebus erfährt die Berliner Stadtmission
große Unterstützung: „Wir sind geschockt, dass jemand so etwas macht, aber
auch sehr dankbar und total geflasht von der Solidarität, die wir im
Nachgang erfahren haben“, sagte Heiko Linke von der Stadtmission am Montag
zur taz. Man erhalte Geldspenden und es habe mehr Angebote an
Ersatzfahrzeugen gegeben als nötig, so Linke. [1][Ein von der Berliner
Stadtmission geteiltes Video auf Instagram], das den Brandschaden
dokumentiert und zu Spenden aufruft, wurde tausende Male geteilt.
In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zündete ein Unbekannter das Fahrzeug
an, es stand in Moabit unweit der Zentrale der Stadtmission. Das Fahrzeug
erlitt beim Brand einen Totalschaden, auch ein daneben stehender Kältebus
wurde beschädigt. Beide Fahrzeuge konnten jedoch umgehend durch Spenden
ersetzt werden: „Wir haben vom Träger Gebewo schnell einen Ersatzbus
bekommen, auch eine Privatperson stellt uns einen zur Verfügung“, erklärte
Linke. Man könne also wie gewohnt mit insgesamt drei Fahrzeugen
weiterarbeiten, [2][„wir können die Schichten wie geplant fahren und unser
Angebot aufrechterhalten“].
Laut Polizei beobachtete ein Zeuge um 3 Uhr in der Nacht auf Sonntag eine
unbekannte Person, die sich bei dem Bus in der Seydlitzstraße aufhielt,
bevor dieser in Flammen aufging und die Feuerwehr alarmiert wurde. Ob es
sich um ein obdachlosenfeindliches Motiv handelt, ist bisher unklar. Ein
Sprecher der Polizei sagte am Montag, man habe bisher keine Anhaltspunkte
für eine politisch motivierte Tat. Auch zur Identität des mutmaßlichen
Brandstifters gebe es bisher keine neuen Erkenntnisse.
Eine Einschränkung in der Arbeit der Kältebusse hätte für viele Obdachlose
im schlimmsten Fall lebensbedrohlich enden können: Jeden Winter fahren die
Mitarbeitenden nachts durch Berlin, um mit obdachlosen Menschen zuerst
Kontakt aufzunehmen, ihnen Verpflegung wie Tee, Suppe oder Schlafsäcke
anzubieten und bei Bedarf in Notunterkünfte zu fahren, um sie vor dem
Kältetod zu bewahren. Etwa 60 Personen sind zu diesem Zweck ehrenamtlich im
Einsatz.
„Gerade in diesen eisigen, kalten Nächten ist die Arbeit der Stadtmission
wahnsinnig wichtig“, sagt Elif Eralp, Bürgermeisterkandidatin der Linken,
in einem Instagrambeitrag vom Montagmorgen in Reaktion auf den Brand. Es
sei ein „Skandal, dass in einem so reichen Land überhaupt Menschen
obdachlos sind“.
29 Dec 2025
## LINKS
(DIR) [1] https://www.instagram.com/p/DS0CSTMjBmI/
(DIR) [2] /Kaeltebus-fordert-mehr-Hilfsangebote/!6139735
## AUTOREN
(DIR) Anselm Mathieu
## TAGS
(DIR) Berliner Stadtmission
(DIR) Schwerpunkt Obdachlosigkeit in Berlin
(DIR) Kältehilfe
(DIR) Schwerpunkt Obdachlosigkeit in Berlin
(DIR) Obdachlosigkeit
(DIR) Schwerpunkt Obdachlosigkeit in Berlin
(DIR) Schwerpunkt Obdachlosigkeit in Berlin
(DIR) Obdachlosigkeit
(DIR) BSR
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gewalt gegen Obdachlosenhilfe in Berlin: Erneuter Brandanschlag auf Kältebus
Wieder wird in Berlin ein Kältebus angezündet, gegen einen Verdächtigen
wurde Haftbefehl erlassen. Seit dem ersten Anschlag gibt es viel
Solidarität.
(DIR) Brandanschlag auf einen Kältebus: Es gibt noch Mitgefühl
Am Wochenende wurde ein Kältebus angezündet, mit dem Obdachlosen im Winter
geholfen wird. Der Schock war groß, doch die Solidarität umso größer.
(DIR) Kältebus fordert mehr Hilfsangebote: „Auch dieses Jahr sind schon Menschen gestorben“
Jedes Jahr rettet der Berliner Kältebus Obdachlose vor dem Gefriertod. Dass
Ehrenamtler:innen dies übernehmen, sei Politikversagen, so eine Helferin.
(DIR) Wohnungslosigkeit in Berlin: Vorsorge spart Geld
Zum Start der Kältehilfe fordern die Wohlfahrtsverbände vom Senat mehr Geld
für Präventionsprojekte gegen Wohnungslosigkeit – die sei viel teurer.
(DIR) Tag der Wohnungslosen in Berlin: Im Stich gelassen
Am Tag der Wohnungslosen soll die Politik in die Pflicht genommen werden.
Die taz hat drei Betroffenen zugehört und ihre Geschichte protokolliert.
(DIR) Tod im Müllwagen: Deckel zu
Die Nacht in einem Altpapiercontainer endet in Berlin für einen 33-jährigen
Obdachlosen tödlich. Er stirbt bei der Entleerung. Folgen für die Zukunft
hat das nicht.