# taz.de -- Verdacht auf Terrorangriff in Nahost: Was wir zur Flydubai-Notlandung wissen – und was nicht
       
       > Wollte ein Pilot ein Flugzeug mit rund 180 Israelis an Bord zum Absturz
       > bringen und so einen Terroranschlag begehen? Noch ist vieles unklar.
       
 (IMG) Bild: Ein Flugzeug der Flydubai am 8. März 2026
       
       Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai muss auf dem Weg nach Israel
       plötzlich in Saudi-Arabien notlanden. Ein Überblick, was dazu bislang
       bekannt ist – und was nicht:
       
       ## Was wir wissen
       
       ◉ Notlandung: Der Flydubai-Flug FZ1073 hat auf dem Weg von Dubai nach Tel
       Aviv gegen 8.44 Uhr Ortszeit ein Notsignal gesendet und ist daraufhin um
       9.45 Uhr auf dem Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien gelandet.
       
       ◉ Als sich das Flugzeug Israel näherte, soll laut Israels Ministerpräsident
       Benjamin Netanjau einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen
       eingestochen haben. Dieser habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den
       Passagieren zum Absturz zu bringen. Gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied
       sei es dem Passagier der Schilderung nach gelungen, in das Cockpit
       vorzudringen. Sie hätten dann den Angreifer ausgeschaltet, während dieser
       versucht habe, die Flugzeugapparate zu beschädigen.
       
       ◉ Eine weitere Crew, die sich an Bord befunden habe, sei in das Cockpit
       gegangen und habe es geschafft, das Flugzeug zu stabilisieren. Das Flugzeug
       sei sicher in Saudi-Arabien gelandet, der Angreifer sei festgenommen
       worden. Er werde von den saudischen Sicherheitsbehörden befragt.
       
       ◉ Rund 180 Israelis an Bord: Die Passagiere wurden laut dem israelischen
       TV-Sender N12 angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu
       verlassen. Laut dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu seien alle
       Passagiere Israelis gewesen.
       
       ◉ Die Piloten: Pilot und Copilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide
       wiesen Verletzungen auf und kamen in ein Krankenhaus.
       
       ◉ Netanjahu informiert: Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten
       Benjamin Netanjahu teilte mit, der Regierungschef habe zu dem Vorfall
       Beratungen abgehalten und verfolge die Entwicklungen. Die Lage sei unter
       Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der
       israelischen Passagiere nach Hause zu gewährleisten.
       
       ## Was wir nicht wissen
       
       ◉ Wollte einer der Piloten die Maschine zum Absturz bringen? Dieser
       Verdacht besteht, wurde aber noch nicht bestätigt. Das israelische
       Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, die Maschine sei steil in die Tiefe
       geflogen. Einer der Piloten habe den anderen mit Hilfe von Passagieren
       daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. In Israel geht man
       zunehmend von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus.
       
       ◉ Was passierte im Cockpit? Der Sender N12 berichtete zunächst davon, dass
       sich Pilot und Copilot im Cockpit geprügelt hätten, bis einer von ihnen das
       Bewusstsein verloren habe. Verschiedene israelische Medien berichten unter
       Berufung auf Passagiere des Flugzeugs, einer der beiden habe den anderen
       mit einem Messer verletzt. Offiziell bestätigt ist das noch nicht.
       
       ◉ Woher stammen Pilot und Copilot? N12 zufolge soll der Pilot russischer
       und der Copilot ukrainischer Abstammung sein. Laut „ynet“ stammt der
       tatverdächtige Copilot vielmehr aus dem Oman, und das russische
       Generalkonsulat in Dubai teilte der staatlichen Nachrichtenagentur Tass
       zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten entsprächen nicht
       den Tatsachen.
       
       ◉ Was passiert mit den Piloten? Einer der beiden soll eine Stichverletzung
       erlitten haben. Nicht geklärt ist, ob der Vorfall strafrechtliche Folgen
       für sie haben wird.
       
       ◉ Was passiert mit den israelischen Passagieren? Sie warten auf ihre
       Heimreise. Offen ist, welche Rolle die saudi-arabischen Behörden dabei
       spielen werden – Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen
       Beziehungen. Unklar ist, ob die Israelis mit einem Ersatzflugzeug oder von
       der israelischen Luftwaffe nach Israel gebracht werden sollen. Gesichert
       scheint allerdings, dass trotz der Absenz diplomatischer Beziehungen
       keinerlei Gefahr für die israelischen Staatsbürger in Saudi-Arabien
       besteht. (dpa/taz)
       
       ## Emiratischer Analyst sieht mögliche Verbindung nach Iran
       
       Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebende und in Saudi-Arabien
       aufgewachsene Analyst Aimen Dean hält eine Verbindung zwischen dem
       Flydubai-Zwischenfall und jüngster Drohungen aus Teheran für möglich. Auf X
       schreibt er: „Mehrere hochrangige iranische Beamte haben in den vergangenen
       zwölf Tagen wiederholt gedroht und gewarnt, dass niemand in der Region mehr
       fliegen könne, wenn iranische Flugzeuge nicht mehr fliegen dürften“. Dass
       nun ein Flugzeug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Dutzenden
       israelischen Passagieren an Bord über Saudi-Arabien beinahe zum Absturz
       gebracht wurde, sei kein Zufall.
       
       Neue US-Sanktionen gegen das Regime in Teheran betreffen auch iranische
       Fluggesellschaften. Diese sollen auch in Drittstaaten nicht mehr landen
       dürfen. Laut Türkiye Today sollen etwa Flüge iranischer Airlines ab Anfang
       Oktober in der Türkei nicht mehr landen dürfen. Mahan Air, der direkte
       Verbindungen mit den Revolutionsgarden vorgeworfen werden, darf die Türkei
       bereits nicht mehr anfliegen. Aserbaidschan, Georgien, Irak und Oman haben
       Flüge iranischer Airlines auf ihr Gebiet untersagt.
       
       Konkrete Belege dafür, dass es sich um einen versuchten Anschlag handeln
       könnte, wie auch einer Verbindung nach Teheran, sind aber bislang nicht
       bekannt. (taz)
       
       ## Minister Ben-Gvir spricht von Terroranschlag
       
       Nach der Notlandung einer Flydubai-Maschine auf dem Weg nach Tel Aviv in
       Saudi-Arabien hat der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir von einem
       versuchten Terroranschlag gesprochen. Ein Terrorist habe versucht, ein
       Flugzeug zum Absturz zu bringen und „die 180 Israelis an Bord zu ermorden“,
       schrieb er in einem Post auf der Plattform X.
       
       Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte in einem X-Post:
       „Wer auch immer versucht hat, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen und 180
       Israelis zu ermorden, muss dafür bezahlen, als ob er sie ermordet hätte.“
       Dies gelte für den Angreifer ebenso wie für „jeden Staat oder jede
       Terrororganisation, die ihn geschickt haben“.
       
       Belege für einen Angriff, wie ihn die beiden rechtsextremen israelischen
       Minister postulieren, stehen allerdings aus. (dpa/taz)
       
       30 Sep 2026
       
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