# taz.de -- Verbrennerkampagne der Auto-Lobby: Es braucht feste Regeln für den Umstieg
       
       > Einfach bizarr: Die deutsche Autobranche gefährdet mit ihrer Lobby-Arbeit
       > für Verbrenner nicht nur das Klima, sondern auch sich selbst.
       
 (IMG) Bild: Voll Karacho in den eigenen Untergang: die Deutsche Autobranche
       
       Die deutsche Autolobby spielt ein gefährliches Spiel. Die Hersteller und
       Industrieverbände beteuern immer wieder, hinter den Pariser Klimazielen zu
       stehen – wettern aber vehement gegen die europäischen CO2-Regeln. Frei nach
       dem Motto: Die Klimaziele wollen wir schon einhalten, doch von der EU
       lassen wir uns dafür nichts vorschreiben. Diese Argumentation ist nicht nur
       unlogisch, sondern auch extrem perfide.
       
       Köpfe der Autobranche wie Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der
       Automobilindustrie (VDA), oder [1][Ola Källenius, Mercedes-Chef und
       Präsident des Europäischen Autoverbands ACEA,] verstehen sich inzwischen
       gut darauf, ihren klimakundigen Kritiker:innen den Wind aus den Segeln
       zu nehmen. Sie bekennen sich einfach ständig zu den Zielen, die im Pariser
       Klimaabkommen stehen, kein Problem. Dabei unterschlagen sie gerne, dass die
       Ziele angesichts der immer noch hohen Verkaufszahlen von Verbrennern kaum
       mehr einzuhalten sind. Und dann kommen sie doch mit der Forderung um die
       Ecke, [2][die EU müsse neue Diesel und Benziner auch nach 2035 noch
       erlauben].
       
       Källenius richtete diese Forderung am Mittwoch in einem offenen Brief
       direkt an Ursula von der Leyen, die als Präsidentin der Kommission einen
       der höchsten Posten in der EU bekleidet. Der VDA warb in seinem
       10-Punkte-Plan für „Technologieoffenheit“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ – also
       letztlich auch dafür, das Verbrenner-Aus zu kippen. Diesen Plan legte
       Müllers Verband erst im Juni der Politik in Brüssel und Berlin vor.
       
       Industrie und Verbände lobbyieren, das lässt sich kurzfristig kaum ändern.
       Die deutsche Autobranche aber gefährdet mit ihrem Treiben nicht nur das
       Klima, sondern absurderweise auch sich selbst: Vielleicht sichert sie die
       gigantischen Gehälter einiger weniger Manager. Für eine nachhaltige,
       erfolgreiche Umstellung der Autoindustrie auf Elektromobilität aber braucht
       es feste Regeln und Planungssicherheit. Gut, dass es internationale
       Hersteller wie Kia gibt, die das verstanden haben. Fatal, dass die
       deutschen es nicht tun.
       
       28 Aug 2025
       
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 (DIR) [1] https://www.automobilwoche.de/nachrichten/mercedes-chef-kallenius-verbenner-aus-2035-einfach-nicht-mehr-machbar
 (DIR) [2] /Umsatzrueckgaenge-und-Stellenabbau/!6106417
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nanja Boenisch
       
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