# taz.de -- US-Gericht verhängt Millionenstrafe: Meta schützt Kinder nicht ausreichend
       
       > Ein weiteres US-Gericht verurteilt Meta zu einer hohen Strafe, weil der
       > Konzern Kinder nicht ausreichend schütze. Meta will in Berufung gehen.
       
 (IMG) Bild: Es ist nicht der erste Prozess, den Meta um Kinderschutz führen musste und verlor
       
       afp | Erneute Schlappe für Meta: Wegen des ungenügenden Schutzes von
       Minderjährigen auf seinen Onlineplattformen ist der US-Konzern zur Zahlung
       von 567 Millionen Dollar (492 Millionen Euro) verurteilt worden.
       
       Mit dem Geld soll laut dem am Donnerstag im Bundesstaat New Mexico
       gefällten Richterspruch ein Fonds zur Unterstützung von Minderjährigen
       finanziert werden, die durch Onlinekonsum zu Schaden gekommen seien. Der
       Konzern kündigt an, in Berufung gehen zu wollen.
       
       Richter Bryan Biedscheid machte den Konzern hinter Facebook, Instagram und
       [1][Whatsapp] für eine „Störung der öffentlichen Ordnung“ verantwortlich.
       Es war das erste Mal, dass diese juristische Einschätzung gegen
       Onlineplattformen getroffen wurde.
       
       Die von Meta zu zahlenden 567 Millionen Dollar sollen laut Richterspruch
       über einen Zeitraum von fünf Jahren unter anderem auch in [2][Programme zur
       psychischen Gesundheit und Prävention für Jugendliche] fließen.
       
       Zudem müsse Meta in den kommenden Jahren Schutzmaßnahmen in seine Programme
       einbauen, die den Social-Media-Konsum von Minderjährigen limitieren,
       verfügte Biedscheid.
       
       ## Auch im März wurde Meta zu Millionenstrafe verurteilt
       
       Meta kündigt an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. „Wir sind mit der
       Entscheidung nicht einverstanden und werden Berufung einlegen“, erklärte
       der Konzern in einer Stellungnahme. „Wir arbeiten hart daran, die Menschen
       auf unseren Plattformen zu schützen, und sind offen mit den
       Herausforderungen umgegangen, problematische Akteure und schädliche Inhalte
       zu identifizieren und zu entfernen“, hieß es weiter.
       
       New Mexicos Generalstaatsanwalt Raúl Torrez, der die Klage eingereicht
       hatte, begrüßte das Urteil. „Die heutige Entscheidung ist ein Sieg für
       jeden Elternteil, der sich Sorgen darüber gemacht hat, [3][was
       Onlinedienste mit seinem Kind machen], und für jedes Kind, das es verdient,
       sicherer online aufzuwachsen“, erklärte er.
       
       Die neue Millionensumme kommt zu einem früheren Urteil einer
       Geschworenenjury in New Mexico hinzu. Diese war im März zu dem Urteil
       gekommen, dass Minderjährige auf Facebook, Instagram und Whatsapp nicht
       ausreichend geschützt werden. Meta wurde deshalb zur Zahlung einer Geldbuße
       von 375 Millionen Dollar verurteilt. Der Konzern hat gegen dieses Urteil
       inzwischen Berufung eingelegt.
       
       Meta steht auch in Europa wegen seines unzureichenden Schutzes von
       Minderjährigen in der Kritik. Die EU-Kommission hatte den Digitalkonzern im
       vergangenen Monat wegen der Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche zu
       Änderungen auf seinen Plattformen aufgefordert. Meta schütze Minderjährige
       auf den Plattformen nicht ausreichend und verstoße damit gegen die
       EU-Digitalgesetze, befand die Kommission.
       
       In den USA sind Tausende Klagen eingereicht worden, um Betreiber von
       Onlinediensten für angebliche Schäden an Kindern und deren psychischer
       Gesundheit zur Rechenschaft zu ziehen. Über 30 US-Bundesstaaten verklagen
       Meta wegen ähnlicher Vorwürfe wie in New Mexico.
       
       7 Aug 2026
       
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