# taz.de -- Weltwetterorganisation warnt vor El Niño: Mit Vollgas in die nächste Tragödie
> Das Wetterphänomen El Niño kommt – ganz sicher und mit aller Härte. Ohne
> mehr Klimaschutz wird es immer so weiter gehen. Wann wird die Menschheit
> endlich klug?
(IMG) Bild: Sieht schön aus, ist scheiße für uns: El Niño
Ist man hinterher wirklich immer schlauer? Seit mehr als einem
Vierteljahrhundert warnt die Wissenschaft vor den Folgen der
Klimaerhitzung, beispielsweise, dass in einer wärmer werdenden Welt die
Hochgebirge ihren Kitt verlieren – den nie auftauenden Permafrost. Allein
in diesem August gab es ein halbes Dutzend Felsstürze in den Alpen, etwa am
Matterhorn auf 3.900 Höhenmetern. Dabei hätte spätestens der [1][Felssturz
von Blatten], der im Wallis 2025 ein ganzes Bergdorf verschüttete, schon
klarmachen müssen: Ohne Klimaschutz werden apokalyptische Ereignisse
häufiger.
Und aktuell der [2][Felssturz im Himalaya], nach dem bislang 1.270 Leichen
geborgen wurden. Fast 5.000 Menschen gelten als vermisst, das Tal in Nepal
ist unbewohnbar geworden. Wir könnten diesmal vorher schon schlauer sein:
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat an diesem Donnerstag vor
dem heftigsten El-Niño-Ereignis gewarnt, das mit „nahezu 100 Prozent“ bis
Februar über die Welt hereinbricht. Diese Prozentzahl ist bemerkenswert,
denn Wissenschaft ist sich in der Regel nie zu 100 Prozent sicher – jedes
entschlüsselte Phänomen stellt sie vor neue Fragen.
Mit ungewohnter Dramatik forderte die WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo
„außergewöhnliche Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen“. Dieses
El-Niño-Ereignis habe das Potenzial, Gesellschaften und Volkswirtschaften
auf der ganzen Welt einen massiven Schlag zu versetzen. Eine ganze Reihe
von Wissenschaftlern warnt, dass unterlassener Klimaschutz El Niño immer
heftiger ausfallen lassen wird.
Kohleausstieg, Tempolimit, Veggie-Day, Verbrenner-Aus – doch anstatt
ernsthaft den Klimaschutz voranzutreiben, torpediert die Bundesregierung,
angeführt von [3][Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche], jetzt den
Ausbau der Erneuerbaren. Die Gesellschaft diskutiert über Anpassung,
anstatt die Reduktion von Treibhausgasen zu fordern. Um nach dem nächsten
Bergsturz, der nächsten Ahrtalflut, dem nächsten Hitzesommer dann wieder zu
behaupten: Hinterher ist man immer schlauer.
3 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Naturkatastrophe-in-der-Schweiz/!6091109
(DIR) [2] /Nach-der-Flut-in-Nepal/!6208829
(DIR) [3] /Wie-Reiche-die-Energiewende-bremst/!6197349
## AUTOREN
(DIR) Nick Reimer
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) El Niño
(DIR) Extremwetter
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Stadt
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) UN-Bericht: Extremer El Niño lässt Wetterkrisen 2027 befürchten
Ein heißer Pazifik führt zu extremem Wetter: Hitze, Dürre,
Überschwemmungen. Der UN-Generalsekretär spricht von einem El Niño mit
Super-Ausmaßen.
(DIR) UN-Bericht zum Klimawandel: Das 1,5-Grad-Ziel wird gerissen
Das Ziel des Pariser Klimaabkommens lässt sich aus Sicht der Vereinten
Nationen nicht mehr halten. Aktuell steuert die Erde auf eine Erwärmung um
2,6 Grad zu.
(DIR) Schutz vor Unwettern: Wie Städte klimaresilienter werden können
Es gibt Lösungen, Städte resilient gegen Unwetter infolge der globalen
Erwärmung zu machen – zum Beispiel in Kopenhagen, Amsterdam und New York.