# taz.de -- Zutritt zum Weißen Haus verwehrt: Amerikanische Medien setzen zum Gegenschlag an
       
       > Das Weiße Haus hat mehreren US-Medien Zutrittsverbot erteilt. Die wollen
       > nun klagen, weitere Sender ihre Trump-Berichterstattung einschränken.
       
 (IMG) Bild: CNN-Reporterin Betsy Klein hält einen leeren Ausweishalter in der Hand – ihr Zutrittsausweis wurde beschlagnahmt
       
       afp | Nach dem Zutrittsverbot im Weißen Haus wollen die US-Fernsehsender
       CNN und MS Now und die Plattform Politico die US-Regierung verklagen. „Wir
       haben die Regierung heute Vormittag darüber informiert, dass wir heute
       Klage einreichen werden, um unsere Rechte aus dem ersten Verfassungszusatz
       zu schützen“, erklärten die drei US-Medien am Montag gemeinsam im
       Onlinedienst X. Damit solle der Grundsatz verteidigt werden, „dass die
       Regierung nicht entscheidet, was die Presse berichtet oder veröffentlicht“.
       
       [1][Das Weiße Haus habe die Journalisten-Akkreditierungen „ohne
       Vorankündigung oder Verfahren“ entzogen,] weil es „Einwände gegen unsere
       Berichterstattung hatte“, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung weiter.
       Werde dem nicht widersprochen, „bedroht dies die Pressefreiheit und das
       Recht der Öffentlichkeit auf einen unabhängigen Journalismus frei von
       staatlicher Einflussnahme“, erklärten die drei Medien.
       
       ## Große US-Sender schränken Berichterstattung über Trump ein
       
       Als Reaktion auf das Hausverbot schränken zudem vier weitere große Sender
       ihre Berichterstattung über Präsident Trump vorerst ein. Die Sender ABC,
       CBS, Fox News und NBC erklärten am Montag gemeinsam mit CNN, sie würden
       vorerst nicht mehr über Trump-Auftritte berichten. Die Sender gehören zu
       einem sogenannten Pool, der im Rotationsverfahren Trump-Termine wahrnimmt
       und auch europäische Medien mit Bildern versorgt.
       
       „Keine Regierung darf ein Medienunternehmen einschränken, nur weil sie
       dessen Berichterstattung missbilligt“, erklärten die fünf Sender.
       
       ## Trump geht immer härter gegen Pressevertreter vor
       
       US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag in einem Beitrag auf seiner
       Onlineplattform Truth Social den beiden Fernsehsendern sowie der
       Nachrichtenwebsite „mit sofortiger Wirkung“ den Zutritt zum Weißen Haus
       untersagt. „Andere Medien, die Falschinformationen verbreiten, werden
       folgen“, drohte er. Eine Begründung für das Verbot nannte Trump nicht, er
       erklärte aber, Medien sollten daran gehindert werden, „Erfindungen und
       Lügen zu verbreiten“.
       
       Am Wochenende wurde den Journalisten der drei Medien bereits der Zutritt
       zum Weißen Haus verwehrt und die Zutrittsausweise wurden ihnen abgenommen.
       Der Verband der White-House-Korrespondenten verurteilte den Schritt als
       verfassungswidrig.
       
       CNN ist einer der bekanntesten Nachrichtensender weltweit. Politico gehört
       zum Portfolio des deutschen Medienkonzerns Axel Springer.
       
       [2][Trump geht in seiner zweiten Amtszeit mit zunehmender Härte gegen ihm
       missliebige Medien vor.] Journalisten beleidigt er häufig, wenn ihm die von
       ihnen gestellten Fragen nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung wird
       dagegen ausdrücklich gelobt.
       
       21 Sep 2026
       
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