# taz.de -- Presse im Weißen Haus: Trump erteilt CNN und anderen US-Medien Hausverbot
> Wenige Wochen vor den wichtigen Kongresswahlen wirft der US-Präsident CNN
> und andere Medien aus dem Weißen Haus. Es trifft auch Springers
> „Politico“.
(IMG) Bild: Zugang untersagt für CNN und Politico: Pressekonferenz im Weißen Haus
dpa | US-Präsident Donald Trump verbietet dem renommierten TV-Sender CNN ab
sofort den Zugang zum Weißen Haus. Betroffen von dem Verbot seien auch der
Sender MS NOW und das Newsportal „Politico“, schrieb er auf seiner
Plattform Truth Social. Trump warf ihnen vor, Falschnachrichten zu
verbreiten. Kritiker sehen einen Einschüchterungsversuch und [1][Angriff
auf die Pressefreiheit].
Reporterinnen und Reporter dieser Medienhäuser wären von Pressekonferenzen
und Terminen Trumps im Oval Office ausgeschlossen. CNN ist einer der
bekanntesten Nachrichtensender weltweit. „Politico“ gehört zum Portfolio
des deutschen Medienkonzerns Axel Springer.
Wie weitreichend das Verbot ist und ob die Journalisten auch nicht mehr auf
Regierungsflügen in der Air Force One dabei sein dürfen, blieb unklar. CNN
berichtete auf seiner Webseite, dass es nach Trumps Ankündigung zunächst
keine Anzeichen dafür gegeben habe, dass seine Regierung Maßnahmen
ergriffen habe, um dies tatsächlich umzusetzen. Das CNN-Team sei am
Freitagnachmittag weiterhin im Weißen Haus gewesen.
Ähnlich berichtete der Nachrichtensender MS NOW. Reporter seien im Weißen
Haus gewesen, als Trump seinen Post publiziert habe. Die Trump-Regierung
habe bislang noch keine Maßnahmen ergriffen, hieß es in dem Bericht am
Nachmittag weiter. Was genau der Anlass für Trumps Ankündigung war, blieb
unklar.
## Medien pochen auf die Verfassung und verbitten sich Einmischung
Als Trump wenig später im Weißen Haus danach gefragt wurde, ob sein Verbot
vor Gericht Bestand haben werde, sagte er: „Ich finde nicht, dass ein
Gericht zulassen sollte, dass Tag für Tag Falschnachrichten veröffentlicht
werden.“ Der Sender CNN pochte in einem Statement auf sein Recht auf
Pressefreiheit und verwies auf die US-Verfassung. Es dürfe keine
Einmischung seitens der Regierung geben.
„Politico“ in den USA teilte auf dpa-Anfrage mit, man werde weiterhin fair
über das Weiße Haus berichten. Man werde die eigenen Rechte mit Nachdruck
gegen jeden Versuch verteidigen, sie einzuschränken.
Der Verein White House Correspondents' Association (WHCA), der
Journalisten, die über das Weiße Haus berichten, vertritt, reagierte empört
auf Trumps Ankündigung. „Hier geht es um mehr als die Rechte von
Journalisten. Es geht um das Recht der amerikanischen Bevölkerung, eine
umfassende und unabhängige Darstellung der Aktivitäten, politischen
Maßnahmen und Entscheidungen derjenigen zu erhalten, die das höchste Amt
der Nation innehaben“, teilte WHCA-Präsidentin Jacqui Heinrich mit.
Die Medienhäuser sind nicht die [2][Ersten, die von Verboten betroffen
wären]. Zu Beginn seiner im Januar 2025 angetretenen zweiten Amtszeit war
etwa der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) der Zugang zum Weißen
Haus erschwert worden.
## Trumps Konflikt mit den Medien
Trump geht in seiner zweiten Amtszeit mit zunehmender Härte gegen ihm
missliebige Medien vor. Journalisten beleidigt er häufig, wenn ihm die
Fragen, die sie ihm stellen, nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung
wird dagegen ausdrücklich gelobt. Trumps Beliebtheitswerte sind [3][knapp
sieben Wochen vor den wichtigen Parlamentswahlen schlecht]. Vor allem der
zäh verlaufende Krieg in Iran, den Trump eigentlich auf wenige Wochen
begrenzen wollte, bringt ihm Kritik ein. Die Republikaner wollen ihre
Mehrheiten in beiden Parlamentskammern, Repräsentantenhaus und Senat,
verteidigen.
Trump schrieb in seinem Post, Medienunternehmen sollten nicht ständig über
„FIKTION und LÜGEN“ schreiben oder sie verbreiten dürfen, wenn sie über den
Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Regierung oder die Vereinigten
Staaten von Amerika berichten. Der Republikaner kündigte an, dass weitere
Medienhäuser folgen werden. Namen nannte er keine.
## Demokrat zieht Vergleich zu Diktatoren
Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, schrieb
auf der Plattform X: „Donald Trump hat gerade das getan, was Diktatoren im
Laufe der Geschichte getan haben.“ Er erinnerte Trump zugleich daran: „Das
ist eine Demokratie.“ Er werde es nicht schaffen, Nachrichten zu
manipulieren oder die Wahrheit zu verbergen.
Das Weiße Haus hatte verstärkt rechte Influencer in die Gruppe der
Journalisten gelassen, die Zutritt zum Weißen Haus haben. Bei
Pressekonferenzen der früheren Regierungssprecherin Karoline Leavitt durfte
jedes Mal ein anderes vom Weißen Haus handverlesenes Medium die erste Frage
stellen. Bei den vermeintlichen Fragen handelt es sich dann meist eher um
wie bestellt wirkende Themen.
Ein weiteres Instrument Trumps ist es, Medienhäuser mit Klagen zu
überziehen. Betroffen waren schon die New York Times, der britische Sender
BBC und die US-Sender CBS und ABC. Kritiker sehen in Trumps Klagen gezielte
Einschüchterungsversuche und einen Angriff auf die Pressefreiheit.
19 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kampf-um-Pressefreiheit-in-USA/!6205617
(DIR) [2] /US-Journalisten-Verband-reicht-Klage-ein/!6207915
(DIR) [3] /Parteitag-der-Republikaner-in-Dallas/!6212149
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