# taz.de -- Kommentar zur Rolle der SPD: So wird das nichts mit dem Profil
       
       > Die SPD setzt in der Koalition bislang wenig Akzente. Eine
       > Veröffentlichung der SPD-Spitzenpolitiker Michael Müller und Raed Saleh
       > lässt wenig Gutes erahnen.
       
 (IMG) Bild: Haben zu zweit nicht immer gut lachen: Michael Müller (links) und Raed Saleh
       
       Die SPD kümmert sich nicht nur um links tickende Berlinerinnen und
       Berliner, sondern um alle: Das ist die Kernbotschaft eines langen – und
       lahmen – [1][Gastbeitrags] des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller
       und SPD-Fraktionschefs Raed Saleh im Tagesspiegel. Dass die beiden
       Führungsfiguren der Berliner SPD gemeinsam einen Text schreiben, ist zwar
       bemerkenswert, sie liegen sich sonst gerne öffentlich in den Haaren. Der
       Beitrag selbst beinhaltet aber wenig Neues – und ist gerade deshalb wieder
       interessant. Denn der Text lässt sich nur als Vorwärtsverteidigung
       verstehen. Weil es der SPD bisher kaum gelingt, im Senat Profil zu
       entwickeln, schreiben Müller und Saleh zur Sicherheit noch mal in die
       Zeitung, worum es ihnen eigentlich geht.
       
       Tatsächlich fielen in der rot-rot-grünen Koalition bislang vor allem die
       kleineren Partner auf. Den Senatorinnen der Linkspartei ist zu verdanken,
       dass die Flüchtlinge aus den Turnhallen weitgehend ausgezogen sind, dass
       die Kältehilfe ihre Plätze für Obdachlose aufstocken konnte und dass
       MieterInnen von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften deutlich besser vor
       Mieterhöhungen geschützt sind. Ja, es gab den Fall Holm, aber der blieb
       mindestens so an Müller kleben wie an der Linkspartei.
       
       Bei den Grünen klopfte vor allem Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger
       Kirchner markige Sprüche wie „Wer in Berlin zu viel Zeit hat, fährt Auto“.
       Das war nicht immer unterfüttert mit Senatsbeschlüssen, signalisierte aber:
       Die Verkehrswende ist möglich, wir wollen sie.
       
       Und die SPD? Die hat ein Problem. Mag sein, dass ihre SenatorInnen die
       Finanzen und das Bildungswesen vernünftig verwalten, die Polizei macht auch
       unter der SPD weiter ihren Job. Aber eine Idee, ein Anflug von Utopie, was
       in Berlin 2030 grundlegend anders und besser laufen muss, so etwas dringt
       von den Sozialdemokraten nicht durch.
       
       Nach der Lektüre des Gastbeitrags weiß man: Daran wird sich mittelfristig
       nicht viel ändern. Wenn die SPD es allen recht machen will, kann sie gar
       kein klareres Profil entwickeln.
       
       8 May 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://causa.tagesspiegel.de/politik/das-mueller-saleh-papier-ein-guter-plan-fuer-berlin/der-kitt-fuer-unsere-stadt.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Antje Lang-Lendorff
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Rot-Rot-Grün in Berlin
 (DIR) Berlin
 (DIR) Volkspartei
 (DIR) SPD Berlin
 (DIR) Raed Saleh
 (DIR) R2G Berlin
 (DIR) Schwerpunkt Rot-Rot-Grün in Berlin
 (DIR) IGA 2017
 (DIR) Raed Saleh
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Raed Salehs Buch über Leitkultur: Der Anti-Sarrazin
       
       Mit „Ich deutsch“ will Berlins SPD-Fraktionschef eine Debatte über eine
       neue deutsche Leitkultur beginnen. Das könnte für seine Partei von Nutzen
       sein.
       
 (DIR) Das war die Woche I: Wieder mal Saleh versus Müller
       
       Die SPD-Führungsriege ist sich uneins, ob sie das Modell Rot-Rot-Grün auch
       bei der Bundestagswahl im Herbst empfehlen soll. Da muss die Partei jetzt
       ran.
       
 (DIR) Dämpfer für Mitte-Links-Koalition: Letzte Lebenszeichen von R2G?
       
       Bei der SPD liegen die Nerven blank. Treffen mit der Linken sollen am
       besten unterbleiben. Das „jährliche r2g-Sommerfest“ findet trotzdem statt.
       
 (DIR) Das war die Woche in Berlin I: Die Ampel zeigt Rot, Rot … Grün!
       
       100 Tage neue Koalition: Der Regierende Bürgermeister zieht – leicht
       verspätet – eine erste Bilanz und lobt die eigene Arbeit und die seiner
       SenatskollegInnen.
       
 (DIR) Raed Saleh und die Berliner SPD: Der Linkspopulist
       
       Raed Saleh will die SPD wieder in den Kiezen verankern. Doch viele in der
       Partei sagen, es gehe ihm nur um die Karriere, also die Ablösung von
       Michael Müller.