# taz.de -- Lockerung beim Verbrenner-Aus: Merz und Macron sind noch keine Mehrheit
> Der deutsch-französische Kompromiss zum Verbrenner-Aus ist noch längst
> nicht beschlossen. Im EU-Parlament und im Rat beginnt ein Ringen um
> Mehrheiten.
(IMG) Bild: Technologie der Vergangenheit: der Verbrennungsmotor eines alten Tatra-Autos
Der umstrittene [1][deutsch-französische Kompromiss zum „Aus“ für das
Verbrenner-Aus in der EU] ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das
Europaparlament muss der geplanten Absenkung des CO₂-Reduktionsziels bei
Personenwagen noch zustimmen – doch bei den Sozialdemokraten regt sich
Widerstand. Auch im Ministerrat, der die 27 EU-Staaten vertritt, drohen
Probleme.
Eine Zustimmung sei nicht garantiert, hieß es vor möglicherweise
entscheidenden Verhandlungen in der sozialdemokratischen S&D-Fraktion im
Parlament. Ob der Kompromiss eine Mehrheit findet, hängt von vielen Details
und der Haltung der konservativen EVP-Fraktion ab. Der EVP gehen einige
Lockerungen nicht weit genug, und auch die Liberalen fordern
Nachbesserungen.
„Es ist gut, dass Berlin und Paris sich endlich aufeinander zu bewegt
haben“, sagte der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken der taz. „Doch in der
Substanz bleibt die Einigung hinter dem zurück, was für die Klimaziele im
Verkehrssektor und das EU-Klimaziel 2040 nötig wäre“, kritisiert der
Parlamentarier, der als Berichterstatter im mitentscheidenden
Umweltausschuss sitzt.
Man dürfe nicht hinter den mittlerweile weit entwickelten Markt für E-Autos
zurückfallen, fordert Wölken. Eine mögliche Neuregelung dürfe außerdem
keine „unbegrenzte Hintertür für fossile Verbrenner“ öffnen. Wie er
abstimmen wird, ließ er offen. Sollten die Sozialdemokraten den Kompromiss
ablehnen, hätte er im Parlament keine Mehrheit.
## Umweltausschuss will am 4. November abstimmen
Die EVP könnte dann [2][erneut Stimmen im rechten Lager suchen], doch
Fraktionschef Manfred Weber (CSU) will das vermeiden. Deshalb kommt es nun
auf die Gespräche in den Fachausschüssen an. Der Umweltausschuss will
abschließend am 4. November über den deutsch-französischen Deal abstimmen.
Bis dahin müsse eine Einigung her, hieß es vor den Beratungen in Straßburg.
Auch im Ministerrat bleibt die Lage unklar. Spanien, Irland und die meisten
skandinavischen Länder wollen an den strengeren Vorschlägen der
EU-Kommission festhalten. Wie Italien, ein Autoland, sich positioniert, ist
offen. Für eine Einigung braucht es mindestens 15 EU-Staaten, die 65
Prozent der Bevölkerung vertreten.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte das „Aus“ vom Verbrenner-Aus beim
EU-Gipfel Ende letzter Woche in Brüssel mit Frankreichs Staatschef Emmanuel
Macron ausgehandelt. Im Gegenzug sollen die [3][„Made in EU“-Regeln] für
den Automarkt verschärft werden. Dabei geht es um den Anteil europäischer
Komponenten in öffentlich geförderten Autos. Macron hatte auf strengere
Vorschriften gedrängt.
19 Oct 2026
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(DIR) Eric Bonse
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