# taz.de -- Kommentar zu Polizeidrohnen in Hamburg: Viel mehr Überwachungsdruck
       
       > Hamburgs Senat plant ein flächendeckendes Drohnennetz und tut so, als
       > ginge es ums Einsparen alter Helikopter. Doch hier muss die Stadt gefragt
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Hamburg führt mal eben eine Neuerung ein, die das Leben der Menschen grundlegend verändern kann: Drohnen allüberall
       
       Es soll ein Netz von Drohnen geben, ferngesteuert aus der Zentrale der
       Polizei. Hamburgs rot-grüner Senat [1][führt hier mal eben eine Neuerung
       ein], die das Leben der Menschen grundlegend verändern kann. Doch es wird
       nicht als solche Maßnahme publiziert. Bloß in einem Nebensatz erwähnten
       Finanzsenator und Bürgermeister bei der [2][Haushaltsvorstellung Ende
       Juni], dass die Stadt Polizeihubschrauber einsparen könne, weil sie in
       Drohnen investiere. Dabei geht es hier nicht ums Sparen, sondern um
       Bürgerrechte.
       
       Klar, die Stadt braucht eine Polizei und die Polizei braucht Hubschrauber
       oder ähnliche Fluggeräte, etwa für die Suche nach Vermissten. Und viele
       Menschen haben diese alten Helikopter mit ihren lauten Rotoren schon
       verflucht. Auf Demos haben sie eine einschüchternde Wirkung.
       
       Aber mit den leisen, neuen Drohnen sollen eben nicht nur besondere
       Gefahrenlagen aufgeklärt werden. Es geht jetzt auch um Ordnungswidrigkeiten
       und Beweise für Bußgeldeintreibung.
       
       Klar, mit Rotlichtsündern sollte man kein Mitleid haben. Das Überfahren
       einer roten Ampel ist gefährlich. Bei gelbem Ampellicht ist der ein oder
       andere bestimmt schon mal gefahren. Aber Ordnungswidrigkeiten im
       Straßenverkehr gibt es einige. Zu Fuß bei Rot über die Ampel zu gehen,
       gehört zum Beispiel auch in diese Kategorie. Oder auf einer Straße zu
       gehen, die einen Fußweg hat.
       
       ## Dringende Klarstellung erforderlich
       
       Wo hört es auf, wo fängt es an mit den Handlungen, die die Piloten der
       Drohnen interessieren? Geht es auch um illegalen Aufenthalt, um
       Alkoholgenuss in der Verbotszone? Damit der Senat sich nicht den Vorwurf
       des überbordenden Überwachungsdrucks einhandelt, ist hier dringend eine
       Klarstellung nötig, dass es nicht um Bagatellverstöße geht. Da hilft es
       sonst auch nicht, wenn auf dem Flugobjekt „Polizei“ steht.
       
       Eine Technik, die Überwachung erleichtert, braucht mehr rechtsstaatliche
       Grenzen und Transparenz. In San Francisco, wo das [3][Technik-Magazin
       „Wired“] gerade die Drohnenüberwachung problematisiert, gibt es ein Portal,
       auf dem die Polizei rückwirkend alle Flüge meldet. So wissen die Bürger, ob
       sie betroffen sind. Vielleicht auch eine Idee für Hamburg? Besser noch wäre
       es, diese ganze Drohnenstrategie zu überdenken.
       
       26 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Drohnenueberwachung-der-Polizei-in-Hamburg-Neue-Augen-in-der-Luft/!6207282
 (DIR) [2] /Rot-gruene-Haushaltsplaene/!6190131
 (DIR) [3] https://www.wired.com/story/sfpd-drone-video-leak-surveillance/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaija Kutter
       
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