# taz.de -- Zweiter Wahlgang in Sachsen-Anhalt: Die Kenia-Koalition steht
       
       > Im zweiten Wahlgang hat der schwarz-rot-grüne Kandidat Haseloff die
       > Mehrheit hinter sich. Der alte Ministerpräsident ist auch der neue.
       
 (IMG) Bild: Im zweiten Wahlgang hat er es geschafft: Reiner Haseloff ist gewählt worden.
       
       Magdeburg rtr | Die erste sogenannte Kenia-Koalition in einem Bundesland
       hat ihren Start verpatzt. CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff wurde am
       Montag vom Magdeburger Landtag erst im zweiten Anlauf mit 47 Ja-Stimmen im
       Amt bestätigt. Damit bekam er bei der geheimen Wahl zwar eine Stimme mehr
       als die 46 Mandate von CDU, SPD und Grünen. Im ersten Wahlgang verfehlte er
       jedoch mit 41 Stimmen klar die erforderliche absolute Mehrheit von 44
       Stimmen.
       
       Haseloff sagte nach seiner Wahl, er wolle eine Politik für alle Bürger
       machen. „Das sage ich ganz ausdrücklich vor dem Hintergrund der
       Zusammensetzung auch unseres Parlaments.“ Eine weitere Polarisierung der
       Gesellschaft dürfe nicht zugelassen werden, betonte er ohne die
       rechtspopulistische AfD namentlich zu nennen.
       
       Die AfD hatte mit 24,2 Prozent bei der Landtagswahl am 13. März ihr bislang
       bestes Ergebnis in einem Bundesland erzielt. Dagegen verlor die große
       Koalition durch starke Stimmenverluste ihre Regierungsmehrheit. CDU und SPD
       holten daraufhin die Grünen in die Regierung – die einzig realistische
       Option für Haseloff. Das Bündnis wird Kenia-Koalition wegen der Farben der
       Nationalflagge des afrikanischen Landes genannt.
       
       In Sachsen-Anhalt ist der nationalistisch-völkische Flügel der AfD
       besonders stark ausgeprägt. Fraktionschef Andre Poggenburg ist ein
       Vertrauter des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke, dem unter anderem
       vorgeworfen wird, sich von der rechtsextremen NPD nicht eindeutig
       abzugrenzen. Poggenburg erklärte nach der Wahl des Ministerpräsidenten, das
       schwarz-rot-grüne Bündnis sei eine „Koalition des politischen Grauens“.
       
       CDU, SPD und Grüne hatten sich auf die Koalition am Wochenende geeinigt.
       Parteitage aller drei Parteien hatten mit deutlichen Mehrheiten für das
       Bündnis gestimmt. Allerdings kam es noch vor der Wahl zu ersten
       Streitigkeiten zwischen CDU und Grünen über den Ausbau des Saalekanals. In
       der SPD war es nach der Landtagswahl zu schweren Konflikten gekommen, in
       deren Folge die Vorsitzende Katrin Budde ihren Platz räumte.
       
       25 Apr 2016
       
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