# taz.de -- Trump-Klatsche in den USA und die EU: Zerrieben zwischen der neuen Achse des Bösen
> Trump hat die Midterms verloren. Nun jedoch auf eine Abkehr von seinem
> aggressiven Wirtschaftskurs zu hoffen, wäre naiv.
(IMG) Bild: Die Beziehung zwischen den USA und Europa wird sich auch nach der verlorenen Wahl nicht verbessern
Wer sich von den [1][Republikanern] nach den verlorenen Midterms eine
Abkehr vom irre aggressiven Chaos-Kurs Donald Trumps in der
US-Wirtschaftspolitik verspricht, freut sich zu früh. Zum einen verfolgen
auch die siegreichen Demokraten eine [2][protektionistische Linie,] die
keine Rücksicht auf Bindungen zu „old Europe“ nimmt. In der Handelspolitik
sowie beim Schutz der heimischen Industrie herrscht in Washington
[3][parteiübergreifend Konsens].
Zum Zweiten und für Europa viel fataler wird sich der angeschlagene
US-Präsident angesichts für ihn unbequemer Mehrheitsverhältnisse daheim
verstärkt auf die Außenpolitik konzentrieren. Es dürfte ihm zwar künftig
schwerer fallen, staatliche Institutionen zu attackieren und umzubauen –
wie die Notenbank Fed oder die Umweltbehörde EPA. Der Trumpismus lebt aber
in der Handelspolitik trotz Midterms weiter. Seine erratischen Zölle hat
der Präsident ja auch bislang nicht per Gesetz verhängt, sondern per Dekret
am Kongress vorbei.
Wenn es innenpolitisch für ihn schwieriger wird, wird er versuchen,
außenpolitisch zu glänzen. Problem: Der sich immer mehr konkretisierende
[4][Gipfel mit Chinas Xi Jinping und Russlands Wladimir Putin] kündigt eine
neue globale „Axis of Evil“ an. Die angeschlagene EU droht zwischen dieser
Achse des Bösen [5][geoökonomisch zerrieben] zu werden: Auf regelbasierten
Handel legen die drei Autokraten keinen Wert. Im Konfliktfall brechen für
die Europäer bedeutende Märkte weg, außerdem fehlen Rohstoffe und
Basisprodukte für hiesige Waren.
Europa und Deutschland müssen deshalb strategisch noch unabhängiger von
ihren wichtigsten Handelspartnern USA und China werden. Für die EU bedeutet
das, im Binnenmarkt weiter zusammenzuwachsen, zum Beispiel im Finanzsektor.
Zudem gilt für Europa, die Kooperation mit nahestehenden Demokratien zu
stärken. Also: Exit vom Brexit. Und: Nicht nur Montenegro, auch Kanada
gehört ran an die EU. Und: Die Abkommen mit Lateinamerika und Indien
sollten besser umgesetzt und neue, wie mit den Philippinen, ausgehandelt
werden.
Vor allem aber muss Europa wettbewerbsfähiger werden. Umso idiotischer ist
es, wenn die EU gerade ein [6][Aus vom Verbrenner-Aus] anvisiert, das die
Hersteller geradezu dazu auffordert, fossile Pkw herzustellen, die am Markt
keinen Erfolg mehr haben.
4 Nov 2026
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## AUTOREN
(DIR) Kai Schöneberg
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