# taz.de -- Flug von Flydubai: Pilot äußert sich aus dem Krankenhaus
> Er war verletzt und schaffte es doch, das Cockpit zu öffnen – und rettete
> so das Leben der Passagiere. Nun äußert sich der Pilot Machchhar zum
> Angriff.
(IMG) Bild: Ein Lehrer einer Kunstschule in Mumbai malt ein Porträt des Piloten, der sich dem Angreifer im Cockpit entgegenstellte
dpa/ap | Der bei der [1][Gewalttat in einer Flydubai-Maschine] verletzte
Pilot hat sich mit einer bewegenden Schilderung zum Ablauf der
Beinahe-Katastrophe geäußert. Demnach gelang es ihm trotz seiner schweren
Stichverletzungen durch den Co-Piloten, die Cockpit-Tür zu öffnen. „Ich
kämpfte in dem Moment um mein eigenes Leben, aber mir war auch klar, dass
ich nicht so viele andere Menschen sterben lassen konnte“, sagte Smit
Machchhar in einem Videotelefonat mit dem indischen Premierminister
Narendra Modi, das dieser auf der Plattform X teilte.
Bereits am Boden liegend sei ihm klar geworden, dass das Flugzeug im
Begriff war, abzustürzen. Er habe sich daher trotz mehrerer Wunden und der
andauernden Attacke aufgerichtet. „Ich öffnete die Tür, und alle kamen
herein“, so der indische Pilot.
## Motiv für Angriff unklar
Währenddessen verlor die Boeing 737 rasch an Höhe, wie Zeugen und
israelische Behörden erklärten. Die Maschine mit 182 Menschen an Bord war
auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv und wurde zur Landung nach Tabuk im
Nordwesten Saudi-Arabiens umgeleitet.
Der Angreifer hat laut dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin
Netanjahu die omanische Staatsbürgerschaft. Er wurde in Saudi-Arabien in
Gewahrsam genommen und verhört. Sein Motiv für den Angriff war unklar.
Machchhar erklärte, dank seiner Erfahrung als Pilot habe er den steilen
Sinkflug der Maschine noch gespürt. „Ich kann selbst mit geschlossenen
Augen genau spüren, was mit dem Flugzeug geschieht“, sagte er. „Als ich am
Boden lag, konnte ich fühlen, dass die Maschine in die Tiefe stürzte.“
In den schwierigen Momenten habe er die Hanuman Chalisa rezitiert, einen
hinduistischen Lobgesang auf Gott Hanuman, der traditionell als Gebet um
Kraft und Mut gesprochen wird. „Gott Hanuman gab mir Mut“, sagte er zu
Modi.
## Attacke im Cockpit nicht Teil der Ausbildung
Machchhar, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, ist laut seinem
LinkedIn-Profil seit etwa vier Jahren für Flydubai tätig. Zuvor arbeitete
er elf Jahre lang bei SpiceJet, einer indischen Billigfluggesellschaft.
Dort war er als Senior Commander und Line Training Captain eingesetzt. Bei
SpiceJet absolvierte er mehr als 9.750 Flugstunden.
Der Leiter der neuseeländischen Flugschule Mainland Air, an der Machchhar
ausgebildet wurde, Philip Kean, erklärte, Piloten lernten zwar, wie sie die
Kontrolle übernehmen könnten, falls ein anderes Besatzungsmitglied
handlungsunfähig werde. Die Ausbildung bereite sie jedoch normalerweise
nicht auf einen Messerangriff durch einen Kollegen vor.
„Ich glaube nicht, dass das Handbuch viel für den Fall einer Messerattacke
hergibt“, sagte Kean. „Man ist befreundet und fliegt gemeinsam.“ Niemand
erwarte ein solches Szenario.
## Immer noch viele Fragen offen
Der Flug der emiratischen Gesellschaft war am Mittwoch von Dubai nach Tel
Aviv unterwegs, als es zu dem Vorfall kam. Mehrere Passagiere drangen ins
Cockpit ein und konnten den Angreifer überwältigen. Das Flugzeug, das zuvor
dramatisch an Höhe verloren hatte, wurde von einer zufällig mitreisenden
zweiten Besatzung sicher im saudi-arabischen Tabuk notgelandet. Sowohl der
Kapitän als auch die eingreifenden Passagiere wurden von Medien als Helden
gefeiert. Behandelt wird der Flugkapitän inzwischen in den Vereinigten
Arabischen Emiraten.
Auch [2][der festgenommene Co-Pilot] wurde in die Emirate gebracht. Zu dem
Motiv des Angriffs gab es zunächst keine gesicherten Informationen.
Israelischen Regierungsvertretern zufolge handelte es sich um einen
versuchten islamistischen Anschlag. Doch viele Fragen sind weiterhin offen.
2 Oct 2026
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