# taz.de -- Personalisierte Werbung: Dieser Markt wird videoüberwacht
       
       > Real und die Post nehmen das Kaufverhalten ihrer Kund*innen per Video
       > auf. Bürgerrechtler*innen haben nun dagegen Strafanzeige erstattet.
       
 (IMG) Bild: Bitte lächeln! Oder doch lieber so grimmig gucken, als würde man nichts kaufen wollen?
       
       Berlin taz | Bürgerrechtler*innen des Vereins Digitalcourage e.V. haben
       [1][Strafanzeige gegen die Gesichtserkennung bei Real und der Post
       erstattet]. „Menschen müssen die Möglichkeit haben, an Lebensmittel zu
       gelangen, ohne dass dabei ihre Gesichter biometrisch gescannt und
       analysiert werden“, fordert Digitalcourage.
       
       Sicherheit, das war das große Versprechen der Videoüberwachung. Läden
       sollten durch die Kameras vor Einbrüchen und Ladendieben geschützt, auf
       öffentlichen Plätzen sollten schnell mögliche Täter*innen identifiziert
       werden. Es gehört inzwischen zum gesellschaftlichen Leben dazu, dass
       etliche Gesichter auf Überwachungsbildschirmen erscheinen.
       
       Dass Real und die Post ihre Kund*innen jetzt aber nicht nur zu ihrer
       Sicherheit, sondern [2][zu Werbezwecken überwachen], ist neu. Also, fast.
       Online wird das Kaufverhalten ohnehin verfolgt. Und auch die Payback-Karte
       gibt Informationen über Einkäufe preis, damit Kund*innen gezielt Coupons
       und Werbung bekommen können. Alles normal, oder?
       
       Einen Unterschied zum Videotracking von Real und Post gibt es dennoch:
       Bisher konnten sich Kund*innen aussuchen, ob sie diese Art der Überwachung
       wollen oder nicht. Niemand muss Kundenkarten von Supermärkten und anderen
       Läden haben. Niemand wird dazu gezwungen, online einzukaufen.
       
       Nun soll aber die Mimik aller Kund*innen in 40 Real-Supermärkten und in
       verschiedenen Post-Filialen aufgenommen werden, um ihre Kaufbereitschaft zu
       analysieren. Wie lange hat die Kundin die Werbung angesehen? Hat sie das
       Produkt anschließend gekauft? Wenn sich das Vorgehen durchsetzt, kann
       keine*r mehr der personalisierten Werbung entgehen.
       
       21 Jun 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://digitalcourage.de/blog/2017/gesichtsanalyse-bei-post-und-real-wir-stellen-strafanzeige
 (DIR) [2] /Ueberwachung-beim-Shoppen/!5410090
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Belinda Grasnick
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
 (DIR) Werbung
 (DIR) Videoüberwachung
 (DIR) Bundesarbeitsgericht
 (DIR) Videoüberwachung
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
 (DIR) Polizei Berlin
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
 (DIR) Andrea Voßhoff
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Videoüberwachung in Läden: Es darf länger gespeichert werden
       
       Arbeitgeber dürfen ihre Kameraaufnahmen auch noch Monate später auswerten.
       Das entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht.
       
 (DIR) Volksbegehren für Videoüberwachung: Sie wollen zum Film!
       
       Eine Initiative um Ex-Senator Heilmann und Ex-Bürgermeister Buschkowsky
       will 2.500 Kameras in Berlin aufstellen. Ob die Berliner mitmachen?
       
 (DIR) Überwachung von Kunden bei Real: Gesichtserkennung gestoppt
       
       Real analysiert vorerst keine Gesichter von Kund*innen mehr. In den
       vergangenen Wochen gab es immer wieder Kritik an der Praxis.
       
 (DIR) Videoüberwachung in Berlin: Polizei überwacht live
       
       Beim Kirchentag wurde am Breitscheidplatz und auf dem Alexanderplatz vier
       Tage und Nächte flächendeckend gefilmt. Was das bringt, ist unklar.
       
 (DIR) Überwachung beim Shoppen: Kuckuck! Hier oben!
       
       In einigen Real-Supermärkten analysieren Kameras die Gesichter der Kunden
       in der Warteschlange. Und jetzt regen wir uns auf – oder was?
       
 (DIR) Ausweitung der Video-Überwachung: Gesichtserkennung ist okay
       
       Den geplanten Modellversuch zur „intelligenten Videoüberwachung“ am
       Berliner Bahnhof Südkreuz findet die Datenschutzbeauftragte akzeptabel.
       
 (DIR) Ausbau der Video-Überwachung: De Maizière testet Gesichtserkennung
       
       Der Innenminister plant einen Modellversuch zur „intelligenten
       Videoüberwachung“ in Berlin. Er soll noch in diesem Jahr starten.