# taz.de -- Umfrage zu Mieten: 89 Prozent befürworten härtere Strafen gegen Mietwucher
> Laut einer Umfrage hält in Großstädten jede dritte Person die eigene
> Miete für zu hoch. Eine Mehrheit der Befragten befürwortet eine stärkere
> Regulierung.
(IMG) Bild: Kontrollen wie hier in einer Schrottimmobilie in Duisburg sind ein gutes Vorgehen gegen Mietwucher
Eine große Mehrheit von Großstädter*innen befürwortet strengere
Maßnahmen gegen überhöhte Mieten. Das ist das Ergebnis einer
repräsentativen Forsa-Umfrage, die im Auftrag des Deutschen Mieterbunds
(DMB) und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) durchgeführt wurde.
Befragt wurden 1.014 Mieter*innen in Großstädten im Zeitraum vom 17. bis
29. September in diesem Jahr.
Laut Umfrage hält jede dritte befragte Person die eigene Miete für zu hoch.
Immerhin 64 Prozent halten sie für angemessen. Unterschiede zwischen Ost
und West zeichneten sich kaum ab, aber das Alter der Befragten spielte eine
Rolle. Nur 17 Prozent der Befragten über 60 Jahre beklagten sich über die
Miethöhe. Bei den 30- bis 44-Jährigen waren es hingegen 38 und bei den
unter 30-Jährigen sogar 44 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass ältere
Mietverträge auch oft die günstigeren sind, ist das nicht überraschend.
Die Mieter*innen wurden auch dazu befragt, welche Maßnahmen sie für
wirkungsvoll halten, um die Mietenentwicklung besser in den Griff zu
bekommen. 89 Prozent der Befragten sprachen sich für härtere Strafen gegen
Vermieter bei sogenannten Wuchermieten aus, die mehr als 50 Prozent über
der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. 75 Prozent befürworteten eine
Verschärfung der Mietpreisbremse und 65 Prozent einen sogenannten
Mietendeckel.
Interessant ist: Eine Verschärfung der Mietpreisbremse fand in den
westdeutschen Großstädten etwas größere Akzeptanz als in Ostdeutschland,
während ein Mietendeckel von den Befragten im Osten etwas häufiger
befürwortet wurde als im Westen.
## Forderungen im Mietrecht
Die Ergebnisse der Umfrage sollen auch beim Wohngipfel am Donnerstag
vorgestellt werden, der von Mieterbund und DGB veranstaltet wird. Dort
werden unter anderem Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und
zahlreiche Fachpolitiker*innen erwartet, um über die Mietenkrise zu
diskutieren.
Im Vorfeld des Gipfels und vor dem Hintergrund der Umfrage forderten
Mieterbund und DGB die Bundesregierung auf, geplante Mietrechtsreformen
schneller voranzutreiben. Verstöße gegen die Mietpreisbremse und Mietwucher
müssten stärker geahndet werden, als es bisher üblich ist.
„Es fehlt an Fairness auf dem Mietmarkt“, erklärte [1][Melanie Weber
Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds]. Das bisherige Mietrecht
lade durch Schlupflöcher und Ausnahmen „förmlich zum Missbrauch ein“.
Stefan Körzell, stellvertretender DGB-Vorsitzender, wies darauf hin, dass
zu hohe Mieten den Fachkräftemangel verschärfen. Das werde „zum Problem für
Unternehmen und die Wirtschaft als Ganzes“. Es brauche deshalb neben neuem
bezahlbarem Wohnraum eine Verschärfung der Mietpreisbremse und einen
bundesweiten Mietenstopp.
## Bisher keine Bußgelder bei Verstößen
Auch [2][Caren Lay, mietenpolitische Sprecherin der Linksfraktion] im
Bundestag, forderte ein härteres Vorgehen gegen zu hohe Mieten: „Das Ausmaß
überhöhter und illegal hoher Mieten ist enorm, wie unsere
[3][Mietwucher-App zeigt].“ Bezahlbare Wohnungen seien „in weiten Teilen
des Landes so selten wie Goldstaub“.
Derzeit befasst sich eine [4][von der Bundesregierung eingesetzte
Kommission] mit der Frage, wie gegen überhöhte Mieten vorgegangen werden
kann. Sie setzt sich zusammen aus Vertreter*innen aus Justiz und
Wissenschaft sowie Eigentümer- und Mietervereinen. Ergebnisse sollen bis
zum Ende des Jahres vorgelegt werden. Geprüft werden soll unter anderem, ob
es künftig Bußgelder bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse geben soll.
Derzeit ist es so: Stellt ein Gericht einen Verstoß gegen die
Mietpreisbremse fest, reicht es, wenn die Vermieter*innen die Miete auf
die zulässige Höhe absenken und Rückzahlungen vornehmen.
Ebenfalls auf dem Weg ist eine [5][Mietrechtsreform von Justizministerin
Stefanie Hubig], mit der möbliertes Wohnen, Kurzzeitvermietungen und
Indexmieten strenger reguliert sowie der Kündigungsschutz verbessert werden
sollen.
14 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Mieterbund-Praesidentin-zur-Mietenpolitik/!6101338
(DIR) [2] /Linkenpolitikerin-Caren-Lay-im-Wahlkampf/!6063225
(DIR) [3] /Kontrolleure-gegen-Mietwucher/!6137078
(DIR) [4] /Start-einer-Mietrechtskommission/!6110355
(DIR) [5] /Mietrechtsnovelle-von-Union-und-SPD/!6174994
## AUTOREN
(DIR) Jasmin Kalarickal
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