# taz.de -- Sturzflut in Nepal und Klimawandel: Nepal will Entschädigung von CO₂-Verursachern
       
       > China, USA und Indien sollen sein Land für die Folgen des Klimawandels
       > entschädigen, sagt Nepals Außenminister. Zahl der Todesopfer steigt auf
       > über 1.100.
       
 (IMG) Bild: In Trishuli vollziehen Männer die letzten Riten für vermisste Familienangehörige, deren Leichen nach Sturzfluten und Schlammlawinen nicht geborgen werden konnten
       
       Das Land Nepal fordert nach der durch einen Gletscherabbruch verursachten
       Springflut Entschädigungen von großen Industriestaaten. Denn die seien
       verantwortlich für den Klimawandel.
       
       Nepals Treibhausgasemissionen sind nahezu vernachlässigbar, sagte der
       nepalische Außenminister Shisir Khanal [1][in einem Interview mit der
       Kathmandu Post]. „Dennoch zahlen wir den ultimativen Preis für eine globale
       Krise, die wir nicht geschaffen haben.“ Vor allem China, die USA und
       Indien, die drei größten Produzenten von CO2, hätten „eine historische
       Verantwortung, verletzliche Nationen wie Nepal zu entschädigen“.
       
       Eine Woche nach der verheerenden Sturzflut im Himalaja ist die Zahl der
       Todesopfer in Nepal mittlerweile auf 1.127 gestiegen. Es wird erwartet, das
       die Opferzahl noch deutlich steigen kann. Denn das ganze Ausmaß der
       Katastrophe ist weiterhin unklar.
       
       Nach einem Abbruch eines Gletschers am 7.227 Meter hohen Langtang Lirung
       waren am 26. August [2][gigantische Wassermassen erst durch das Tal] eines
       Grenzflusses zu China hinuntergestürzt und hatten dann zahlreiche
       Ortschaften auf mehr als 100 Kilometern Länge entlang des Bothekoshi und
       des Trishuli zerstört.
       
       ## 20 Meter hohes Gebäude komplett weggespült
       
       Welche Zerstörungskraft die Welle hatte, lassen Bilder vom Grenzübergang
       bei Gyirong Port und Rasuwaghadi erkennen. Dort stand auf chinesischer
       Seite ein rund 20 Meter hoher Gebäuderiegel. [3][Auf einem Video] war zu
       sehen, wie er komplett von der Welle überspült wurde. Fotos von
       Bergungsarbeiten dort zeigen, dass von dem massiven Gebäude nichts mehr zu
       sehen ist. Auch Satellitenbilder belegen die vollständige Zerstörung des
       für den Güterverkehr zwischen Nepal und China wichtigen Übergangsortes.
       
       Nepals Außenminister kündigte an, dass sein Land bei diplomatischen
       Verhandlungen nicht mehr um Hilfe bitten, sondern „Gerechtigkeit und
       Entschädigung“ verlangen werde. Entsprechende schreiben seien bereits an
       internationale Partner versandt worden.
       
       ## Wassersicherheit von zwei Milliarden Menschen gefährdet
       
       Man werde das Thema auch allen internationalen Foren klar und deutlich
       ansprechen, betonte Shisir Khanal. Denn es gehe nicht nur um Nepal: „Wenn
       unsere Himalaja-Gletscher verschwinden, wird die Wassersicherheit von über
       zwei Milliarden Menschen in Südasien dauerhaft gefährdet sein.“ Die im
       Himalaja entspringenden Flüsse liefern einen Großteil des Wassers, von dem
       die Menschen in Indien und Bangladesch abhängig sind.
       
       Klimaforscher gehen seit Langem davon aus, dass die Erderwärmung
       Katastrophen wie die jetzt in Nepal deutlich wahrscheinlicher werden
       lassen, [4][weil sich Gebirge schneller erwärmen]. Auch in einem am
       Mittwoch veröffentlichten [5][neuen Bericht der des Umweltprogramms der
       Vereinten Nationen (Unep)] wurde die Gefährdung der Ökosysteme durch den
       rasanten Klimawandel nochmals betont.
       
       Nepals Vorgehen ist nicht der erste Versuch, die für den Klimawandel
       Verantwortlichen zur Kasse zu bitten. Umweltorganisationen unterstützen
       seit Jahren Klagen von Betroffene. So war Ende 2025 [6][in der Schweiz eine
       Klage von vier Indonesier:innen] gegen einen Zementhersteller
       zugelassen worden.
       
       In Deutschland hatte ein Bergbauer aus Peru mit Unterstützung der NGO
       Germanwatch gegen den Stromkonzern RWE geklagt. Er argumentierte, dass
       durch den Klimawandel die Gefahr steige, dass sein Haus in den [7][Bergen
       bei Huaraz] durch einen überlaufenden Gletschersee zerstört werden könne.
       Z[8][war urteilte das Gericht am Ende, dass RWE tatsächlich für die Folgen
       des Klimawandels mit verantwortlich sei.] Der Bauer bekam aber dennoch
       keine Entschädigung.
       
       2 Sep 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://kathmandupost.com/interviews/2026/09/01/this-is-not-standard-flooding-it-is-a-himalayan-tsunami-nepal-s-foreign-minister-shishir-khanal
 (DIR) [2] /Nepal/!t5205162
 (DIR) [3] https://bsky.app/profile/cwebbonline.com/post/3mtyhlj6tmk24
 (DIR) [4] /Gletscherforscher-zur-Flutkatastrophe-in-Nepal-Gebirge-erwaermen-sich-schneller-als-der-Rest-der-Erde/!6207606
 (DIR) [5] /UN-Bericht-zum-Klimawandel/!6209350
 (DIR) [6] /Klimaklage-in-der-Schweiz/!6110937
 (DIR) [7] /Bergsturz-und-Klimawandel/!6076937
 (DIR) [8] /Klima-Urteil-des-OLG-Hamm/!6090870
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gereon Asmuth
       
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       Dennis.