# taz.de -- Klimawandel: Breites Bündnis sieht Kindeswohl bedroht
       
       > Kinder sind besonders vom Klimawandel gefährdet. 77 Organisationen
       > fordern deswegen, sie zu schützen und an Klimapolitik zu beteiligen.
       
 (IMG) Bild: Immer wieder protestieren Jugendliche für eine bessere Klimapolitik
       
       Kinder und Jugendliche müssen bei der Anpassung an den Klimawandel
       besonders berücksichtigt werden. Das fordern 77 Organisationen [1][in einem
       Positionspapier], darunter Greenpeace, der Paritätische Gesamtverband, die
       Kindernothilfe und Fridays for Future.
       
       „Kinder und Jugendliche haben am wenigstens zum Klimawandel beigetragen,
       werden aber länger und härter betroffen sein“, sagt Dirk Holzinger von der
       Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG). „Fehlender Klimaschutz und
       Klimaanpassung sind Kindeswohlgefährdung.“
       
       Kinder und Jugendliche reagieren [2][KLUG zufolge] empfindlicher auf
       [3][Folgen des Klimawandels] als Erwachsene. Laut den Mediziner*innen
       bekommen sie häufiger Hitzschläge und trocknen schneller aus. Säuglinge und
       Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht gut durch Schwitzen
       regulieren und überhitzen deswegen rasch.
       
       Die Expert*innen schreiben, Allergien und Asthma würden aufgrund des
       Klimawandels zunehmen, weil sich Blühzeiten verlängern und Pollen infolge
       von Hitzestress, Luftverschmutzung und Trockenheit aggressiver werden.
       Hitzewellen vergrößerten zudem die Gefahr von Tot- und Frühgeburten und
       können in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft die Entstehung von
       Herzfehlbildungen bei Ungeborenen erhöhen.
       
       Bündnis fordert, bestehende Gesetze einzuhalten 
       
       „Kinder sind Menschen in Entwicklung“, sagt Holzinger. Fehlender
       Klimaschutz und Klimaanpassung treffe sie härter als Erwachsene. „In
       Schulen, in denen Hitzeschutz mangels der nötigen Mittel kaum möglich ist,
       können Kinder und Jugendliche weniger gut lernen.“ Sich draußen bewegen zu
       können, „das, was Kinder tun sollen“, werde durch Klimafolgen wie Hitze und
       Starkregen erheblich eingeschränkt, warnt Holzinger. „Die wichtigste
       Ressource, die unser Land hat, sind Menschen, denen etwas einfällt – junge
       Menschen, deren Entwicklung wir gerade gefährden.“
       
       Das Bündnis fordert deshalb Bund und Länder auf, „bestehende gesetzliche
       Verpflichtungen“ [4][zum Klima- und Umweltschutz einzuhalten]. Dazu gehöre
       der im Grundgesetz verankerte Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, das
       Klimaschutzgesetz sowie die UN-Kinderrechtskonvention.
       
       Außerdem [5][sollen Bund und Länder die Gelder bereitstellen], damit
       Kommunen Klimaanpassung an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen
       ausrichten können. Die 77 Organisationen schlagen zum Beispiel sichere, vor
       Hitze geschützte Schulwege vor, gut belüftete Schulgebäude, Kitas und
       Jugendhilfeeinrichtungen sowie begrünte und deshalb kühlere Bewegungs- und
       Aufenthaltsorte.
       
       Die dritte Forderung des Bündnisses: Kinder und Jugendliche sollen an der
       Klimapolitik beteiligt werden. „Wir können nicht weiter Entscheidungen
       fällen ohne die, die am längsten von ihnen betroffen sein werden“, sagt
       Marischa Fast von KLUG, die das Bündnis initiiert hat.
       
       Zu den 77 Mitgliedern des Bündnisses gehören neben
       Umweltschützer*innen auch Sozialarbeiter*innen, Psychotherapeut*innen,
       Kitas, kirchliche Jugendgruppen und Hebammen. „Wir haben unter diesem
       Aktionsbündnis viele Berufe versammelt, die sich für Kindeswohl einsetzen,
       aber oft nicht miteinander sprechen“, sagt Fast. „Für die Beteiligten in
       den jeweiligen Institutionen ist das ein Ermächtigungsmoment: Sie merken,
       dass sie nicht allein sind.“
       
       7 Sep 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.klimawandel-gesundheit.de/wp-content/uploads/2026/09/Kindeswohl_Klimakrise_Positionspapier.pdf
 (DIR) [2] https://www.klimawandel-gesundheit.de/wp-content/uploads/2023/11/Positionspapier-Kinder-vor-den-Folgen-der-Klimakrise-schuetzen.pdf
 (DIR) [3] /Extrem-Temperaturen/!6200714
 (DIR) [4] /Umstrittene-Grundgesetzaenderung/!6204016
 (DIR) [5] /Klimaanpassung-in-Kitas-und-Pflegeheimen/!6200614
       
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