# taz.de -- EU-Mercosur-Handelsabkommen: EU setzt Fleischimporte aus Brasilien aus
       
       > Die EU-Kommission erklärte, Brasilien müsse nachweisen, ob Exporteure die
       > EU-Vorgaben zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllen.
       
 (IMG) Bild: Die EU verbietet den Einsatz von Antibiotika in der Vieh- und Geflügelzucht zur Wachstumsförderung oder reinen Ertragssteigerung
       
       afp/taz Die EU setzt nach eigenen Angaben ab Donnerstag die Einfuhr von
       Fleisch und anderen tierischen Produkten aus Brasilien aus. Brasilien habe
       bislang keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass seine Produkte
       die EU-Vorgaben zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllten,
       erklärte die EU-Kommission am Montag. Betroffen sind unter anderem Rind-
       und Geflügelfleisch sowie Honig.
       
       „Brasilien ist ein wichtiger Partner der EU“, erklärte eine Sprecherin der
       Kommission gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Brüssel arbeite eng mit
       den brasilianischen Behörden daran, die [1][Einhaltung der Vorgaben
       sicherzustellen]. Sobald diese nachgewiesen sei, könnten die Exporte wieder
       aufgenommen werden. Einen Zeitplan dafür nannte die Kommission nicht.
       
       Für Geflügel und Honig läuft derzeit eine Überprüfung, die am Freitag
       abgeschlossen werden soll. Fällt sie positiv aus und stimmen die EU-Staaten
       zu, könnten Geflügelexporte aus Brasilien nach Angaben der Kommission
       innerhalb weniger Wochen wieder zugelassen werden. Bei Rindfleisch könnte
       es wegen der längeren Produktionszyklen länger dauern.
       
       Die EU verbietet den Einsatz von Antibiotika in der Vieh- und Geflügelzucht
       zur Wachstumsförderung oder reinen Ertragssteigerung. Tiere dürfen zudem
       nicht mit bestimmten Medikamenten behandelt werden, die für Menschen
       reserviert sind. Bereits im Mai hatte Brasilien nicht ausreichend
       dargelegt, dass es diese Vorgaben einhält.
       
       Der Streit fällt in eine politisch heikle Phase: Das Handelsabkommen der EU
       mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay
       [2][trat Anfang Mai vorläufig in Kraft]. Fleischimporte aus Südamerika
       hatten insbesondere in Frankreich massive Bauernproteste ausgelöst. Durch
       den Vertrag entfallen Zölle auf die meisten Güter, für Fleischprodukte
       haben die Europäer allerdings Kontingente festgesetzt, die günstiger nach
       Europa verkauft werden dürfen.
       
       Die vier südamerikanischen Staaten haben das Abkommen bereits ratifiziert,
       somit konnte es bereits angewendet werden. In der EU muss das
       Europaparlament noch zustimmen. Derzeit läuft noch [3][eine juristische
       Prüfung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH)]
       
       1 Sep 2026
       
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