# taz.de -- Konsequenz aus dem Wahldebakel: CDU-Spitze in Mecklenburg-Vorpommern wirft das Handtuch
       
       > Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Peters tritt zurück. Kommissarisch will
       > nun der umtriebige Staatsminister Amthor für gute Laune in der Bude
       > sorgen.
       
 (IMG) Bild: Junge, brich deiner Mutter nicht das Herz: CDU-Landes-Kommissar Philipp Amthor und sein Vorgänger Daniel Peters
       
       Die CDU-Spitze von Mecklenburg-Vorpommern ist nach dem Wahldebakel von
       Sonntag nicht nur fleißig dabei, die Landtagsfraktion abzuwickeln. Sich
       selbst hat sie nun gleich mitabgewickelt: Der Landesvorsitzende und
       Spitzenkandidat Daniel Peters ist ebenso zurückgetreten wie die formell für
       die gescheiterte Wahlkampagne zuständige Generalsekretärin der Landes-CDU,
       Katy Hoffmeister.
       
       Wie am Dienstag bestätigt wurde, beschloss der Landesvorstand in Schwerin
       am Abend zuvor „mit großer Mehrheit“, dass Philipp Amthor „bis zu einem
       Landesparteitag kommissarisch“ Peters’ Nachfolger wird. Der 33-Jährige aus
       Vorpommern hat trotz seines Alters [1][schon etliche Skandale hingelegt].
       Jüngst wurde er zum Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im
       Kanzleramt befördert. In der Landes-CDU war er bislang einer von Peters’
       Stellvertretern.
       
       Peters selbst erklärte, er habe „aus den Reihen des Landesvorstandes sehr
       viel Zuspruch und auch die Bitte bekommen“, weiter im Amt zu bleiben.
       Vielen Dank für die Blumen, aber ohne mich, so der Ex-Chef sinngemäß
       weiter. Für ihn gehöre es „zu verantwortungsvoller Politik“, aus dem
       „krachenden und desaströsen Wahlergebnis“ persönliche Konsequenzen zu
       ziehen.
       
       Desaströs ist aus CDU-Sicht eine sehr nette Umschreibung des Wahlausgangs
       in Mecklenburg-Vorpommern. Die viele Jahre das Bundesland prägende Partei
       knallte gegenüber der letzten Landtagswahl 2021 runter von etwas mehr als
       13 auf 4,9 Prozent. Sie verpasste damit erstmals in ihrer Geschichte den
       Einzug in ein Landesparlament.
       
       ## Amthor und der feste untote Wille
       
       Der neue CDU-Landeschef-Kommissar Philipp Amthor versuchte sich sogleich
       als Optimismusbeauftragter. Nach dieser „schwersten historischen Stunde“
       brauche der Landesverband „die notwendige Zeit, um das Ergebnis zu
       verarbeiten und um sich in einem geordneten Verfahren neu aufzustellen“,
       sagte Amthor.
       
       Trotzdem wolle er mal klarstellen: „Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern ist
       nicht tot, sondern sie wird gebraucht.“ Zumal die rund 4.000 Mitglieder der
       Nordost-CDU „den festen Willen“ behielten, „unsere Heimat politisch zum
       Besseren zu gestalten“.
       
       Im Landesverband hat man jenseits des „festen Willens“ gleichwohl größte
       Sorgen, die Partei könnte als außerparlamentarische Opposition unter die
       Räder kommen. „Wenn die Abgeordneten wegfallen, wenn die Wahlkreisbüros
       wegfallen, wenn die Mitarbeiter wegfallen, ist Präsenz in der Fläche schwer
       herstellbar“, [2][sagte nach der Wahl Schwerins CDU-Kreischef Jasch Dopp
       zur taz].
       
       ## Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Sonderparteitag
       
       Der Vollzug ihres sofortigen Rücktritts war die erste umfängliche
       Wortmeldung von Daniel Peters und seiner Generalsekretärin Katy Hoffmeister
       seit dem Wahlabend. Zuvor waren beide komplett abgetaucht. Peters
       verzichtete [3][auf eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem CDU-Bundeschef
       und Kanzler Friedrich Merz in Berlin], Hoffmeister schwänzte die
       Landespressekonferenz in Schwerin.
       
       Dies sei nicht als Affront gegenüber den Gremien der Bundespartei zu
       verstehen, sagte Peters im Nachgang. „Auch kein Affront gegen Friedrich
       Merz. Ganz im Gegenteil: Ich habe das mit ihm so abgestimmt.“ Für ihn sei
       es wichtiger gewesen, mit den Mitarbeiter:innen der Landtagsfraktion
       zu sprechen, die nun eine neue berufliche Perspektive bräuchten.
       
       Die versprochene Neuaufstellung der Landes-CDU soll jetzt „in Ruhe“
       besprochen werden. „Wir streben einen Landesparteitag an, jetzt nicht
       unmittelbar in den nächsten Wochen, sondern eher in Richtung Anfang des
       nächsten Jahres“, sagte Kommissar Philipp Amthor. Bis dahin, behauptete er,
       sei die Landespartei „voll handlungsfähig“.
       
       22 Sep 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Rainer Rutz
       
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