# taz.de -- US-Angriff gegen Venezuela: Wir teilen uns die Welt, wie es uns gefällt
       
       > Trump und Putin wollen mit Gewalt die Welt umkrempeln. Die Ukrainer
       > machen da aber nicht mit, und auch die Venezolaner wollen selbstbestimmt
       > sein.
       
 (IMG) Bild: First you take Kyjiw, then I take Caracas
       
       Nur wenige Menschen auf der Welt werden Nicolás Maduro eine Träne
       nachweinen. [1][Der gestürzte Autokrat] von Venezuela hat sein Land
       ruiniert, Bürgerrechte mit Füßen getreten, seine Bevölkerung ins Elend
       gestürzt, eine der größten Auswanderungs- und Fluchtwellen der Welt
       produziert. Ein Regimewechsel in Venezuela könnte eine Chance für die
       Menschen dort sein – theoretisch. Aber was die USA in Venezuela anrichten,
       ist das genaue Gegenteil. Nicht das Volk hat den Diktator gestürzt, sondern
       US-Kommandos haben Venezuelas Präsidenten gekidnappt.
       
       Nun hofft US-Präsident Donald Trump auf einen „Deal“ zu [2][Venezuelas Öl],
       das in seiner Weltsicht den USA gehört. Es liegt auf der Hand, hier den
       Vorboten einer neuen Weltordnung zu sehen, einer Aufteilung der Welt
       zwischen imperialen Mächten. Entsprechend würde Trump Venezuela und
       vielleicht Kuba einsacken, dafür bekommt Russlands Präsident Wladimir Putin
       die Ukraine und am Ende das Baltikum. Xi Jinpings Taiwan-Ambitionen sind
       auch kein Geheimnis.
       
       Trump darf sich momentan als Gewinner fühlen – er hat am 3. Januar 2026 in
       Caracas erreicht, was Putin am 24. Februar 2022 in Kyjiw nicht gelang:
       einen widerborstigen Präsidenten beseitigen. Russlands Hinnahme des
       Umsturzes in Venezuela kann als Gegenleistung dafür gesehen werden, dass
       die USA Putins ständige Angriffe auf die Ukraine tolerieren. Die imperialen
       Rivalen sind auch Geschäftspartner.
       
       Trump will mit Putin die Ukraine wiederaufbauen – Russlands Bomben als
       Wegbereiter für US-Investoren – und die [3][Rohstoffe der Arktis]
       ausbeuten, wo Grönland als Nächstes auf dem Menü steht. China könnte vom
       Machtwechsel in Caracas profitieren, wenn der eine Rückzahlung seiner
       Milliardenkredite ermöglicht. Aber die Welt des 21. Jahrhunderts tickt
       nicht nur imperial. Dass Venezuela, die Ukraine und bald vielleicht Taiwan
       im Visier der alten Autokraten stehen, ist kein Zufall.
       
       Der Widerstand der Ukraine gegen [4][Putins Vernichtungskrieg] steht für
       einen ungebrochenen Freiheitsgedanken, der den gesamten postsowjetischen
       Raum inspiriert. Er zeigt, dass ein anderes Russland und ein anderes China
       möglich sind. Die Revolutionen in Venezuela und Kuba standen anfangs, bevor
       sie in Diktatur und Willkür abdrifteten, für die Selbstbehauptung
       Lateinamerikas; der plumpe US-Staatsstreich jetzt könnte diesen
       verschütteten Gedanken wiederbeleben.
       
       Trump, Putin und Xi wollen die brutale Welt von gestern. Venezolaner,
       Ukrainer und Taiwanesen wollen die selbstbestimmte Welt von morgen. Gegner
       imperialer Machtpolitik wissen, auf wessen Seite man da steht.
       
       4 Jan 2026
       
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