# taz.de -- Akkreditierungsentzug beim G20-Gipfel: Verbände fordern Aufklärung
       
       > Die Regierung bestätigt, dass wegen Sicherheitsbedenken neun Personen die
       > Presseakkreditierung entzogen wurde. Der DJV findet das bedenklich.
       
 (IMG) Bild: Der Entzug der Akkreditierung wirkt „wie ein Versuch, unliebsame Berichterstattung zu unterbinden“
       
       Eigentlich klingt es nach einem ganz normalen Vorgang: Journalist_innen,
       die vom G20-Gipfel berichten und dafür Zugang zum Tagungsort und dem
       dortigen Medienzentrum haben wollen, müssen sich vorab akkreditieren. Bis
       zum 23. Juni mussten sie dafür ein Onlineformular ausfüllen. Der Antrag
       wurde unter anderem auf sicherheitsrelevante Umstände überprüft. Wer eine
       Akkreditierung bekam, hatte Zugang zum Medienzentrum. Zumindest in der
       Theorie.
       
       Neun Personen sei die Presseakkreditierung nachträglich entzogen worden,
       bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. 23
       weitere Personen seien wegen Sicherheitsbedenken auf einer entsprechenden
       Liste geführt worden. Diese seien jedoch nicht am Medienzentrum erschienen.
       
       Das Bundespresseamt entscheide mit den Sicherheitsbehörden über einen
       möglichen Entzug der Akkreditierung. Weitere Angaben machte der
       Regierungssprecher nicht. Insgesamt waren rund 4.800 Journalist_innen aus
       aller Welt akkreditiert. Wie unter anderem die taz berichtete, glich die
       Polizei von Freitag an die Namen der Journalist_innen am Eingang des
       Medienzentrums mit einer Liste ab. Der Weser Kurier hat wegen seines
       betroffenen Fotografen Rafael Heygster inzwischen offiziell Widerspruch
       beim BKA eingelegt.
       
       Betroffen war ebenfalls der Fotograf Björn Kietzmann, der auch für die taz
       arbeitet. Er habe das Medienzentrum immer wieder zum Arbeiten betreten. „Am
       Freitag wurde mir dann die Akkreditierung auf Weisung des
       BKA-Gesamteinsatzleiters entzogen“, sagt er. Über die Gründe wurde er nicht
       informiert. Er habe umgehend schriftlich Beschwerde beim Bundespresseamt
       eingereicht.
       
       ## Rechtlich fragwürdig
       
       „Ich wüsste nicht, was man mir vorwerfen könnte, um solche einschneidenden
       Maßnahmen zu rechtfertigen“, sagt er. Gemeinsam mit der Deutschen
       Journalistinnen- und Journalisten Union (DJU) prüfe er nun rechtliche
       Schritte.
       
       Damit ist Kietzmann einer von acht Journalisten, die die Gewerkschaft in
       dem Fall vor dem Verwaltungsgericht in Berlin vertreten will.
       Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß bezeichnete die Akkreditierungspraxis
       des BKA am Samstag als „rechtlich äußerst fragwürdig“.
       
       Jeder Journalist müsse gleiches Anrecht auf Teilhabe an den
       Berichterstattungsmöglichkeiten haben. Die abstrakte Begründung mit
       „sicherheitsrelevanten Erkenntnissen“ reiche nicht für eine Auswahl aus. Es
       wirke „wie ein Versuch, unliebsame Berichterstattung zu unterbinden“, sagt
       Haß.
       
       Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) fordert Aufklärung. Er geht
       davon aus, dass mehr als die von Seibert genannten neun Journalist_innen
       betroffen sind. In einem Brief an BKA-Präsident Holger Münch fordert der
       DJV-Vorsitzende Frank Überall eine genaue Erklärung dafür, was unter
       „Sicherheitsbedenken“ zu verstehen sei.
       
       „Warum wurden die Journalisten zunächst akkreditiert, dann aber
       ausgeschlossen, als die Krawalle begannen?“, heißt es in dem Brief. Das
       Bundespresseamt und das Bundesinnenministerium standen zur Beantwortung
       dieser Frage bis zum frühen Montagnachmittag nicht zur Verfügung.
       
       10 Jul 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dinah Riese
       
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