# taz.de -- Ehemalige Grünen-Hochburg: Selbst Berlin-Kreuzberg ist jetzt pink
       
       > Die Berliner Grünen haben bei der Wahl in ihrem Kernbezirk
       > Friedrichshain-Kreuzberg kein einziges Direktmandat erreicht. Prominente
       > Politiker*innen scheiden nun aus der Politik aus.
       
 (IMG) Bild: Ein bisschen grüne Deko gibt es noch bei der Wahlparty der Grünen – der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist jetzt nicht mehr grün
       
       Sie sind die großen Verlierer*innen der Wahl: In
       Friedrichshain-Kreuzberg hat keine*r der fünf grünen Kandidat*innen
       das Direktmandat geholt. Stattdessen ist der Innenstadtbezirk, der nur noch
       fünf statt sechs Wahlkreise hat, auf den Karten mit den Wahlergebnissen
       jetzt pink eingefärbt, und in fester Hand der Linken. Für die Grünen ist
       das extrem bitter: Sie verlieren damit ausgerechnet in ihrem Berliner
       Kernbezirk – und das teils haushoch.
       
       So erhielt Valgolio Damiano von den Linken im Wahlkreis 5 mit 39,1 Prozent
       fast doppelt so viele Stimmen wie die ehemals grüne Fraktionsvorsitzende
       Antje Kapek, die nur auf 19,5 Prozent der Erststimmen kam. Dass sie so
       deutlich hinter dem aktuellen Mandatsträger Damiano liegt, habe sie nicht
       erwartet, sagte Kapek der taz: „Bei uns ist das Entsetzen und die Trauer
       groß.“ Viele gute Kolleg:innen seien nicht mehr ins Abgeordnetenhaus
       gekommen. Sie selbst steht auf Platz 11 der grünen Landesliste und wird
       deswegen trotzdem ins Parlament einziehen.
       
       Katrin Schmidberger, langjährige und verdiente Fachpolitikerin für Mieten
       und Wohnen, ist eine der Kolleginnen, die rausfliegen. Sie verlor im
       Wahlkreis 2 relativ knapp: Mit 33,5 Prozent lag sie weniger als 4
       Prozentpunkte hinter Michael Efler von den Linken, der 37,1 Prozent der
       Stimmen bekam.
       
       Schmidberger stand der Schock darüber am Wahlabend ins Gesicht geschrieben.
       „Wir Grüne haben am klarsten gesagt, dass wir eine progressive Regierung
       wollen, dass Rot-Grün-Rot unser Projekt ist und die Stadt das braucht. Es
       tut weh“, sagte sie bei der Wahlparty der Friedrichshain-Kreuzberger
       Grünen. Die Grünen seien zwischen Linken und CDU aufgerieben worden.
       „Leider haben die Leute nicht strategisch gewählt.“ Ihr Ziel sei weiterhin,
       die CDU aus dem Roten Rathaus zu schicken. „Wir erwarten, dass die Linke
       jetzt auch liefert.“
       
       ## Extreme Enttäuschung trotz großer Anstrengung
       
       Die Grünen hatten in ihrem „angestammten“ Bezirk offensiv um die
       Erststimmen geworben, da in einigen Wahlkreisen die jeweiligen Linken- und
       SPD-Kandidat*innen sowieso über Landes- und Bezirkslisten abgesichert
       waren.
       
       Extrem enttäuscht ist auch [1][Enad Altaweel. Im Wahlkreis 3 hatte er mit
       seinem Team an knapp 20.000 Türen Haustürwahlkampf] gemacht, in
       [2][Potenzialanalysen schien es ein Kopf-an-Kopf-Rennen] mit der
       Linken-Kandidatin zu geben und ein Sieg schien durchaus möglich. Er verlor
       gegen die Landesvorsitzende der Linken, Kerstin Wolter-Ehling. Immerhin
       kann er wie Schmidberger einen Achtungserfolg aufweisen: Altaweel holte
       28,1 Prozent der Erststimmen, Wolter-Ehling bekam 42,2 Prozent. Bei den
       Zweitstimmen lag die Linke mit 47 Prozent deutlich vor den Grünen, die hier
       nur 21,7 Prozent erreichten.
       
       Das berlinweit beste Erststimmenergebnis erreichte im Kreuzberger Wahlkreis
       1 – in dem auch das taz-Haus liegt – Linkspartei-Spitzenkandidatin Elif
       Eralp mit 50,4 Prozent. Sie setzte sich gegen Kübra Beydaș durch, die für
       die Grünen nur 17,2 Prozent der Erststimmen holen konnte.
       
       21 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Auf-dem-Weg-ins-Parlament/!6195161
 (DIR) [2] https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/simulationen-kurz-vor-der-abgeordnetenhauswahl-2026-das-sind-die-berliner-swing-states/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uta Schleiermacher
 (DIR) Pascal Maier
       
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