# taz.de -- Abkehr vom Verbrenner-Aus: Laschere Klimaregeln nehmen die nächste Hürde
       
       > Die europäischen Mitte-Fraktionen hatten stark verwässerte CO₂-Regeln für
       > Verbrennerautos ausgehandelt. Jetzt hat sie auch der Umweltausschuss
       > abgenickt.
       
 (IMG) Bild: Mit Vollgas in den (Sonnen-)Untergang
       
       afp | Die Pläne für eine Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus haben im
       Europaparlament die nächste Hürde genommen. Die Abgeordneten im
       Umweltausschuss stimmten am Mittwoch dafür, die Regeln für Autobauer zu
       lockern, wollen aber einige Auflagen für den verbauten Stahl einführen. Sie
       bestätigten damit einen Kompromiss, den die [1][Mitte-Fraktionen im Oktober
       geschlossen] hatten.
       
       Das Verkaufsverbot für neue Verbrenner geht auf die europäischen
       Flottengrenzwerte zurück, die festlegen, wie viel Kohlendioxid (CO2) die
       Neuwagen eines Autobauers im Jahresschnitt ausstoßen dürfen. 2035 sollten
       diese Grenzwerte eigentlich auf null sinken, de facto dürften dann keine
       neuen Autos mit Verbrennermotor mehr zugelassen werden. Ältere Fahrzeuge
       sind davon nicht betroffen.
       
       Die EU-Kommission schlug auf Druck der Industrie [2][bereits im vergangenen
       Dezember vor], die Regeln aufzuweichen, damit auch nach 2035 noch neue
       Autos mit Verbrennermotor auf den Markt kommen können. Die Verhandlungen
       laufen nun sowohl im Europaparlament als auch im Rat der 27 EU-Länder.
       
       Das Parlamentsmandat soll nun so aussehen: Die CO2-Grenzwerte sollen
       anstatt auf null um höchstens 95 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Wenn
       Hersteller grünen – also mit weniger fossiler Energie produzierten – Stahl
       verbauen, sinkt ihr individueller Grenzwert noch weiter, auf bis zu 87,5
       Prozent im Vergleich zu 2021. Der Entwurf geht im Dezember ins
       Parlamentsplenum.
       
       ## Merz und Macron wollten noch 90 Prozent
       
       Im Rat der Mitgliedstaaten haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ebenfalls [3][einen vorläufigen
       Kompromiss ausgehandelt]. Sie wollen die Grenzwerte für alle Autobauer um
       90 Prozent im Vergleich zu 2021 senken. Auch der Rat dürfte seine Position
       im Dezember offiziell festlegen, danach müssen Mitgliedsländer und
       Parlament einen finalen Kompromiss ausarbeiten.
       
       Neben den Grenzwerten für 2035 geht es dabei auch um [4][Vorteile für
       Elektroautos aus Europa], den CO2-Ausstoß von Plug-in-Hybriden,
       Biokraftstoffe und E-Fuels sowie um Lockerungen für ein Zwischenziel 2030.
       Die grundsätzliche Linie ist aber klar: Die Zeichen stehen auf die Abkehr
       vom Verbrenner-Aus.
       
       4 Nov 2026
       
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