# taz.de -- Umfrage zum Fleischkonsum: Viele wollen weniger Fleisch – aber nicht darauf verzichten
       
       > Mehr als jeder vierte Fleischesser will laut Meinungsforschungsinstitut
       > YouGov den Konsum einschränken. Ganz verzichten wollen davon aber nur
       > wenige.
       
 (IMG) Bild: Muss das wirklich jeden Tag sein? Totes Tier in der Fleischtheke
       
       Viele Verbraucher hinterfragen neuen Umfragen zufolge ihren
       [1][Fleischkonsum] zunehmend. Mehr als jeder vierte Fleischesser (27
       Prozent) plant einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov
       zufolge, seinen Konsum von Fleisch und Wurst „in nächster Zeit“ zu
       reduzieren. Nur 2 Prozent möchten ihn erhöhen.
       
       Zugleich stimmt bereits knapp die Hälfte der Fleischesser der Aussage zu,
       dass es ihnen guttun würde, weniger Fleisch, Wurst und Fisch zu essen (43
       Prozent). Dabei gehe es den meisten nicht um vollständigen Verzicht: Nur 22
       Prozent derjenigen, die weniger tierische Produkte essen möchten, erwägen
       eine komplett vegetarische, 14 Prozent eine komplett vegane Ernährung.
       
       Die Angaben sprechen aus Sicht von YouGov-Expertin Petra Süptitz „weniger
       für einen breiten Trend zum Vegetarismus oder Veganismus, sondern stärker
       für die wachsende Bedeutung flexitarischer Ernährungsweisen“. Viele
       Menschen möchten sich nach ihren Worten bewusster und ausgewogener ernähren
       und ihren Fleischkonsum reduzieren, ohne jedoch vollständig darauf zu
       verzichten. Sogenannte Flexitarier sind flexible Vegetarier oder
       Teilzeit-Vegetarier, die ihren Fleischkonsum bewusst einschränken, aber
       gelegentlich noch Fleisch essen.
       
       Dem bundeseigenen Thünen-Agrarforschungsinstitut zufolge werden circa 10
       Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland auf die Tierhaltung
       zurückgeführt – inklusive etwa des Ausstoßes durch die tierische Verdauung,
       die Fütterung und die Flächennutzung. Der Futteranbau trägt unter anderem
       durch Pestizide und Dünger dazu bei, dass wilde Pflanzen- und Tierarten
       aussterben sowie Wasser verschmutzt wird.
       
       ## Fleischersatz gewinnt an Boden
       
       Der Markt für Fleischersatz wächst. Knapp 35 Prozent der Haushalte kauften
       den Daten zufolge 2026 mindestens einmal entsprechende Produkte – so viele
       wie seit 2022 nicht. Besonders stark wachsen „sonstige
       Fleischersatzprodukte“ wie Tofu und Falafel.
       
       Der Umsatz „fleischanaloger“ Produkte wie vegetarische oder vegane Wurst
       habe um gut 6 Prozent zugelegt. Bei „sonstigen Fleischersatzprodukten“
       liege das Plus bei 38 Prozent. „Fleischersatz gewinnt damit nicht nur neue
       Käufer, sondern wird von bestehenden Käufern auch intensiver genutzt“,
       heißt es.
       
       Insgesamt haben 58 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben bereits
       Fleischersatz probiert. Als Hürden für eine weitere Verbreitung gelten vor
       allem der Preis und die Zusammensetzung: 61 Prozent empfänden die Produkte
       als zu teuer, 64 Prozent hätten den Eindruck, dass viele vegetarische und
       vegane Ersatzprodukte zu viele Zusatzstoffe enthalten.
       
       Die Daten der Befragung basieren auf Online-Interviews mit rund 2000
       Mitgliedern des YouGov-Panels. Die Ergebnisse wurden dem Institut zufolge
       gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung von 18 bis 75
       Jahren. (dpa/taz)
       
       27 Sep 2026
       
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