# taz.de -- Dämpfer für Mitte-Links-Koalition: Letzte Lebenszeichen von R2G?
       
       > Bei der SPD liegen die Nerven blank. Treffen mit der Linken sollen am
       > besten unterbleiben. Das „jährliche r2g-Sommerfest“ findet trotzdem
       > statt.
       
 (IMG) Bild: Die Linkspartei wird zur Unberührbaren: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) regiert nur noch mit einer Stimme Mehrheit, weil eine SPD-Abgeordnete zur CDU wechselt
       
       Berlin taz | Zumindest die Sozialdemokraten um Angela Marquardt zucken
       nicht: Die rot-rot-grüne Party ihrer „Denkfabrik“ findet statt. Die
       Geschäftsführerin des Netzwerks von SPD-Bundestagsabgeordneten verschickte
       die Einladungen „zum jährlichen r2g-Sommerfest“ nur einen Tag, nachdem ein
       rot-rot-grünes Treffen von Bundestagsabgeordneten der drei Fraktionen
       beinahe abgesagt worden wäre. „Wir brechen weder den Kontakt ab noch mit
       einer zehnjährigen Tradition“, sagte Marquardt der taz.
       
       Wie Der Spiegel am Dienstag berichtete, bekam SPD-Fraktionsvize Axel
       Schäfer, der den seit einem dreiviertel Jahr stattfindenden Trialog
       maßgeblich koordiniert, Druck von der Parteispitze, das Treffen von 90
       Abgeordneten der SPD, Linken und Grünen am selben Abend abzusagen. Aus
       SPD-Vorstandskreisen wurde diese Darstellung bestätigt. Und mit
       Verwunderung kommentiert: Schließlich handle es sich weder um ein
       Geheimtreffen noch um eine Palastrevolte.
       
       Hintergrund sind nach Informationen aus dem neunköpfigen Organisatorenteam
       die anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und
       Nordrhein-Westfalen. Die SPD fürchtet, dass zu große Nähe insbesondere zur
       Linkspartei beim Wähler eine Rot-Rot-Grün-Allergie hervorrufen und das
       eigene Wahlergebnis schmälern könnte.
       
       Das Treffen am Dienstagabend fand zwar statt, und die beiden Promi-Gäste,
       Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Thüringens
       Ministerpräsident Bodo Ramelow, zogen eine positive Zwischenbilanz ihrer
       jeweiligen rot-rot-grünen Bündnisse.
       
       Doch noch während des Treffens erfuhr Ramelow, dass er nur noch mit einer
       Stimme Mehrheit regiert, da eine SPD-Abgeordnete zur CDU gewechselt war.
       Und der Trialog am Dienstag könnte bis auf Weiteres der letzte sein. Alles
       sei offen, hieß es aus SPD-Kreisen. Weitere Termine seien nicht angesetzt.
       
       „Wir wollen weitermachen, das ist klar“, sagte der Linksparteiabgeordnete
       und Mitorganisator Thomas Nord. Ob und wie wollen die Organisatoren nach
       der NRW-Wahl beraten.
       
       26 Apr 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Lehmann
       
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