# taz.de -- Koalitionsmöglichkeiten der SPD: Nein zu R2G ist keine Option
       
       > Die Angst in deutschen Landen vor dem Kommunismus überwiegt bisweilen die
       > Sorge vor der Klimakrise. Dennoch sollte Scholz R2G vorerst nicht
       > absagen.
       
 (IMG) Bild: Ein Zusammengehen mit diesen zwei PolitikerInnen sollte die SPD jetzt noch nicht ausschließen
       
       Für den [1][zunehmend verzweifelten Kanzlerkandidaten Armin Laschet] gibt
       es, Umfragenstand jetzt, nur noch einen letzten Hoffnungsschimmer: die
       Angst vor Rot-Grün-Rot. Laschets Last-Minute-Strategie zielt also darauf
       ab, dass sich genügend Leute so sehr davor gruseln, mit einem SPD-Kanzler
       Olaf Scholz auch die Linkspartei am Kabinettstisch zu bekommen, dass sie
       doch lieber wieder Union wählen. Kann das aufgehen?
       
       Nur noch auf die Warnung vor dem alten, [2][roten Schreckgespenst] zu
       setzen, wie es Laschet jetzt seit Tagen tut, ist erbärmlich defensiv,
       rückwärtsgewandt und peinlich – gerade für einen Mann, der eigentlich
       einmal für relativ moderne, liberale CDU-Politik gestanden hat. Aber
       chancenlos ist diese Angstkampagne nicht. In ökobewussten und nach links
       offenen Großstadtkreisen wird oft unterschätzt, wie traditionell in anderen
       Kreisen nach wie vor gedacht und gefühlt wird.
       
       Nicht alle lachen, wenn Laschet verspricht, dass er sich dem „Wind der
       Veränderung“ standhaft entgegenstellen werde. So grotesk das für Linke
       wirkt, entspricht es doch einer klassisch konservativen Grundhaltung. Es
       kann deshalb auch sein, dass sich selbst im Jahr 2021 noch viele Menschen
       mehr vor dem vermeintlich drohenden Kommunismus fürchten als vor dem real
       existierenden Klimawandel. Olaf Scholz könnte diesen Spuk beenden, indem er
       eine Koalition mit der Linken ausschließt.
       
       Die Versuchung ist ihm anzumerken, doch ein finales Nein der SPD zu
       Rot-Grün-Rot wäre doppelt dumm. Langfristig betrachtet, weil Scholz dann
       nach der Wahl viel weniger Verhandlungsspielraum hätte. Womit soll er einem
       [3][möglichen Ampelpartner] Christian Lindner drohen, wenn er gar keine
       Alternativen zur FDP mehr hätte?
       
       Vor allem aber würde Scholz mit dem voreiligen Verzicht auf wirklich linke
       Machtoptionen viele vergraulen, die das betont sozial ausgerichtete
       Wahlprogramm gerade erst zur SPD zurückgelockt hat. Die links angehauchte,
       sachte Aufbruchstimmung gleich wieder im Keim zu ersticken, wäre für die
       SPD unterm Strich gefährlicher als Laschets verzweifelte Warnung vor dem
       Kommunismus.
       
       6 Sep 2021
       
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