# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahostkonflikt +++: Trump droht Iran mit harten Konsequenzen im Flydubai-Vorfall
> Sollte Iran beteiligt gewesen sein am Flydubai-Vorfall, so droht der
> US-Präsident mit Konsequenzen. In der Straße von Hormus wurde ein Tanker
> beschossen.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump vor dem Weißen Haus am Freitag in Washington
## Trump droht Iran nach Flydubai-Vorfall
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran im Fall einer Beteiligung an dem
mutmaßlichen Anschlag [1][auf einen vollbesetzten Flydubai-Flug]
schwerwiegende Konsequenzen angedroht. „Sie werden sehr hart getroffen
werden, keine Sorge“, antwortete Trump am Donnerstag Journalisten in
Washington auf die Frage zu möglichen US-Vergeltungsmaßnahmen gegen die
Islamische Republik, falls diese für den Angriff verantwortlich sei.
Befragt dazu, ob der Iran damit etwas zu tun habe, sagte Trump: „Ich würde
sagen, die Antwort lautet, nach dem, was ich höre, ja. Aber wir arbeiten
gerade daran.“
Trump äußerte sich, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)
Ermittlungen zur Prüfung einer möglichen Terrortat eingeleitet hatten und
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt hatte, der verdächtige
Copilot habe eine „radikale islamistische Indoktrination“ durchlaufen. Das
Linienflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai war am Mittwoch nach
Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag
entgangen. Die Flydubai-Maschine war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv,
als sie massiv an Höhe verlor. Laut der Website Flightradar24 sackte das
Flugzeug innerhalb einer Minute etwa 5.000 Meter ab. An Bord waren 174
Passagiere, die meisten von ihnen Israelis.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zufolge hatte der Copilot den
Piloten niedergestochen und versuchte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen.
Augenzeugen zufolge drangen mehrere Passagiere aus den vorderen Sitzreihen
in das Cockpit ein und überwältigten den Co-Piloten. Das
US-Nachrichtenportal Axios berichtete derweil, dass die USA kürzlich
zusätzliche Patriot-Raketenbestände nach Saudi-Arabien und Katar entsandt
hätten, um wichtige Energieanlagen vor möglichen iranischen Angriffen zu
schützen.
Das Portal berichtete zudem, dass der Flugzeugträger „USS Theodore
Roosevelt“ und seine Besatzung auf dem Weg in die Region seien, wo sie sich
zwei weiteren bereits vor Ort befindlichen US-Flugzeugträger-Kampfverbänden
anschließen könnten. Während Spekulationen über ein mögliches Motiv des
Co-Piloten kursierten, begannen die VAE und Saudi-Arabien damit, den
Vorfall zu rekonstruieren. Saudi-Arabien teilte mit, der Co-Pilot sei am
Donnerstag in Begleitung eines „Sicherheitsteams aus den VAE“ in die
Emirate überstellt worden. Riad fügte hinzu, dass erste Ermittlungen
ergeben hätten, der Co-Pilot habe den Kapitän des Flugzeugs angegriffen.
(afp)
## Tanker in der Straße von Hormus von Geschoss getroffen
Ein Tanker ist nach Angaben des britischen Militärs in der Straße von
Hormus von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. Der Tanker sei
daraufhin in Brand geraten, wie die Seehandelsaufsicht der britischen
Marine (UKMTO) am Donnerstag mitteilte. Die Behörde sei nach eigenen
Angaben von anderer Stelle über den Vorfall informiert worden. Die
Besatzung sei in Sicherheit, hieß es weiter. Die UKMTO veröffentlichte
zunächst keine Informationen zum Namen des Schiffes.
Bislang bekannte sich niemand zu dem Angriff. Iranische Streitkräfte
greifen jedoch regelmäßig Schiffe an, die die Meerenge passieren, um die
Kontrolle über die wichtige Wasserstraße aufrechtzuerhalten. Seit Beginn
des Irankrieges am 28. Februar ist der Schiffsverkehr beeinträchtigt und
die Meerenge praktisch geschlossen. Vor dem Krieg, der mit
US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran begann, wurden
etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases durch die
Wasserstraße an der Mündung des Persischen Golfs transportiert. (ap)
## USA streichen wegen Irankrieg Menschenrechtsauflagen für Militärhilfe an
Ägypten
Die USA haben nach Regierungsangaben wegen des Krieges gegen den Iran die
Menschenrechtsauflagen für Militärhilfen an Ägypten in Höhe von mehr als
300 Millionen Dollar aufgehoben. US-Außenminister Marco Rubio habe die
entsprechenden Anforderungen für 320 Millionen Dollar im Haushaltsjahr 2025
ausgesetzt, hieß es in einem Schreiben an Kongressausschüsse, das der
Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Außenministerium in Washington
teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, dass es den Schritt bestätige. Eine
Stellungnahme des ägyptischen Außenministeriums lag zunächst nicht vor.
Zur Begründung hieß es in einem begleitenden Memorandum, die Ausnahme sei
für die nationalen Sicherheitsinteressen der USA unerlässlich. Dies gelte
insbesondere angesichts der „hilfreichen Rolle“ Ägyptens nach dem Beginn
des gemeinsamen Militäreinsatzes der USA und Israels gegen den Iran. Worin
genau diese Rolle bestand, wurde nicht erläutert. Ein Ministeriumssprecher
erklärte, die Entscheidung trage der Bedeutung der Sicherheitskooperation
in einer Zeit großer regionaler Herausforderungen Rechnung.
Ägypten erhält seit den späten 1980er Jahren jährlich rund 1,3 Milliarden
Dollar an US-Militärhilfe. Ein Teil davon ist an Bedingungen zu
Menschenrechten und Demokratie geknüpft. Diese können jedoch aus Gründen
der nationalen Sicherheit ausgesetzt werden. In der Vergangenheit hatte das
Zurückhalten von Geldern, unter anderem unter dem früheren US-Präsidenten
Joe Biden, wiederholt zu Spannungen zwischen Kairo und Washington
geführt. Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung von Präsident
Abdel Fattah al-Sisi seit langem weitreichende Verstöße wie Folter und
erzwungenes Verschwindenlassen vor. Ägypten spielte bei den Verhandlungen
über eine Waffenruhe im Gazastreifen im Oktober 2025 eine zentrale Rolle.
Bei Vermittlungen im Irankrieg trat das Land bislang jedoch weniger in
Erscheinung. (rtr)
2 Oct 2026
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