# taz.de -- Tanken immer teurer: Koalition ringt weiter um Entlastung bei Spritpreisen
> Wann tut sich was gegen die hohen Spritpreise? In der Bundesregierung
> wird noch verhandelt. Der Vizekanzler erwartet aber ein „schnelles
> Signal“.
(IMG) Bild: Nach eigener Aussage auf der Suche nach Lösungen: Lars Klingbeil
dpa | Die Bundesregierung ringt weiter um Maßnahmen gegen die [1][hohen
Spritpreise]. Auch eine hochrangig besetzte Runde am Donnerstagabend
brachte keine endgültige Einigung – obwohl vor allem die CDU vor den
anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin enorm unter
Druck steht, schnell etwas zu liefern.
„Wir suchen jetzt gerade nach Lösungen“, sagte Finanzminister Lars
Klingbeil (SPD) am Morgen vor einem Treffen europäischer Finanzminister in
Dublin. „Ich will jetzt ein klares, schnelles Signal an den Zapfsäulen“,
betonte der Vizekanzler. „Daran arbeiten wir und ich bin auch guter Dinge,
dass wir das jetzt sehr zügig hinbekommen.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Dienstag in einer Rede
[2][schnelle Entlastungen in Aussicht gestellt] – konkrete Maßnahmen ließ
er aber offen. Am Donnerstag nannte CDU-Generalsekretärin Franziska
Hoppermann erstmals eine konkrete Entlastungsspanne. Eine Entlastung um
„21, 23, 25 Cent der Liter“ wäre eine spürbare Entlastung, sagte Hoppermann
in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Und das ist das, was wir jetzt
angehen werden zu Anfang Oktober.“ Dazu gibt es in der schwarz-roten
Koalition sehr unterschiedliche Ideen.
## Die Ideen des Finanzministers
Klingbeil wirbt bereits seit Monaten für einen Preisdeckel, also einen
staatlich vorgegebenen Maximalpreis an der Zapfsäule. Außerdem dringt er
auf eine europäische Übergewinnsteuer für die [3][Mineralölkonzerne]. Damit
müssten auf besonders hohe Gewinne zusätzliche Steuern gezahlt werden, die
Einnahmen könnten an die Bürger weitergegeben werden. Umstritten ist
allerdings die Definition des Übergewinns.
Beide vom Finanzminister ins Spiel gebrachten Maßnahmen würden den
Bundeshaushalt nicht belasten, sondern den Markt steuern. „Die Bürgerinnen
und Bürger in unseren Ländern sehen gerade, wie die Mineralölkonzerne die
aktuelle Situation ausnutzen, abzocken, ihre Gewinne deutlich steigern“,
sagte Klingbeil in Dublin. Deshalb müsse die Europäische Kommission „jetzt
hier in die Puschen kommen und muss sich jetzt anstrengen und muss uns
Optionen hinlegen“.
## Die Ideen der CDU-Seite
In der Union werden Übergewinnsteuer und Preisdeckel dagegen kritisch
gesehen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plädierte zunächst
für eine Direktzahlung für Menschen mit wenig Einkommen – doch das kann der
Bund technisch noch nicht. Dann brachte sie eine Senkung der Mehrwertsteuer
auf Benzin und Diesel von 19 auf 7 Prozent ins Spiel.
Nach Berechnung des Steuerexperten Stefan Bach vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung würde das bei einem Spritpreis von 2,30 Euro pro Liter
rechnerisch eine Preissenkung von 23,2 Cent bedeuten. Das sei eine größere
Entlastung als der im Frühjahr temporär eingeführte Tankrabatt, erklärte
Bach auf X.
Allerdings ist auch eine Steuersenkung nicht unproblematisch. Nicht nur
würde sie zu geringeren Steuereinnahmen für Bund und Länder führen – die
Länder müssten deshalb auch einverstanden sein. Die EU setzt einer
Steuersenkung auch Grenzen. Für Benzin und Diesel sind ermäßigte
Mehrwertsteuersätze nach der EU-Mehrwertsteuerrichtlinie grundsätzlich
nicht zulässig. Bei Verbrauchsteuern wie der Energiesteuer gelten
Mindestsätze, die man nur mit besonderer Genehmigung unterschreiten darf.
18 Sep 2026
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