# taz.de -- Treffen des Weimarer Dreiecks: Vereinigt gegen russischen Staatsterrorismus
       
       > Polen, Frankreich und Deutschland treffen sich, um 35 Jahre Weimarer
       > Dreieck zu feiern. Im Fokus: Russlands hybride Kriegsführung.
       
 (IMG) Bild: Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen treffen sich im Rahmen des Weimarer Dreiecks
       
       Deutschland, Frankreich und Polen treten im Weimarer Dreieck geschlossen
       auf. Keine Illusionen, Solidarität zeigen und Druck erhöhen: Das Weimarer
       Dreieck demonstriert Einigkeit. Das Treffen war lange geplant und fiel nun
       in eine Zeit, da die Bundesregierung Russland als Drahtzieher hinter dem
       Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August sieht und dies
       am Dienstag auch klar benannte. „Wir haben es mit Staatsterrorismus zu
       tun“, sagte der polnische Außenminister Radosław Sikorski zu den Vorfällen
       in Deutschland. „Russland ist der Aggressor gegen uns.“
       
       Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot äußerte sich ähnlich: „Die
       Eskalation geht nicht von den Ukrainern oder Europäern aus – es ist
       Wladimir Putin, der immer weiter provoziert“, sagte Barrot. „Der Angriff
       auf einen Flughafen mit einer Sprengstoffdrohne ist ein schwerwiegender
       Angriff, der Konsequenzen nach sich ziehen muss.“
       
       Als unmittelbare Reaktion [1][schließen das Russische Haus] in Berlin und
       das Generalkonsulat in Bonn. Leipzig habe Europa gezeigt, dass der
       russische Terror auch vor europäischem Boden nicht haltmache, betonte der
       deutsche Außenminister Johann Wadephul in Weimar. In Berlin, Warschau und
       Paris wurden die russischen Vertreter auf höchster diplomatischer Ebene
       einbestellt.
       
       ## Europa im Visier hybrider Kriegsführung
       
       Der Kreml reagierte in der Nacht zu Donnerstag mit der Schließung [2][der
       Goethe-Institute in Russland.] Wadephul bedauerte diese Reaktion. „Das
       Goethe-Institut hat in Russland als Kulturbrücke gedient, und wir wären
       bereit gewesen, das fortzusetzen.“ Ihm geht es um ein gutes Verhältnis und
       einen vernünftigen Dialog, aber das Problem sei „die russische Führung in
       der jetzigen Situation“.
       
       [3][Die Drohnenattacke am Flughafen Leipzig/Halle] reiht sich in eine Serie
       hybrider Anschläge in der EU und auf Nato-Territorium ein. Außenminister
       Sikorski erinnerte daran, dass es in den vergangenen Wochen immer wieder zu
       Verletzungen des polnischen Luftraums kam. Ähnliche Meldungen gibt es aus
       Rumänien und den baltischen Ländern. „Wir sind besorgt, dass diese hybriden
       Anschläge zunehmen“, betonte Frankreichs Außenminister Barrot. Gegner des
       demokratischen europäischen Modells seien hier am Werk.
       
       Auch aus Dänemark kamen am Donnerstag Meldungen, die Russland Sabotageakte
       gegen heimische Rüstungsunternehmen vorwerfen. Laut dem dänischen
       Geheimdienst PET würden dafür dänische Staatsbürger angeworben. Emil
       Gresholm, Leiter der Spionageabwehr, sagte in der Zeitung Berlingske, dass
       Russland offenbar über soziale Medien und Spiele-Plattformen versuche,
       Menschen zu rekrutieren, die Fotos von Firmengeländen oder Infrastruktur
       liefern sollen, also Helfer für mögliche Angriffe.
       
       Derzeit verzeichnen etliche EU-Staaten Anschläge auf Rüstungsunternehmen,
       vor allem jene, die die Ukraine militärisch oder finanziell unterstützen.
       In den vergangenen Wochen brannte eine Munitionsfabrik in Italien. Ähnliche
       Attacken gab es auch in Polen und Rumänien. Auch Deutschland ist Ziel
       solcher Sabotageakte. Alle drei Außenminister versicherten in Weimar, die
       Ukraine weiter zu unterstützen und sich bei Visabeschränkungen oder der
       Ausweisung russischer Diplomaten abzustimmen.
       
       Wadephul, Sikorski und Barrot feierten den 35. Geburtstag des Weimarer
       Dreiecks. Teil der Feierlichkeiten war am Donnerstag auch ein Besuch im
       Wohnhaus von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar.
       
       3 Sep 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tanja Tricarico
       
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