# taz.de -- Unser Fenster nach Georgien: Zwischen Moskau-Kurs und Repression
> Oppositionelle im Knast, Demos in Berlin: Im Podcast sprechen drei
> Aktivisten über Georgiens Demokratie-Kampf und mutmaßliche
> Regimerepression.
Seit rund zwei Jahren [1][gehen in Georgien Menschen für Demokratie,
Freiheit und eine europäische Zukunft auf die Straße]. Doch die
Repressionen halten an: Oppositionelle und Aktivisten sitzen im Gefängnis,
weitere Menschen werden festgenommen. Zugleich nähert sich die georgische
Regierung zunehmend Moskau an. Was bedeutet diese Entwicklung für die
Menschen in Georgien und in Ausland? Und welche Hoffnung bleibt auf einen
politischen Wandel?
Darüber spricht Podcast-Host Tigran Petrosyan mit Gaga Gogoladze, Giorgi
Kakabadze und Tedo Rakviashvili. Die drei engagieren sich beim GZA, dem
Georgischen Zentrum im Ausland in Berlin.
Die Aktivisten organisieren Proteste, versuchen die georgische Diaspora zu
mobilisieren und suchen den Austausch mit deutschen Politikern.
Gleichzeitig wächst ihre Sorge, dass Georgien zunehmend aus der
internationalen Berichterstattung verschwindet.
## Kaum Chancen auf eine EU-Zukunft
Für Gaga Gogoladze ist die europäische Integration mehr als eine politische
Entscheidung: „Der Weg nach Europa sei für Georgien zugleich ein Weg nach
Hause“, sagt er. Doch unter der gegenwärtigen Regierung sieht er kaum
Chancen, diese Perspektive zu verwirklichen.
Besonders beschäftigt ihn eine oft übersehene Folge autoritärer Herrschaft:
Familien werden auseinandergerissen. Viele Menschen müssten ihre Heimat
verlassen, ohne zu wissen, wann sie ihre Angehörigen wiedersehen könnten.
„Das ist einer der am wenigsten berichteten Ergebnisse sozusagen der
Diktaturen, dass die die Familien auseinanderbrechen“, sagt Gogoladze.
Auch in Berlin fühlen sich die Aktivisten nicht immer sicher. Giorgi
Kakabadze berichtet von Provokationen und mutmaßlichen
Einschüchterungsversuchen bei friedlichen Demonstrationen in Berlin.
Mehrfach seien verdächtige Personen aufgetaucht. Ein Mann habe angedeutet,
dass ihr Engagement künftig gefährlich werden könnte. Kakabadze vermutet
einen möglichen Zusammenhang mit georgischen Sicherheitsdiensten.
Wie viel können Proteste aus dem Ausland tatsächlich bewirken? Und wie
lässt sich verhindern, dass Georgiens Kampf um Demokratie in Vergessenheit
gerät? Darum geht es in dieser Podcastfolge.
[2][Osteuropa gehört zu den Schwerpunkten der taz panterstiftung], die
dorthin blickt, wo der Zugang zu Informationen immer schwieriger wird –
Russland und Belarus gehören dazu. Am letzten Tag im Monat erscheint eine
neue Podcastfolge von „Unser Fenster nach u. a. Russland/Belarus“ im
Podcastformat „Freie Rede“ der [3][taz panterstiftung].
31 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Proeuropaeische-Proteste-in-Georgien/!6052833
(DIR) [2] /stiftung/osteuropa
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## AUTOREN
(DIR) Tigran Petrosyan
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