# taz.de -- Neuer Krieg in Äthiopien: Flächenbrand in Afrika
       
       > Der Krieg in Äthiopien droht sich zum Regionalkrieg im gesamten Nordosten
       > Afrikas auszuweiten. Es gäbe Möglichkeiten, dagegen etwas zu tun.
       
 (IMG) Bild: Es droht ein länderübergreifender Krieg im Nordosten Afrikas – die Folge werden erneut tausende Flüchtlinge sein
       
       In der internationalen Politik äußern sich viele Diplomaten über viele
       Dauerkrisen „tief besorgt“. Die Krisen am Horn von Afrika gehören dazu, von
       Somalia bis Sudan. Nun droht im Nordosten Afrikas ein länderübergreifender
       Krieg. Sehr vereinfacht ausgedrückt, haben sich die Regierungen von
       Ägypten, Sudan, Eritrea und Somalia unabhängig voneinander gegen die
       Regierung von Äthiopien gestellt. Alle habe eigene Gründe: Ägypten streitet
       mit Äthiopien um die Kontrolle des Nils, [1][Sudan wirft Äthiopien
       Unterstützung der aufständischen RSF-Miliz vor,] Eritrea unterstellt
       Äthiopien Expansionswünsche hin zum Roten Meer. Und Somalia moniert
       Äthiopiens Unterstützung der Abspaltung Somalilands.
       
       Gegen Äthiopiens Regierung kämpft neuerdings im eigenen Land eine neue
       [2][Rebellenallianz rund um die Tigray-Volksbefreiungsarmee TPLF]. Die
       Guerillagruppe beherrschte Äthiopien jahrzehntelang, wurde aber zuletzt
       marginalisiert und wehrt sich dagegen mit allen Mitteln. Nicht nur [3][in
       Tigray toben jetzt heftige Kämpfe], der Krieg droht auch Eritrea zu
       erfassen. Dass am Sonntag die Präsidenten der vier Länder in Ägyptens
       Hauptstadt Kairo zu einem Gipfel zusammenkamen, könnte sich als Startschuss
       für einen Krieg erweisen, der den gesamten Nordosten Afrikas mit seinen
       rund 285 Millionen Einwohnern in den Abgrund reißt.
       
       Sofern er sich dort nicht schon befindet. In Sudan tobt der aktuell
       blutigste Krieg der Welt, in Eritrea herrscht seit Jahrzehnten eine brutale
       Militärdiktatur, Somalia ist seit Jahrzehnten von Bürgerkrieg zerrissen.
       Direkt gegenüber liegt der Brandherd Jemen, dessen Kontrolle über das
       Schicksal des Welthandels mitbestimmt.
       
       Kurios ist, dass mittendrin der Kleinstaat Dschibuti die größte Ansammlung
       internationaler Militärkontingente in der gesamten Region beherbergt, mit
       Militärbasen der USA, Frankreichs, Chinas, Japans, Italiens. Könnten sie
       nicht auch gegen die aufflammenden Kriege rings um sie herum etwas tun?
       Leider bleibt es wohl dabei, dass alle Welt „tief besorgt“ ist – und
       ratlos.
       
       4 Oct 2026
       
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