# taz.de -- Geplante Extra-Abgabe auf Softdrinks: Zuckersteuer auf Limonaden ist nicht unsozial – im Gegenteil
       
       > Wer armen Menschen helfen will, sollte gezuckerte Getränke nicht
       > künstlich billig halten. Die Abgabe kann gesundheitliche Ungleichheit
       > verringern.
       
 (IMG) Bild: Eine Zuckersteuer auf Softdrinks ist nicht unsozial, sondern könnte schädliche Kalorienzufuhr verhindern
       
       Die nun vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte [1][Zuckersteuer] auf
       Erfrischungsgetränke treffe besonders Menschen mit wenig Geld, sagen
       Kritiker. Das Argument gegen die Abgabe klingt sozial – ist es aber nicht.
       
       Tatsächlich nehmen sozial benachteiligte Gruppen im Mittel [2][mehr mit
       Zucker gesüßte Getränke] zu sich als besser gestellte. Das trägt dazu bei,
       dass gerade Menschen mit niedrigem Bildungsstatus überdurchschnittlich
       häufig von Adipositas und Typ-2-Diabetes betroffen sind. Eine Zuckersteuer
       auf Softdrinks kann helfen, diese gesundheitliche Ungleichheit zu
       verringern.
       
       Die Steuer wirkt dabei auf zwei Wegen: Wenn mit Zucker gesüßte Limonaden
       teurer werden, kaufen die Menschen tendenziell weniger davon. Davon kann
       ihre Gesundheit profitieren.
       
       Außerdem ist die Abgabe nach den [3][Plänen der Bundesregierung]
       gestaffelt: Unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter fällt sie gar nicht an,
       ab 5 Gramm sind es 26 Cent je Liter, ab 8 Gramm 32 Cent. Das gibt den
       Herstellern einen Anreiz, den Zuckeranteil zu senken, und die Verbraucher
       zahlen dann oft kaum mehr. In [4][Großbritannien], wo die Industrie seit
       2018 eine ähnlich gestaffelte Abgabe entrichten muss, sank der Zuckergehalt
       der betroffenen Getränke bis 2024 im Schnitt um fast die Hälfte. Der größte
       Teil der Umstellung geschah schon nach der Ankündigung.
       
       ## Getränke ohne Nutzen für die Ernährung
       
       Davon profitieren auch Menschen, die ihren Zuckerkonsum bisher nicht
       bewusst reduzieren. Das ist sozialer, als ungesunde Produkte billig zu
       halten, die aus medizinischer Sicht niemand für die Ernährung braucht. Kein
       Mensch ist auf diese Zuckerbomben angewiesen, um seinen Durst zu löschen
       oder sich mit notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Wasser und ungesüßter
       Tee erfüllen diese Funktionen genauso gut oder besser – ohne die
       zusätzliche, oft schädliche Kalorienzufuhr.
       
       19 Oct 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Zuckersteuer/!t6207509
 (DIR) [2] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf
 (DIR) [3] https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/10/2026-10-14-gesetzentwurf-zuckergetraenkesteuer.html
 (DIR) [4] https://www.gov.uk/government/consultations/strengthening-the-soft-drinks-industry-levy/outcome/strengthening-the-soft-drinks-industry-levy-summary-of-responses
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jost Maurin
       
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