# taz.de -- Klingbeils Haushalt: Das Leben erschwinglicher machen
> Der Missmut über die hohen Sprit- und Strompreise ist verständlich. Auch
> mit Blick auf die kommenden Wahlen sollte der Staat die Menschen
> entlasten.
(IMG) Bild: Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, muss liefern
Es gibt Ereignisse, die Grundsätzliches ändern und die ein neues
Politikangebot oder zumindest eine große Debatte darüber und eine sichtbare
Anstrengung erfordern, um sich auf die neue Lage einzustellen. [1][Das
Wahlergebnis] mit fast 44 Prozent für die rechtsextreme AfD in
Sachsen-Anhalt ist ein solches Ereignis. Die konkrete Reaktion der
Regierungskoalition fällt bisher jedoch erstaunlich defensiv und mager aus.
Anlass und Ort der Reflexion könnte die Debatte über den Haushalt 2027 in
dieser Woche im Bundestag sein.
Schließlich bietet der Etat den finanziellen Rahmen für alles, was nächstes
Jahr passiert. Doch Bundesfinanzminister Lars [2][Klingbeil erwähnt
Sachsen-Anhalt mit keinem Wort]. Seine SPD versucht zwar, kleine
Verschiebungen in den bereits geplanten Reformen der Sozialversicherung
vorzunehmen – Stichwort Rente nach 45 Berufsjahren. Das reicht aber nicht.
Viele BürgerInnen wählten in Sachsen-Anhalt wohl auch so, weil sie sich
Sorgen über die für sie zu hohen Lebenshaltungskosten machen.
D[3][er Benzinpreis liegt wieder bei 2,30 Euro pro Liter]. Strom ist
ebenfalls teuer. Der Missmut ist nicht rechtsextrem, sondern
nachvollziehbar. Die Regierung könnte Lösungen anbieten: einen
Benzinpreisdeckel, die Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte oder
eine Reform der Einkommensteuer, die kleine und mittlere Verdienste mehr
entlastet als Klingbeils aktueller Vorschlag. Ja, das wäre teuer. Aber die
Koalition verfügt über den nötigen Spielraum.
Der Kernhaushalt umfasst 555 Milliarden Euro, der komplette Plan der
Ausgaben 670 Milliarden Euro. Auch die Finanzierung einer größeren
Entlastung für kleine und mittlere Einkommen ist möglich, wenn die Abgaben
auf große Vermögen und Erbschaften angehoben würden. Die Parteien der
Bundesregierung müssen jetzt gemeinsam einen neuen Aufschlag machen. Ein
Zeichen ist erforderlich, Abwarten und Vertrösten gefährlich. Die nächsten
Wahlergebnisse werden kommen.
9 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hannes Koch
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