# taz.de -- Debatte um Linken-Kandidatin Eralp: Bundes-SPDler wollen Berliner SPD reinreden
       
       > Innerhalb und außerhalb des Landesverbands sehen sich Kritikerinnen eines
       > Linksbündnisses bestätigt. Landeschef Krach hält aber die Tür offen.
       
 (IMG) Bild: Verpasste bei der Berlin-Wahl den Einzug ins Abgeordnetenhaus. Noch SPD-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey
       
       afp/dpa | In der SPD wächst der Druck auf den Berliner Landesverband, keine
       Koalition unter Führung der Linkspartei einzugehen. Die stellvertretende
       Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, sagte am Freitag im
       ARD-„Morgenmagazin“, „ich würde es nicht tun“. Möller bezog sich dabei auch
       auf die Spiegel-Berichterstattung, wonach die Linken-Spitzenkandidatin Elif
       Eralp [1][Angst vor Berliner Hamas-Sympathisanten mit Verbindung zur Linken
       hat.]
       
       Möller sagte, politisch sei diese Konstellation wegen der Verbindung
       einzelner Linker zu organisierter Kriminalität und der ungelösten Probleme
       mit Antisemitismus ihrer Meinung nach überhaupt nicht gangbar. Die Angst
       Eralps vor Anhängern der Terrororganisation Hamas zeige, dass das in den
       Sondierungsgesprächen mit SPD und Grünen gegebene Versprechen der Linken
       für einen harten Kurs gegen Antisemitismus und organisierte Kriminalität
       nicht einlösbar sei.
       
       Die Bundestagsabgeordnete mahnte den Berliner Landesverband der SPD
       außerdem, dass dieser die Entscheidung über eine Koalition nicht alleine
       treffen dürfe. Die Berliner SPD befinde sich „nicht im luftleeren Raum“.
       Eine solche Koalition habe am Ende Auswirkungen auf bundespolitischer,
       womöglich auch auf internationaler Ebene. Deshalb müsse sich die Berliner
       SPD noch enger mit der Bundespartei abstimmen als bisher.
       
       ## Krach findet Vorgang „verheerend“
       
       Der Fraktionschef der Berliner SPD, Steffen Krach, äußerte sich im
       ZDF-„heute journal“ am Donnerstagabend zurückhaltend zu den zeitnah
       geplanten Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen. Es stehe nicht
       fest, wie die Gespräche ausgehen. „Es gibt dafür keinen Automatismus, dass
       wir uns am Ende auch einigen.“ Das Signal, das durch die Angst Eralps
       sowohl an die organisierte Kriminalität als auch an Polizei und
       Staatsanwaltschaft gegeben werde, nannte Kraft „verheerend“.
       
       Krach kritisierte aber auch den CDU-Bürgermeisterkandidaten Stefan Evers.
       „Bis heute hat Herr Evers nicht zu Sondierungsgesprächen eingeladen.“ Er
       hätte es gut gefunden, wenn es nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus
       relativ zügig auch Gespräche mit der CDU gegeben hätte, sagte Krach. Sollte
       Evers noch einladen, werde er „natürlich“ hingehen.
       
       ## Giffey ist raus
       
       Ebenfalls am Abend sagte die Berliner Noch-Wirtschaftssenatorin Franziska
       Giffey (SPD) für Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen ab. Sie sei
       gefragt worden, ob sie bereit wäre, die Leitung der Arbeitsgruppe
       Wirtschaft zu übernehmen, schrieb [2][Giffey auf Instagram]. „Ich habe mir
       die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber ich habe sehr grundsätzliche
       Kritikpunkte an diesem Bündnis.“ Daher habe sie den Landesvorsitzenden
       ihrer Partei mitgeteilt, dass sie für die Teilnahme an den
       Koalitionsverhandlungen für ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis nicht zur
       Verfügung stehe.
       
       Mit einer Leitung der AG Wirtschaft wäre verbunden, sich nicht ablehnend zu
       dieser Koalition insgesamt zu positionieren, so Giffey weiter. Sie komme
       aber zu dem Schluss, dass sie aufgrund der zahlreichen Kritikpunkte nicht
       glaubwürdig vertreten könne, als Verhandlungsführerin in diese
       Koalitionsverhandlungen zu gehen. Ihre Kritikpunkte umfassen die aus Ihrer
       Sicht nach wie vor ungeklärte Frage „zum Umgang mit Antisemitismus, zum
       Verhältnis der Linken zu islamistischen Netzwerken, zur organisierten
       Kriminalität und zu Terrorunterstützern, zum Umgang mit der
       Vergesellschaftung und zu den vielen Versprechen, die gegeben wurden, aber
       keine finanzielle Grundlage im Berliner Landeshaushalt haben“.
       
       Solange es hier keine eindeutige Klärung gebe, sehe sie eine
       Regierungszusammenarbeit sehr kritisch. Die Entwicklungen am Donnerstag
       hätten nicht dazu beigetragen, dass ihre Bedenken kleiner geworden seien.
       „Sie sind noch größer geworden.“
       
       ## Auch Gauck sagt was
       
       Altbundespräsident Joachim Gauck hält trotz persönlicher Vorbehalte die
       angestrebte Bildung eines rot-grün-roten Regierungsbündnisses in Berlin für
       richtig. „Es ist nicht die Regierung, die ich mir wünsche“, sagte er am
       Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Aber das Wählervotum
       sei das, „was uns erst mal die Richtung vorgibt“.
       
       Mit Blick auf den Vorwurf gegen die Wahlsiegerin Linke, in Teilen der
       Partei gebe es antisemitische Tendenzen, sagte er, sie habe die Wahl mit
       einem sozialen Thema gewonnen und nicht mit einem Thema, das „die neuen
       Mitglieder aus den Palästinenser-Milieus bevorzugen“. Dafür habe es von der
       Bevölkerung ein deutliches Statement gegeben. „Die müssen einfach mal
       versuchen zu regieren“, sagte der Altbundespräsident. „Das müssen die
       Kräfte akzeptieren, die anders gewählt haben.“
       
       Er sei jedoch skeptisch, dass es der Linken gelinge, ihre schwierigen
       Milieus zu zähmen, sagte Gauck. Sein Bauch sage, das gehe überhaupt nicht.
       
       Die Linke will mit SPD und Grünen eine Koalition bilden. Beide
       Landesverbände wollen mit ihr darüber verhandeln und weichen davon auch
       nach Bekanntwerden neuer Zweifel an Linken-Fraktionschefin Elif Eralp
       bisher nicht ab. Die CDU will ihrerseits aber SPD und Grünen noch
       Sondierungen für ein schwarz-grün-rotes Bündnis anbieten.
       
       30 Oct 2026
       
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       Jetzt muss sie die Gelegenheit nutzen, Hamas-nahen Kräften den Kampf
       anzusagen.
       
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       zuletzt lauter geworden.