# taz.de -- Geplante Gaspreisbremse: Für viele bleibt es zu teuer
       
       > Egal wie die Gaspreisbremse aussehen wird: Sie wird Ungerechtigkeiten mit
       > sich bringen. Es braucht Hilfe.
       
 (IMG) Bild: Der Vergleich mit der Gasrechnung vom vergangenen Jahr wird auf jeden Fall schmerzhaft
       
       Wer noch nicht die letzte Gasabrechnung aus den Unterlagen herausgesucht
       hat, wird das wohl jetzt tun. Denn nachdem die Expert:innen-Kommission für
       eine [1][Gaspreisbremse] am Wochenende getagt hat, wird sich abzeichnen,
       wie die Bürger:innen konkret entlastet werden sollen – und jede:r kann
       sich ausrechnen, was das für ihn oder sie bedeutet. Die Bürger:innen
       sollten nicht zu viel erwarten, hat die Vorsitzende der Kommission, die
       Wirtschaftsweise Veronika Grimm, bereits gewarnt. Das lässt nichts Gutes
       ahnen.
       
       Egal, welches Modell die Kommission der Bundesregierung empfehlen wird,
       jedes wird Ungerechtigkeiten mit sich bringen: Eine pauschale Einmalzahlung
       berücksichtigt nicht die relativ gesehen viel höhere [2][Belastung der
       Haushalte mit niedrigem Einkommen]. Bei einem subventionierten
       Grundverbrauch gilt: Die Bewohner:innen einer top-sanierten
       Eigentumswohnung mit Superdämmung haben es mit 3.000 subventionierten
       Kilowattstunden Gas sehr viel länger warm als die Mieter:innen in einer
       zugigen Wohnung, auf deren Isolierung sie keinen Einfluss haben. Eine
       Orientierung am Vorjahresverbrauch bestraft alle, die bereits in der
       Vergangenheit sehr sparsam gewesen sind. Wenn sie das aus Geldgründen
       waren, haben sie jetzt keinen Spielraum mehr.
       
       Eines steht fest: Die Wirkung der Preisbremse wird begrenzt sein, sehr viel
       teurer wird es für die Allermeisten auf jeden Fall. Trotz der
       Subventionierung werden viele überfordert sein. Der Staat wird nachschärfen
       müssen. Es wird zum Beispiel höchste Zeit, den Energieunternehmen die
       Sperrung der Strom- und Wärmeversorgung zu verbieten, weil Kund:innen die
       Rechnung nicht zahlen können. Doch das allein wird nicht reichen.
       
       Rund 40 Prozent der Bürger:innen haben keine finanziellen Reserven. Sie
       drohen aufgrund hoher Abschläge und Preise in eine
       [3][Verschuldungsspirale] zu geraten – wenn sie denn überhaupt auf die
       Schnelle Geld leihen können. Der Staat muss mit weiteren gezielten Hilfen
       dafür sorgen, dass diese Haushalte gar nicht erst in die Bredouille kommen.
       
       10 Oct 2022
       
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